Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Drei Virtuosen spielen melancholische Meisterstücke

Konzert

28.11.2018

Drei Virtuosen spielen melancholische Meisterstücke

Die drei Künstler zogen ihre Zuhörer in ihren Bann.
Bild: Petra Manz

Salome Ryser, Sophia Rieth und Peter Bader entführen die Zuhörer in die Zeit des englischen Barock

Ein Konzert der besonderen Art entrückte die Zuhörer in der St.-Ulrich-Kirche in Königsbrunn in die Zeit der englischen Barockmusik. Dort spielten drei Virtuosen im Schein der brennenden dicken weißen Kerzen, die am Altar, an den Seiten des Kirchenschiffes und auf den Kirchenbänken verteilt waren, Kompositionen, die für die königliche Kapelle, die „Chapel Royal“, am englischen Hof entstanden.

Eine melancholische intime Atmosphäre, die die Zuhörer unweigerlich mit den Sinnen in die Barockzeit zog und aufwendige Kleidung und weiße Haarperücken vor dem geistigen Auge erstehen ließ. „Melancholy“ war das bestimmende Lebensgefühl der Zeit und spiegelte sich auch in der Musik wider. Zu den bekanntesten Vertretern dieses Musikgenres zählt Georg Friedrich Händel (1685-1759), „der Sachse“, wie er meist genannt wurde. Er reiste durch Europa, um seinen eigenen Stil zu entwickeln, knüpfte musikalische Freundschaften und pflegte mit den meisten der in diesem Konzert vorgeführten Komponisten einen intensiven Austausch. In England fand er seine Wahlheimat und in London sein neues musikalisches Zuhause.

Salome Ryser am Barockcello, Sophia Rieth, Flötenvirtuosin, und Peter Bader an den Cembalos waren von Kirchenmusiker Christoph R. Gollinger nicht zum ersten Mal nach Königsbrunn gerufen worden. Alle drei zeichnen sich durch Qualifizierung, Erfahrung und vor allem Virtuosität an ihrem Instrument aus, wie Gollinger lobte.

Sophia Rieth gab den Zuhörern Einführungen zu den jeweiligen Stücken. Den Anfang machte Händels musikalischer Freund Georg Philipp Telemann und seine „Sonate in f-Moll“, der im Verlauf des Konzerts noch die „Sonate in C-Dur“ nachfolgte. Für den Komponisten Matthew Locke und seine „Suite No. 4“ wechselte Peter Bader dann auf das zweite, mitteltönige, Cembalo, um den für das Ohr sich „schräg“ anhörenden Klang des für Lockes Zeit so typischen Cembalos wiederzugeben, erläuterte Sophia Rieth. Zu hören waren im weiteren Verlauf das Preludio von Nicola Matteis und Francesco Gemiani mit der Sonate für Violoncello und b.c. op.5 No.2. Mit John Jenkins (1592-1678) „The Lady Katherine Audley’s Bells“ stand ein weiteres berühmtes Stück auf dem Spielplan.

Zum Abschluss spielten die drei Virtuosen Händels „Sonata per il Flauto e Basso“, die mit einem musikalischen „Furioso“ ausklang und das Zitat von E.T.A. Hoffmann klangvoll umsetzte: „Georg Friedrich Händel unternahm es, das große wunderbare Geheimnis der Religion in Tönen zu verkünden.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren