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Landkreis Ausgburg

12.04.2020

Diese Firmen im Augsburger Land stellen Desinfektionsmittel her

Desinfektionsmittel sind auch im Augsburger Land knapp.
Bild: Christian Beutler, dpa (Symbolbild)

Plus Unternehmen im Landkreis produzieren selbst Desinfektionsmittel. Der Erfolg dabei fällt aber sehr unterschiedlich aus.

Desinfektionsmittel werden in der Corona-Krise in vielen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Altenheimen und Apotheken gebraucht. Firmen aus dem Landkreis haben wegen des Mangels an Desinfektionsmittel Spendenaufrufe für Inhaltsstoffe gestartet oder trotz anderer Kernkompetenz angefangen, selber zu produzieren.

Die Chemie-Firma Witty aus Dinkelscherben ist auf Schwimmbadpflege und Wasserqualität spezialisiert und produziert auch Desinfektionsmittel für Alten- und Pflegeheime. Die dafür benötigten Rohstoffe Isopropanol und n-Propanol sind wegen der aktuell hohen Nachfrage knapp geworden. Deshalb startete Witty einen Spendenaufruf. Andere Unternehmen sollten helfen und Rohstoffe zur Verfügung stellen.

Desinfektionsmittel immer noch knapp in Dinkelscherben

Die Mittel sind wenige Wochen nach dem Spendenaufruf noch immer knapp in Dinkelscherben. Der Bedarf der Alten- und Pflegeheime, die sonst mit Desinfektionsmittel beliefert werden, kann nur teilweise gedeckt werden. Die Preise seien durch den Engpass deutlich gestiegen, sagt Witty-Einkäufer Florian Landgraf. Die Preise hätten sich zwischen 300 und 1500 Prozent erhöht, sagt er. Die Produktionsbedingungen für Witty bleiben schwierig.

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Das Lichttechnik-Unternehmen Osram mit einem Sitz in Schwabmünchen hat in der Corona-Krise angefangen, Desinfektionsmittel herzustellen. „Wir haben zuerst in Schwabmünchen getestet und dann die Mittel auf die anderen Standorte verteilt und mittlerweile beliefern wir auch externe Einrichtungen“, erklärt Osram-Pressesprecherin Kathrin Kienle.

Zahlreiche Anfragen bei Osram in Schwabmünchen

Derzeit sei Osram in Gesprächen mit Krankenhäusern und anderen Versorgungseinrichtungen wie Altenheimen oder Landratsämtern. Das Unternehmen arbeite täglich neue Anfragen von Krankenhäusern, Justizvollzugsanstalten oder Apotheken ab, sagt Kienle. Und die Produktion steigt: Derzeit stellt Osram 2000 Liter am Tag her, das Lager bietet Platz für bis zu 10.000 Liter.

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Bild: Marcus Merk

Osram nehme für die Desinfektionsmittel die handelsüblichen Preise wie sie vor der Corona-Krise galten: „Es geht uns nicht darum, Umsatz zu machen, sondern zu helfen“, erklärt Kienle.

Lieferschwierigkeiten machen Unternehmen im Landkreis Augsburg zu schaffen

Das Unternehmen wolle dort helfen, wo Lieferschwierigkeiten entstehen. Man möchte Versorgungseinrichtungen beliefern, die dringend Desinfektionsmittel brauchen.Das selbst produzierte Desinfektionsmittel wurde im eigenen Werk in Schwabmünchen schon länger angewandt. „Wir haben auch extern analysieren lassen, um die Qualität sicherzustellen“, sagt Pressesprecherin Kienle.

Auch das Landratsamt Augsburg stellt Desinfektionsmittel. Der stellvertretende Pressesprecher Jens Reitlinger sagt, die Führungsgruppe Katastrophenschutz verteile Desinfektionsmittel und auch Schutzausrüstung an Pflege- und Behinderteneinrichtungen, ebenso wie an Ärzte im Landkreis. Der Akute Bedarf soll gedeckt werden.

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