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Schwabmünchen

11.07.2019

Die ganze Welt der Comedy im „Germar‘s“

Bert Rex verschluckte eine Schlange, die sich wenig später in seinen Socken wiederfand.
Bild: Uwe Bolten

Vier Künstler machen die Comey-Nacht in Schwabmünchen mit Kult-Moderator Matthias Matuschik zu einem Angriff auf die Lachmuskeln.

Der Applaus nach der Eröffnung der neunten Schwabmünchner Comedy-Nacht durch Gastronom Germar Thiele war nicht überschwänglich, als er den „Godfather of Comedy, Matthias Matuschik, ankündigte. Drei Stunden später tobten die mehr als 130 Gäste beim Schlussbild aller Künstler im „Germar’s Best Burger and Pizza“ vor Begeisterung.

Matuschke, wie Matuschik genannt wird, hatte erneut sein Gespür für die Auswahl von erstklassigen Künstlern bewiesen, die seine Comedy-Nächte zu Höhepunkten in der Szene macht. Mit insgesamt vier Überraschungsgästen verlief der Abend eher unpolitisch, die Unterhaltung stand deutlich im Mittelpunkt, auch wenn Matuschik, der neben Moderation überzeugend kabarettistisch wirkte, schon in der Eröffnung seine messerscharfen Bemerkungen gegen Ursula von der Leyen, der „Ober-Ursel“ in die Menge schleuderte. Mit Sprüchen wie „Video-Schiri, wir wissen, wo Dein Server steht“ zeigt er als sehr politischer Mensch seine komödiantische Seite.

Bewie Bauer eröffnet die Comedy-Nacht im Germar's in Schwabmünchen

Bewie Bauer, dessen Lebensweisheit „“Ein Leben ohne E-Gitarre ist möglich, aber definitiv sinnlos“, eröffnete den Reigen der Künstler. Seine knallrote, herzförmige Gitarre mit echtem weißen Elfenbein-Imitat begleitete ihn mit „Heart-Rock“ durch Ausschnitte seines derzeitigen Soloprogramms. Der freiberufliche Producer beim Bayerischen Rundfunk gewann schnell die Herzen Gäste durch seine unnachahmliche Weise, Alltagsgeschichten in flotte Worte zu fassen. Der Schilderung, als jüngstes Kind von mehreren Geschwistern deren Sachen auftragen und als Achtklässler beim Sportunterricht in Wollstrumpfhosen teilnehmen zu müssen, sorgte für großes Gelächter im Raum. Die Aussage „Kuschelrock ist der Verrat des Rock’n’Roll“ dokumentierte seine musikalischen Vorlieben.

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Bewie Bauer engagierte einen Besucher als Windmaschine.
Bild: Uwe Bolten

Mademoiselle Mirabelle, Trägerin des Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2014, bombardierte die Zuhörer mit ihrer „Musique-Comédie“ mit plüschigem Humor, der frei von jedem Tiefgang frische Unterhaltung bot. Ihr im Konfettiregen explodierendes Baguette überraschte die Gäste, das durchgehend, mit starkem französischem Akzent, gesprochene Deutsch, beinhaltete versteckten Humor. Ihre Betrachtungen über „L’amour, der Eiffelturm der Gefühle“ und Mitmachmachmomenten für die Zuhörer wie beim „Chanson du Vin“ bedachten diese mit herzlichem Beifall. Eine gelungene „Tortour de France“.

Julian Beysel ist der neue Stern im Himmelsgewölbe des Comedy-Universums. Auf kleinen Bühnen in der Münchner Szene ist er kein Unbekannter. „Dreimal die Woche trete ich dort auf. Ich bin noch am Anfang. Für mich ist es eine große Ehre, dass Matthias Matuschik mich hier in Schwabmünchen mit auftreten lässt“, sagte der 28-Jährige, der als Beleuchter für die TV-Serie „Sturm der Liebe“ tätig ist. Besonders freute er sich über die herzliche, offene Art der Zuhörer. „Das ist hier ein Hammer-Publikum. Der Vortrag wurde durch Beifall unterbrochen. In München sind die Leute kritischer, machen sich sogar durch Zwischenrufe Luft“, resümierte er seinen von Alltagskomik geprägten Auftritt.

Neu auf der großen Bühne der Komödianten überzeugte Julian Beysel und erntete viel Applaus vom Publikum.
Bild: Uwe Bolten

Bert Rex war definitiv der Publikumsliebling des Abends. „Ich könnte ihm stundenlang zuschauen und mich totlachen“, erzählte Matuschik vor der Veranstaltung unserer Zeitung. Und diese Begeisterung teilten die Gäste. Der Thüringer, der das Spiel mit der Untertreibung genau so perfekt beherrscht wie die Zauberkunst und Wortakrobatik, hat mit seiner staubtrockenen und unbeholfenen Art schon Besucher in den renommiertesten Varietés begeistert. Mit kleinen Kartentricks und Illusionen fing er die Gäste im „Germar’s“ ein, sein „Indischer Seiltrick“ avancierte als durchgehender Gag seinen Auftritt. Die Wortspiele, eingehüllt in ständige Kommunikation mit Personen aus dem Publikum, ließen kein Auge trocken.

Der indische Seiltrick war der "Running Gag" im Programm von Bert Rex.
Bild: Uwe Bolten

Das Konzept der Comedy-Nacht ist zum wiederholten Mal voll aufgegangen, der „Godfather of Comedy“ wurde seinem Namen erneut gerecht. Gemeinsam mit Veranstalter Germar Thiele wird er am 3. November 2019 sein Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen in Schwabmünchen feiern und die Zuhörer durch die Auswahl der Künstler begeistern.

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