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Verkehr

16.04.2015

„Diese Trassenführung muss komplett vom Tisch“

Anhand einer ADAC-Karte aus dem Jahre 1975 informieren sich MdB Volker Ullrich und die Bürgermeister Franz Feigl (Königsbrunn, rechts) und Gerhard Mößner (Oberottmarshausen) über die damalige Planung von mehreren Autobahnen im Lechtal südlich von Augsburg.
Bild: Hermann Schmid

CSU-Politiker entschieden gegen die aktuelle Planung für die Augsburger Osttangente im Süden von Königsbrunn. Für die Region sei diese Schnellstraße aber dennoch wichtig

Ukraine-Krise, Griechenland und der Euro, die Flut der Asylbewerber in Deutschland – von den „Themen der Berliner Politik“, die der Abgeordnete Volker Ullrich – er vertritt den Stimmkreis Augsburg/Königsbrunn im Bundestag – bei seinem Bürgergespräch am Dienstagabend anschnitt, bewegte die Zuhörer vor allem eines: Das Projekt B2/Osttangente Augsburg, vor allem die vom Staatlichen Bauamt für die aktuelle Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) skizzierte Trassenführung im Süden Königsbrunns. Ullrich ist gegen diese Trasse, das hatte er bereits in einer Pressemitteilung deutlich gemacht (wir berichteten). Das habe er auch Innenminister Joachim Herrmann, dem obersten Verkehrsplaner im Freistaat, geschrieben.

Ullrich ist damit nicht allein, in der Runde gab es keine Stimmen für diese Lösung. Wohl aber wurde vor etwa 40 Zuhörern im Hotel Zeller in Königsbrunn darauf hingewiesen, dass die Region in einigen Jahren für ihre Entwicklung wohl dringend eine weitere Schnellstraße brauche.

„Das Staatliche Bauamt hätte die Planung so gar nicht in die Welt setzen dürfen“, unterstrich Ullrich nochmals seine Einstellung und betonte: „Diese Trasse hat keine Aussicht auf Erfolg!“ Denn zum einen schränke sie die Stadt Königsbrunn ein, laut Ullrich die mit 29 000 Einwohnern auf rund 18 Quadratkilometern „am dichtesten besiedelte Kommune im Landkreis Augsburg“, die sich nur noch nach Süden entwickeln könne. Zum andern führe diese Trasse „haarscharf“ an Schutzgebieten vorbei, in denen Trinkwasser für 300 000 Menschen gefördert wird. „Sie müsste für Gefahrgut gesperrt werden.“.

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Er schlug auch gleich eine Alternative vor: Von Mering aus entlang der bestehenden Starkstromleitung nach Süden, dann bei Prittriching über den Lech und zur B 17. „Vielleicht muss man da durch ein kleines Naturschutzgebiet“, räumte er ein, dann aber könne die Straße über Grundstücke des Bundes führen.

Für eine solche Planung machte sich auch der Oberottmarshauser Bürgermeister Gerhard Mößner stark – und zwar, wie er betonte, nicht in einer Art Florians-Prinzip nach dem Motto „Hauptsache, die Straße kommt weg von uns“, sondern aus Überlegungen für die künftige Entwicklung der Region.

„Diese Trassenführung muss komplett vom Tisch“, betonte er, aber die Region dürfe dennoch nicht auf eine weitere Schnellstraße verzichten. „In zehn bis 15 Jahren gibt es keinen Militärflugplatz mehr“, so Mößner, „und da haben wir die einmalige Chance, mit der Osttangente diesen Raum neu zu ordnen“. Dann werde das jetzt von der Bundeswehr genutzte Gelände für Firmen – oder auch Wohnbebauung – offen stehen. Darauf sollten sich die Kommunalpolitiker in der Region schon jetzt einstellen, appellierte Mößner. „Nur dagegen sein ist keine gute Lösung!“ Dann werde womöglich gar keine Schnellstraße östlich und südlich von Augsburg realisiert.

Wie Ullrich erläuterte, definiere der BVWP bei neuen Projekten keine Trasse, sondern nur Anfangs- und Endpunkte, hier von der A 8 bei Derching zur B 17 bei Oberottmarshausen. Dann wäre ihm ein Endpunkt „Kleinaitingen/Graben“ viel lieber, stellte Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl fest.

Das Thema wird am kommenden Dienstag vom Königsbrunner Stadtrat behandelt. Hier haben nun auch CSU und Grüne einen Antrag vorgelegt, der sich gegen die vorliegende Planung der Osttangente im Süden von Königsbrunn ausspricht. Neben Ullrich appellierten auch Mößner und der Königsbrunner SPD-Stadrat Florian Kubsch, man möge im Rat nicht nur die gegenwärtige Planung ablehnen, sondern auch Alternativen, die das Lechfeld erschließen, befürworten.

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