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Bobingen

14.08.2019

Die ganze Welt im Stadtbauspiel

Gemeinsam hämmern Julius und Lia die Plane ihrer Hütte fest. Zusammen mit anderen Kindern bauen sie sich beim Stadtbauspiel ihre Ferienwelt.
Bild: Anja Fischer

Zwieback ist die Währung und Fantasie ist in Bobingen der Motor, der das Projekt „unser Planet“ antreibt.

Eifriges Hämmern klingt über die große Wiese gegenüber des Bobinger Freibades. Kinder laufen über den Platz, sägen Holzbretter zurecht und bemalen lange Fließbahnen. Bald stehen die ersten Hütten. Ganz klar: Es ist wieder Stadtbauspielzeit in Bobingen.

Es gibt Geld, Spaß und Umweltschutz

In den ersten Tagen herrschte bestes Wetter für das Stadtbauspiel und so konnte die kleine Stadt im Zeichen des diesjährigen Mottos „Unser Planet“ aufgebaut werden. Die „Hütten“, die teilweise sogar mehrstöckig entstanden, wurden mit viel Liebe gebaut und verziert. Unzählige Nägel wurden dazu in die Schwartenbretter geschlagen, alle Farben des Regenbogens an den Wänden und auf den Kinderhänden ausprobiert. Das gehört beim Stadtbauspiel einfach dazu, denn schließlich sollen die knapp 150 teilnehmenden Kinder ihre eigene Stadt bauen und gestalten dürfen. 29 Betreuer unterstützen sie dabei und arbeiten nebenher das gewählte Motto mit den Kindern auf. Zum Planeten gehört beispielsweise die Idee, auf die Schöpfung acht zu geben. Wie würde das besser funktionieren, als in der Upcycling-Hütte, in der aus alten Plastikflaschen und Bierkapseln noch allerhand Schönes gebastelt wird.

Wie in jeder großen Stadt, darf auch beim Stadtbauspiel gekauft und verkauft werden. Während im Rathaus das Geld in der diesjährigen Währung „Zwieback“ gedruckt wird, arbeiten die einzelnen Hütten derweil schon an ihren Einkommensideen. So werden in den einen bunte Muschelketten für den Verkauf gefertigt, bei den anderen gibt es ein Angebot, sich mit Bällen massieren zu lassen.

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Stärkung am Schlemmerkontinent

Wieder eine andere Hütte hat sich ein Spiel einfallen lassen und es aus Pappröhren gebaut. Noch wartet die Konstruktion auf ihren Ersteinsatz, die Erbauer sind sich trotzdem sicher: „Damit werden wir jede Menge Zwiebacks einnehmen!“. Klar, dass das Geld schon gleich wieder verplant ist. Zum Beispiel für den eigenen Einkauf im „Schlemmerkontinent“, bei dem es selbst gemachtes Eis und leckere Getränke zu kaufen gibt.

Auch eine Fahrt im Schiff in der Hütte „7 Weltmeere“ wäre denkbar. Oder ein Besuch im Sunflower Palace. Oder in der Gärtnerei. Die Vergnügungsmöglichkeiten in der kleinen Stadt auf der großen Wiese scheinen unendlich. Dabei ist das Stadtbauspiel an sich für die teilnehmenden Kinder schon ein großes Vergnügen. Viele von ihnen sind schon seit Jahren dabei und freuen sich immer wieder darauf.

Am Nachmittag ist eine kurze Baupause angesagt. Dann heißt es ab zum Fußballspielen, auf den Spielplatz oder zum Planschen an das Kneippbecken. Bürgermeister Bernd Müller, der sich einen jährlichen Besuch auf dem Stadtbauspiel nicht nehmen lässt, ist von den diesjährigen Hütten begeistert. „Es ist wirklich toll, was hier wieder alles entsteht“, meint er bei einem Interview mit dem Zeitungsteam des Stadtbauspiels. Selbstverständlich habe er in seiner Kindheit auch mal eine Hütte gebaut, verrät er und hat noch eine Überraschung bereit: das obligatorische Eis, welches das Bobinger Stadtoberhaupt jedes Jahr spendiert. Das lassen sich die Kinder gerne schmecken – und planen dabei schon die Bauarbeiten für den nächsten Tag.

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