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18.06.2009

Die Via Claudia ist auf dem Lechfeld eine Sackgasse

Oberottmarshausen Was den alten Römern einst möglich war, das will der Bürgermeister von Oberottmarshausen, Gerhard Mößner, auch schaffen: freie Fahrt von Rom bis an die Donau - oder zumindest von Kleinaitingen nach Oberottmarshausen.

VON Monika Schmich

Denn ausgerechnet hier wird die historische Römerstraße Via Claudia von der Bahnlinie durchbrochen. Eine Unterführung unter den Schienen hindurch soll nun die beiden Abschnitte verbinden. Rund 300 000 Euro würde die Maßnahme kosten.

Seit Jahren verfolgt die Gemeinde diese Pläne. Die Bahn hat bislang eine Beteiligung stets abgelehnt. Für den Bürgermeister unverständlich: "Für mich wäre das nichts anderes als eine Wiederherstellung", sagt er. Denn schließlich waren die Römer fast 2000 Jahre vor den Bahnmitarbeitern am Werk und haben ihre Trasse zuerst gebaut. Das sieht die Bahn freilich etwas anders. Sie fordert außerdem eine Unterführung und keinen Übergang, um den Bahnverkehr nicht zu stören. Nun hofft die Gemeinde, über das Begegnungsland Lech-Wertach an EU-Fördergelder zu kommen. Beim Besuch des Erholungsvereins Augsburg (EVA) in seiner Gemeinde machte Mößner jetzt auch die Mitglieder noch einmal auf seine Pläne aufmerksam.

Die Via Claudia ist auf dem Lechfeld eine Sackgasse

Denn auch der EVA könnte das Projekt mit 20 bis 30 Prozent fördern. Entschieden wurde bei der Sitzung des Erholungsvereins in Oberottmarshausen allerdings noch nicht.

Was heute Touristen anzieht, stammt von den Römern

Bereits vor Christi Geburt hatten sich die Römer ans Werk gemacht, um die Menschen an der Adria und am Po mit denen im Norden des Reichs, in der Donauebene, zu verbinden. 60 Jahre später hat Kaiser Claudius den Alpenpass fertiggestellt.

Heute ist die Trasse eine Attraktion, die auch in der Region touristisch vermarktet wird. Der Abschnitt zwischen Kleinaitingen und Oberottmarshausen ist ein Feldweg, der von Radlern und Spaziergängern genutzt wird. Möglich ist das derzeit nur bis zur Bahnlinie.

Nur über einen Umweg gelangt man auf die andere Seite

Schienen kreuzen den historisch so bedeutsamen Weg. Schilder warnen die Menschen vor einer Überquerung. Die Via Claudia wird hier zur Sackgasse. Nur durch einen großen Umweg gelangt man auf die andere Seite. Da hatten es die Römer früher irgendwie einfacher.

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