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Schwabmünchen

11.07.2019

Die letzten großen Etappen der Maulquappen

Das Trio „Die Maulquappen“ geht auf Tour.
Bild: Reinhold Radloff

Das Trio geht auf große Tournee in China. Danach sind für die Schwabmünchner Musiker große Veränderungen geplant.

Eigentlich heißen sie ja die Maulquappen, warum auch immer. Doch jetzt plötzlich benennen sie sich um, wenn auch nur für kurze Zeit, um bald darauf beide Namen für immer sterben zu lassen. Das hat natürlich ganz spezielle Gründe.

16 Jahre spielen die Maulquappen jetzt zusammen: „Vordergründige Hinterfotzigkeit, dazu intelligenter Blödsinn vereint im Zwiespalt mit dilettantisch-hervorragender Musik“, so beschreibt das Trio seine Auftritte selbst. Super Musikkabarett nennen es ihre Fans, vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Kanada. Über 130 Auftritte hatten sie öfters pro Jahr, begeisterten ihr Publikum vor allem mit selbst geschriebenen Liedern und Worttexten, bei denen ein Schenkelklopfer den nächsten jagte.

Bekanntester Auftritt der Maulquappen bei "Schwaben weiß blau"

Ihre berühmtesten Auftritte hatten Andi Schlarnhaufer (alle Arten von Gitarre, Klavier, Gesang, Techniker der Truppe), Franz Lachenmair (Akkordeon, Gitarre und mehr, Frontman) und Hermann Hintner (alle Blasinstrumente, Kontrabass und mehr) in Memmingen bei „Schwaben weiß blau“, im Maximilianeum und und und, im Fernsehen, im Radio, bei Lifekonzerten, sie waren überall zu Hause, immer ganz nah am Publikum, allerdings am liebsten in nicht allzu großen Sälen, nie in Bierzelten, selten in Schwabmünchen, weil ja der Prophet im eigenen Lande nicht viel zählt.

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„Jeder einzelne Abend hat viel Spaß gemacht“, erzählt Schlarnhaufer und erklärt neben dem sprachlichen und musikalischen Können des Trios das Erfolgsrezept der Maulquappen: „Wir haben ein sehr gutes Gespür für unser Publikum, stellen uns schnell auf alle Wünsche ein.“ Und: der Erfolg ist dem Trio nie zu Kopf gestiegen: „Wir sind immer bei den Leuten geblieben. Lange Standing Ovations waren uns eher peinlich“, so Schlarnhaufer, der seit über einem halben Jahrhundert bereits mit Franz Lachenmair in den unterschiedlichsten Formationen zusammenspielte (Mory-Band, Snulerings, Strangers, Magic Sound, Andi Franz und Willi). Und jetzt?

Zwei große Dinge hat das Trio in diesem Jahr noch vor

„Wir fliegen für zwei Wochen nah China“, erzählt Schlarnhaufer, zu einer wissenschaftlichen und kulturellen Austauschveranstaltung. „Nach den Tagesseminaren sorgen dann die Maulquappen abends für Entspannung und Unterhaltung.“ Dafür hat sie das Trio einen eigenen Namen zugelegt: Bavarian Traditional Folk. „Mal sehen, wie das wird, sicherlich spannend“, so der 72-jährige Schwabmünchner. „Wir werden an acht verschiedenen Orten allein und zusammen mit chinesischen Musikern spielen und dafür rund 30000 Kilometer zurücklegen.“

Um auch im fernen Osten so gut anzukommen wie hierzulande, dafür ist sicherlich viel Flexibilität und Anpassungsvermögen gefragt. „Das war immer eine unserer großen Stärken“, betont Schlarnhaufer, der sich mit seinen Freunden auf die größte Tournee ihrer Geschichte freut.

Und danach? „Dann werden wir nur noch ein paar Auftritte bis zum Jahresende haben und quasi eine Abschiedstournee geben. Denn wir haben unsere Auflösung beschlossen“, so Schlarnhaufer. Aufhören heißt aber nicht, dass man von den Dreien nie wieder was hören wird. Nach einer kurzen Auszeit werden sie weitermachen, allein oder mit anderen, mal sehen. Franz Lachenmair (68), gelernter Drucker und Akkordeonlehrer, wird sich erst einmal seinem Wohnmobil widmen, Hermann Hintner (56), Holzingenieur und Oberregierungsrat, wird weiterhin Blasmusik machen und dirigieren, und Andi Schlarnhaufer (72), gelernter KFZ-Mechaniker und Flugzeugprüfer, der einzige aus dem Trio, der keine Noten lesen kann, will sich weiterhin dem Gitarrenspiel widmen, allerdings auch mehr der Familie. „Wir werden die Maulquappen vermissen“, sind sich die Drei einig, auch bei dem Satz: „Mann soll aufhören, wenn es am schönsten ist“. (rr-)

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