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Königsbrunn

21.07.2020

Drei Königsbrunner Gymnasiasten schaffen die Traumnote 1,0

Schulleiterin Eva Focht-Schmidt zeichnete Julia Deuringer und Manuel Hagen für die Traumnote 1,0 aus. Auf dem Bild fehlt Theres Ziche.
Bild: Thorsten Braunbarth

Plus Die Entlassfeier des Gymnasium Königsbrunn fällt deutlich kleiner aus. Was Schulleiterin Eva Focht-Schmidt ihrem letzten Abiturjahrgang mit auf den Weg gibt.

Den großen Festakt vergangener Jahre hat es nicht gegeben, ein freudiger Anlass war die Verleihung der Abiturzeugnisse am Königsbrunner Gymnasium aber allemal. Am vergangenen Freitag konnte die Schulleiterin Eva Focht-Schmidt am Ende ihrer Dienstzeit dem Abiturjahr 2020 die Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife überreichen. „Ja, ich gebe Ihnen Recht: Auch ich hätte mir den Abschied vom Gymnasium Königsbrunn ein bisschen anders vorgestellt!“, merkte Eva Focht-Schmidt zu Beginn ihrer kurzen Ansprache an.

Selbst die kleine Musikdarbietung entfällt corona-bedingt

Der Terminkalender der Schule hatte es bereits angekündigt: In diesem Jahr konnte für die Abiturklasse keine „Entlassfeier“ vorbereitet, sondern lediglich eine „Zeugnisverleihung“ unter Einhaltung der Hygienebedingungen geplant werden. Und nach dem Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vom 9. Juli zum Vollzug des Infektionsschutzgesetzes war klar, dass auch die kleine musikalische Darbietung mit Klavier und Gesang im letzten Moment gestrichen werden musste.

Der Veranstaltungsort war allen vertraut von so mancher Sportstunde und den Abiturprüfungen in Deutsch. Dieses Mal waren die Stühle zwar erneut mit dem erforderlichen Mindestabstand aufgestellt, sie standen aber nicht mehr in exakten Reihen hintereinander, sondern im Halbrund da. Das Hausmeisterteam hatte zudem für eine stimmungsvolle Beleuchtung gesorgt und die Jugendlichen durften anders als in der Prüfung Sichtkontakt zueinander aufnehmen und sogar ihr Handy nutzen.

Königsbrunner Abiturienten liegen knapp über dem Landesdurchschnitt

Dank der großen Anstrengungen von allen Seiten – des Abschlussjahrgangs, der Oberstufenkoordinatoren Karin Schreitmüller und Martin Hoffmann, der Lehrkräfte, dem Hausmeisterteam und auch der Schulleitung – konnten alle Abiturprüfungen durchgeführt werden. Auch der Notenschnitt unterstreicht letztlich, dass der eingeschlagene Weg wohl der richtige war: Denn mit einem Schnitt von 2,32 kommt das Ergebnis am Gymnasium Königsbrunn dem Abiturschnitt aller bayerischen Abiturienten von 2,25 relativ nah.

Damit verlässt ein Jahrgang die Schule, dessen Schnitt besser als der von verschiedenen Vorjahren ist. Vielleicht gerade wegen Corona? War die ruhige Zeit zum Lernen förderlich oder das Verschieben der Prüfungen? Oder waren es die vielen Möglichkeiten, auf unterschiedlichen Kanälen der Lehrkraft Fragen zu stellen? Oder hatten alle Beteiligten bereits vorher alles richtig gemacht? Die Schulleiterin zumindest erklärte: „Sie hatten siebeneinhalb relativ normale Schuljahre am Gymnasium – mit ein bisschen Kopfrechnen sind das 90 Monate. Anschließend waren die letzten zwei Monate bestimmt durch das Virus, also rund zwei Prozent Ihrer gymnasialen Schulzeit.“ Focht-Schmidt fuhr fort: „In gut siebeneinhalb Jahren also konnten Sie lernen in der gesamten Klasse, sich austauschen mit Lehrkräften, mit Mitschülern, konnten sich in der Schule engagieren: im Sport, in der Musik, in der SMV, durch das Nachbauen unserer Schule als Legomodell für die 50-Jahr-Feier. Viele von Ihnen haben sich eingebracht in die Gestaltung des Schullebens und erst ab März war vieles davon nicht mehr in dieser Normalität gegeben.“

Und sie waren „mit Abstand die Besten“. Dreimal gab es in diesem Jahr den Abiturschnitt von 1,0: Julia Deuringer, Manuel Hagen und Therese Ziche erreichten die Traumnote. Zwei Schüler wurden von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) für ihre besonderen Leistungen in der Physik gewürdigt: Manuel Hagen und Julian Fleck.

Schulleiterin mahnt Abiturienten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen

Zum „Profil und Anspruch des bayrischen Gymnasiums“ führt der Lehrplan für das Gymnasium aus: „Ein wichtiger Bestandteil gymnasialer Bildung ist das Anliegen, den Kindern und Jugendlichen ihre Verantwortung für sich selbst und für andere bewusst zu machen. Die Schüler sollen die Bedeutung angemessener Verhaltensweisen gegenüber ihren Mitmenschen erfahren und dabei auch die Achtung, den Respekt und die Rücksichtnahme lernen, die im Zusammenleben von Menschen erforderlich sind.“

Manuel Hagen (links) und Julian Fleck wurden für ihre besonderen Leistungen im Fach Physik ausgezeichnet.

In diesem Sinne führte Eva Focht-Schmidt aus: „Mit diesem Zeugnis der Reife gehen Sie auch Verpflichtungen ein. Die größte davon ist sicherlich, das Leben jetzt zunehmend selbst in die Hand zu nehmen und das eigene Verhalten sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber verantwortungsbewusst zu gestalten. Und dazu gehört auch ein überlegter Umgang bezüglich der durch Corona notwendigen Auflagen und das Bewusstsein dafür, dass wir mit neuen naturwissenschaftlichen Realitäten leben müssen, ob es nun um den Klimawandel geht oder die Herausforderungen durch Corona.“

Ein bewusster Schritt in eine selbstverantwortete aktive Zukunft wurde noch im Rahmen der kleinen Feier getan: Dieses Mal durften sich jedes Mitglied des Abiturjahrgangs das von den Kursleitern in Deutsch und Mathematik bereitgelegte Abiturzeugnis selbst nehmen. Als kleine Geste der Anerkennung erhielt jeder Schüler vom Förderverein der Schule einen klimafreundlichen Getränkebecher „to go“ zusammen mit einer Grußbotschaft. (AZ)

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