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Langenneufnach

07.02.2019

Dorfplatz: Selbst Wasser und Sitze sind speziell

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2 Bilder
Die knallgelben Drehsitze verbinden Design und Funktion. In ihnen ist das Bewegungselement Dondola integriert. Damit hat der Dorfplatz eine Gemeinsamkeit mit der Elbphilharmonie in Hamburg.
Bild: S.P. Rupprecht

Aus einem öden Parkplatz vor einer überalterten Fassade schuf sich Langenneufnach einen einladenden Treffpunkt mit vielen kleinen Besonderheiten. Selbst bei Schnee kommt dies bereits zur Geltung

Wenn man Bürgermeister Josef Böck auf den neuen Dorfplatz anspricht, strahlt er: „Hier ist im Umfeld des Rathauses ein homogenes Gesamtensemble entstanden“, freut er sich. Die kürzlich vorgenommene offizielle Einweihung zählt er zum Höhepunkt in der jüngeren Geschichte von Langenneufnach. Und das ohne Wenn und Aber, wie er nachschiebt.

Die Euphorie lässt sich nachvollziehen. Vor rund neun Monaten befand sich auf der Südseite des Rathauses ein karger, asphaltierter Parkplatz, begrenzt von einem wenig einladenden alten Feuerwehrgebäude und dem ehemaligen Schulhaus.

Der alte Parkplatz wird Treffpunkt fürs Dorf

Daraus ist nun ein kleines architektonisches Juwel geworden – ein rund 600 Quadratmeter großer Dorfplatz, der mehr als nur diesen Namen verdient. Herausgekommen ist vielmehr ein Kommunikationstreff, der sowohl die jüngere als auch ältere Generation anspricht. „Dieses Areal soll das Miteinander fördern und auch pflegen“, wünscht sich Böck.

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Selbst unter den Resten des jüngsten Schnees ist zu erkennen: Möglich machen dies eine von der Rathausstraße her öffnende Platzfläche und großzügige Grünanlagen vor der alten Schule und dem Rathaus, die in den Platz hineinragen und diesen gliedern. „Schade, dass es jetzt Winter ist“, bedauert der Bürgermeister. „Wenn alles grünt und blüht, wird dieses Areal zu einem Schmuckstück.“ Hinzu kommen Sitzgelegenheiten aus Granitblöcken mit Holzauflagen.

Drehsitze sind gut für den Rücken

Ein Blickfang ist die Aufweitung der Platzfläche vor dem neuen Musikerheim. Im Norden präsentiert sich eine insgesamt circa 83 Quadratmeter große Glas-Stahl-Überdachung mit Windschutz. Aus ihr entwickelt sich bis in die Südwest-Hälfte eine Überdachung mit später begrünter Pergola aus Stahlelementen. „Ein Aufenthaltsbereich mit Wohlfühlatmosphäre“, wie Josef Böck schwärmt.

Hier stechen vor allem die knallgelben Sitze hervor. Sie verbinden gleichermaßen Design und Funktion. In die Sitzflächen ist das Bewegungselement Dondola integriert, das gemütliches Sitzen ermöglicht. „Damit hat unser Dorfplatz eine Gemeinsamkeit mit Sitzen in der Hamburger Elbphilharmonie“, schmunzelt Böck.

In diesem Umfeld mit Aufenthaltsqualität sticht auch der modern gestaltete Trinkwasserbrunnen ins Auge. Aus dem elanvoll geschwungenen Rohr vor dem meterlangen schmal gezogenen Becken läuft sogenanntes Grander-Wasser. Es hat angeblich eine verbesserte Wasserstruktur und stärkt die Selbstreinigungs- sowie Widerstandskraft, sagen die Anhänger des naturkundigen Johann Grander. Die Gemeinde Langenneufnach hat sich über diese und einzelne weitere Maßnahmen viele Gedanken gemacht. „Schon vor rund 15 Jahren hat es Überlegungen gegeben, wie die Umgestaltung des Rathausumfeldes durchgeführt werden könne“, erinnert sich der Bürgermeister.

Die Bürger sprachen bei der Planung mit

Erst nach zahlreichen Diskussionen, einer Unterschriftenaktion und in Bürgerversammlungen wurden Schritt für Schritt die Schwerpunkte der Umgestaltung besprochen und schließlich festgelegt. Danach blieben von fünf Bereichen noch zwei übrig: die Zufahrt zum Schützenheim und der Dorfplatz mit dem Rathausumfeld. Böck spricht dabei dem ausführenden Ingenieurbüro, den Firmen und Handwerkern ein dickes Lob aus. In nur neun Monaten sei das Projekt gestemmt worden, berichtet er.

Es sei eine ausnahmslos hervorragende und positive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gewesen. Eine Unstimmigkeit habe es lediglich bei der Treppe zum Friedhofseingang gegeben. Die sei zunächst um 25 Zentimeter falsch gebaut, doch anstandslos und zügig nachgebessert worden, so das Gemeindeoberhaupt.

Was er sich auf dem Dorfplatz vorstellen kann? „Er lädt zu Konzerten ein, zur Maibaumaufstellung, aber auch zum Pfarrfest“, meint Böck. Auch die Vereine hätten bereits die eine und andere Idee geäußert. „Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass der Platz sehr gut angenommen wird.“

Doch die Umgestaltung des Dorfplatzes ist längst nicht alles. So wurde auch ein Teilbereich der Rathausstraße verkehrsberuhigt ausgebaut sowie Parkplätze, behindertengerechte Verkehrsinseln und Fußwegübergänge mit Blindenleitsystem angelegt. Weiter wurden 14 Straßenlampen aufgestellt und 48 Bäume und viele Sträucher neu gepflanzt. Nicht zu vergessen eine Ladestation für Elektrofahrzeuge mit zwei speziell dafür ausgewiesenen Parkplätzen. Auch das körperliche Wohlbefinden kommt nicht zu kurz: An der Einmündung in die Schulstraße wartet eine Fläche mit Mehrgenerationen-Fitnessgeräten auf.

Das Schmuckstück hat natürlich seinen Preis. Josef Böck schätzt die Gesamtinvestition – Schlussrechnungen stehen noch aus – auf rund 1,3 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Dorfplatz circa 1,172 Millionen Euro. Öffentlich gefördert wurde das Projekt mit rund 495 000 Euro an Zuschüssen.

Hierzu ein Kommentar: Ein Platz fürs Miteinander

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