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Wehringen

22.04.2020

Die Wehringer Wertachbrücke hat ein altes Geheimnis

Bis in den September werden die Arbeiten zur Sanierung der Wertachbrücke in Wehringen dauern. Dabei wird auch der Sprengschacht verfüllt.
Foto: Elmar Knöchel

Plus Eine Brückensanierung ist abgesehen von den Verkehrsbehinderungen normaler Alltag. Doch in Wehringen gibt es eine Spezialaufgabe, die mit dem Kalten Krieg zu tun hat.

Neben den üblichen Arbeiten an der Fahrbahndecke oder am Beton gibt es an der Wertachbrücke zwischen Wehringen und Bobingen-Siedlung eine Spezialaufgabe. Sie hat mit einem so genannten Sprengschacht zu tun – ein Relikt aus vergangenen Tagen. Was es damit auf sich hat.

Bei als wichtig eingestufte Brücken wurden noch bis zum Jahr 1990 Sprengschächte eingebaut. Wie Experten vom Landratsamt bestätigen, dienten diese im Kriegsfall der einfachen und schnellen Sprengung der Bauwerke. Oft handelte es sich um Schächte, die in die Brücken eingelassen waren und von außen wie einfache Gullydeckel aussahen. Sogar die Verkabelung für eine eventuelle Zündung war teilweise enthalten. So sollten mögliche Angreifer daran gehindert werden, bei einem Angriff schnell Geländegewinne zu erzielen.

Ein Geheimnis der Wertachbrücke in Wehringen: Von oben sahen die Sprengschächte oft wie normale Gullydeckel aus.
Foto: Elmar Knöchel

Betreut wurden diese Einrichtungen von so genannten Wallmeistern. So wurden Bundeswehrsoldaten genannt, die solche Anlagen inspizierten, überwachten und betriebsbereit hielten. Um die Sprengschächte geheim zu halten, wurden diese Arbeiten immer in ziviler Kleidung erledigt.

Was ebenfalls geheim gehalten wurde: Oft befanden sich in einem Umkreis von einigen hundert Metern bis hin zu mehreren Kilometern um die Brücke Munitionshäuser. Dort lagerte der für die Sprengung notwendige Sprengstoff. Interessanterweise waren diese Häuser nicht bewacht. Geschützt wurden sie allerdings durch dicke Betonmauern und mehrere dicke Türen, durch die ein Eindringen nahezu unmöglich war. Auch diese Einrichtungen, die oft in Wäldern versteckt waren, wurden von den Wallmeistern kontrolliert und gewartet.

Sperranlage in Wehringen ist nun überflüssig

Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden diese sogenannten Sperranlagen überflüssig. Da die Wartung immer wieder Kosten verursachte, wurden seit 1990 viele bereits zurückgebaut. Im Normalfall werden sie bei planmäßigen Wartungsarbeiten verfüllt. So soll es auch bei der Wehringer Wertachbrücke geschehen. Wenn die Arbeiten im September abgeschlossen sind, wird das Relikt aus dem Kalten Krieg endgültig Geschichte sein.

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