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Königsbrunn

26.06.2018

Digitaler Eckpfeiler für Sicherheit

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2 Bilder
93 Meter lang ist der Neubau der „Autorisierten Stelle Bayern“, von der aus das digitale Funknetz für Polizei und Rettungsorganisationen im Freistaat betreut wird. Die „Autorisierte Stelle Bayern“ hat Ende April 2018 auf dem Areal der Bereitschaftspolizei Königsbrunn ihre Arbeit aufgenommen. Am 25. Juni wurde sie feierlich eingeweiht.
Bild: Hermann Schmid

Bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn sitzt nun die bayerische Zentrale, die über den Digitalfunk der Behörden und Sicherheitseinrichtungen wacht.

Hatte sich der Vertreter der Landesregierung im Manuskript vergriffen? Innen-Staatsekretär Gerhard Eck wünschte unvermittelt den Zuhörern in der Turnhalle der Königsbrunner Bereitschaftspolizei „Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!“ Nein, das passte schon zur gestrigen Einweihung der „Autorisierten Stelle Bayern“ (ASBY). Das ist die bayerische Zentrale für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS).

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Es war eine humorvolle Anspielung darauf, dass Eck im November 2016 beim Hebauf des Neubaus auf dem Areal der Bepo angekündigt hatte, die Weihnachtsfeier 2017 der Abteilung werde schon im neuen Gebäude stattfinden. Nun hat der Umzug von München doch sechs Monate länger auf sich warten lassen. Gründe dafür nannte Eck gleich mehrere; eine überhitzte Bauwirtschaft, eine Firmenpleite, Terminverschiebungen und auch Rücktritte von Aufträgen hatten die Verantwortlichen im Staatlichen Bauamt zu meistern. Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl legte sich in seinem Grußwort bei einem anderen Großprojekt nicht so exakt fest. „Die Straßenbahn wird kommen!“, versicherte er, sie werde „Anfang der 2020er Jahre“ in Betrieb gehen. Er freute sich, dass die ASBY nach Königsbrunn und nicht „in die große Stadt auf der anderen Seite der Straße“ gekommen sei - und würdigte das Engagement seines „Vorvorvorgängers“. Fritz Wohlfarth hatte in den 1970er Jahren dafür gesorgt, dass sich die Bereitschaftspolizei in Königsbrunn ansiedelte.

Eck räumte auch ein, dass der Freistaat beim Aufbau dieses bundesweiten Digitalfunknetzes, der bereits Ende der 1990er Jahre ins Auge gefasst wurde, im Vergleich zu anderen Bundesländern im Verzug war. „Da hat man anfangs auf Bayern runter geschaut.“ Aber man habe hier „perfekt geplant und realisiert“, stellte er selbstbewusst fest, „wir sind bei unserem ersten Aufschlag schon weiter als die anderen“. Die bundesweite Einführung des Digitalfunks BOS sei eines der größten technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland, so Eck, diese Technik sei inzwischen „zu einem unverzichtbaren Führungs- und Einsatzelement geworden“. Auch sie habe Anteil daran, dass die Straftaten in Bayern (gemessen an der Bevölkerungszahl) das niedrigste Niveau seit 30 Jahren erreicht haben und die Polizei eine Aufklärungsquote von 64,4 Prozent vorweisen könne.

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Lob in diese Richtung kam von berufener Seite aus Berlin. Andreas Gegenfurtner, seit 2007 in der Spitze des Bundesamtes für den BOS-Digitalfunk, dankte auch den anwesenden Landtagsabgeordneten Carolina Trautner (CSU), Herbert Woerlein (SPD) und Johann Häusler (FW). „Diese Unterstützung ist nicht überall so.“ Er erkenne bei den Partnern im Freistaat klare Prioritäten: „Sicherheit für die Bürger, Sicherheit für die Einsatzkräfte - und Sicherheit für die Bundesrepublik“. Er betonte, dass man dies in der aktuellen und künftigen „Cyberwelt“ neu bewerten müsse. „Kommunikation ist unsere Lebensader geworden, so wie Essen und Trinken. Wenn die wegfällt, dann haben wir alle ein Problem!“ Er appellierte an die Politik auch in Berlin, hier ihre Prioritäten neu zu ordnen und bei neuen Frequenzen erst die Bedürfnisse staatlicher Stellen und danach die privater Firmen zu berücksichtigen. „Was ist wichtiger? Dass die Feuerwehr schnell kommt oder dass der Stromzählerstand elektronisch abgelesen wird?“ Den Aufwand, den der Freistaat für die „Autorisierte Stelle“ betrieben hat, skizzierte Baudirektorin Annette Bubmann. 2600 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Baustahl habe man verbaut, 82 Kilometer Datenkabel und 65 Kilometer Stromkabel verlegt. Das 93 Meter lange und 15 Meter breite zweigeschossige Gebäude habe eine besonders aufwendige Gebäudehülle und werde über eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher beheizt. In vielen Bereichen habe man Heiz-Kühl-Decken verbaut, mit denen die von den vielen EDV-Geräten erzeugte Wärme abgeführt wird. Sie wird in das Nahwärmenetz der Bepo eingespeist und versorgt die Gebäude der nahegelegenen Hundestaffel.

Zudem betont Annette Bubmann: Ihr Amt konnte zwar nicht den Zeitrahmen, aber immerhin den Kostenrahmen von 16,1 Millionen Euro einhalten.

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