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Schwabmünchen

12.05.2020

Die grüne Baustelle in der Schwabmünchner Fuggerstraße

Diese Maschine sortiert den Kies nach Größe, damit der Aushub wieder verwendet werden kann.
Bild: Stadt Schwabmünchen

Auf der Baustelle in der Schwabmünchner Fuggerstraße geht es ökologisch vorbildlich zu. Wie eine neue Technik es ermöglicht, den Aushub wieder zu verwenden.

Die Baustelle in der Fuggerstraße ist eine ganz besondere – und zwar nicht nur, weil sie dem Zentrum Schwabmünchens ein neues Gesicht geben wird. Es kommen auch neue Techniken und Anlagen zum Einsatz, die die Innenstadt zu einer „grünen Baustelle“ machen. Herzstück sind eine Sieb- und eine Dosieranlage.

Aushub aus der Fuggerstraße in Schwabmünchen wird recycelt

Durch die neuartigen Anlagen kann mehr als die Hälfte des Aushubs wiederaufbereitet werden. Sie sparen Material sowie Transportwege, und die Kiesgruben werden geschont. Die Prototypen machen die Schwabmünchner Fuggerstraße zu einer „grünen Baustelle“. Der Aushub wird vor Ort gesiebt, nach Körnung sortiert und so weit wie möglich wiederverwertet. Die Siebanlage kann etwa 200 Kubikmeter Material am Tag verarbeiten. Im Verlauf der Baumaßnahmen kommen 3000 Kubikmeter Aushub zusammen.

„Etwa 60 Prozent des Aushubs können wir wiederverwerten“, erklärt Felix Renner, Bauleiter bei der Baufirma Strabag, die die Baumaßnahmen vor Ort durchführt. „Nur was zu groß, zu feucht oder zu lehmig ist, muss entsorgt werden.“ So wird viel weniger Material hin- und hergefahren: Geringere Mengen Abfall müssen abtransportiert, weniger neues Baumaterial muss hergeschafft werden. Das spart Treibstoff und reduziert den Abbau in den Kiesgruben.

Finanziell ist es ein Nullnummernspiel, aber für die Umwelt ei großer Gewinn

Nachdem die sortierten Materialien auf ihre Körnungsgröße hin getestet worden sind, fügt die Dosieranlage je nach Korngrößenverteilung Material hinzu, damit der Baustoff die hohen Anforderungen an Frostschutz und Tragfähigkeit erfüllt. Dabei kann die Dosieranlage jeden Tag bis zu 1000 Kubikmeter neues Baumaterial herstellen. Die Dosieranlage sieht aus wie ein Sattelauflieger mit vier Trichtern. An ihrer Seite hat die Maschine ein Förderband mit integrierter Waage. In die Trichter füllt ein Radlader den gesiebten Kies aus der Fuggerstraße, Sand und weitere Stoffe. Die Sortier- und Dosieranlagen werden je nach Bedarf an der Kläranlage aufgebaut. Wenn sie nicht in Schwabmünchen gebraucht werden, kommen sie auf anderen Baustellen in Bayern und ganz Deutschland zum Einsatz. Das nächste Mal sind die neuartigen Maschinen in Schwabmünchen voraussichtlich wieder im August zu besichtigen. Viel Geld sparen die Anlagen nicht ein. „Finanziell ist es ein Nullsummenspiel“, sagt Christian Käst-ner, Leiter des Ressorts „Verkehr und Wasser“ des Planungsbüros Sweco. „Für die Umwelt sind die Maschinen aber ein großer Gewinn.“


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