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Schwabmünchen

21.05.2020

Drogeriemarkt Müller verlässt Schwabmünchens Zentrum

Hier in der Augsburger Straße gegenüber des Norma-Marktes will der Drogeriemarkt Müller seine neue Filiale in Schwabmünchen bauen. Parkplätze sind bereits zahlreich vorhanden.
Bild: Carmen Janzen

Plus Der Drogeriemarkt Müller verlässt Schwabmünchens Zentrum und baut am Stadtrand neu. Damit verliert die Innenstadt einen weiteren Publikumsmagneten.

Jahrelang hat die Stadt Schwabmünchen versucht, den Müllermarkt in der Innenstadt zu halten. So ein Drogeriemarkt ist schließlich ein Kundenmagnet im Zentrum. Viele Schwabmünchner kennen eine Innenstadt ohne den Markt mit den orangefarbenen Buchstaben gar nicht. Das wird sich nun ändern. Denn ein Drogeriemarkt zieht jetzt an den Stadtrand.

Schon längere Zeit liebäugelt der Markt mit einem größeren Laden in der Augsburger Straße 60 gegenüber Norma. Dort beträgt die reine Verkaufsfläche 950 Quadratmeter. Die knapp 500 Quadratmeter in der Fuggerstraße reichen der Geschäftsführung nicht mehr aus, um ein breites wie tiefes Sortiment präsentieren zu können.

Schwabmünchens Drogeriemarkt Müller braucht mehr Platz

Der Umzug gefiel der Stadt allerdings gar nicht, weil er nicht ins Konzept zur Stärkung des Einzelhandels im Zentrum passt. Deshalb gab es für den Neubau zunächst eine Ablehnung. Für den Bebauungsplan müsse ein Sondergebietes ausgewiesen werden, war der Stadtrat überzeugt. Den Bebauungsplan braucht es nicht, teilte hingegen das Landratsamt mit. Auch die Regierung von Schwaben prüfte das Vorhaben und erklärte es für raumplanerisch zulässig.

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Der Einzelhandelsgutachter der Stadt kam schließlich zum Ergebnis, dass für ein Mittelzentrum wie Schwabmünchen ein Müllermarkt am neuen Standort besser sei als gar keine Drogerie in der Stadt. Denn eines machte Müller schnell klar: Am jetzigen Standort bleibt er nicht. Entweder der Drogeriemarkt zieht in die Augsburger Straße oder er zieht sich komplett aus Schwabmünchen zurück.

Versuche, den Markt möglichst zentral zu behalten, zum Beispiel in einem Neubau in der Mindelheimer Straße, scheiterten an mangelnden Parkplätzen. Davon gibt es am neuen Standort mehr als genug – und viel mehr als Norma nutzen kann.

Reaktion auf Müller-Umzug: "Besser dort als nirgends"

Diskussionen gab es in der jüngsten Sitzung des Schwabmünchner Bauausschusses trotzdem. Eine unglückliche Situation, befand Stadtrat Hans Pfänder (Grüne): „Wir sind im Konflikt und können ja gar nicht anders als zustimmen“, sagte er. Das wollte Bürgermeister Lorenz Müller nicht so stehen lassen: „Wir können schon. Wir könnten heute ablehnen, aber dann könnte auch das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzten.“ Das hätte die Sache dann eventuell noch kurzzeitig hinausgezögert. Verhindert hätte sie den Umzug nicht. Der Bürgermeister argumentierte, dass die Stadt mit dem Umzug zwar die Kundenfrequenz nicht in der Innenstadt habe, dafür aber andernorts in Schwabmünchen. „Besser dort als nirgends“, sagte er.

Und es ist ja nicht so, als stünde der geplante Müller-Mark-Neubau völlig dezentral in der Diaspora – im Osten schließt dort das Baugebiet Breitlehen an und in der Nachbarschaft gibt es Autohäuser, eine Tankstelle, ein Möbelhaus, ein Fitnessstudio, ein Fast-Food-Restaurant und den Wertstoffhof. Letztendlich stimmte der Bauausschuss geschlossen dem Umzug zu. Was nach dem Auszug mit dem leeren Gebäude in der Fuggerstraße passiert, ist unklar. Zwar habe die Stadtverwaltung bei der Drogerie-Konkurrenz Rossmann angefragt, ob dort eine Filiale einziehen möchte. Aber Rossmann lehnte ab. Der grund: Die Fläche ist zu klein. Außerdem ist das Grundstück recht schmal.

Schwabmünchens Innenstadt verliert einen weiteren Magneten

Der Umzug des Kundenmagneten Müller wird die Diskussion um die Zukunft der Schwabmünchner Innenstadt wieder entfachen. Mit der Schließung des Sportgeschäfts Fasser Ende Februar verlor die Schwabmünchner Innenstadt ein weiteres Geschäft. Im Dezember machte das traditionsreiche Modehaus Weckmer zu, weil das Inhaber-Ehepaar in Rente ging. Viele Einzelhändler befinden sich in einer schwierigen Situation: Die Corona-Krise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung, dazu kommt die Baustelle vor der eigenen Türe: Die Fuggerstraße wird neu gestaltet. Sie soll die Innenstadt zwar langfristig attraktiver machen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. (mit mcz)

Lesen Sie hier mehr zum Thema Baustelle und Innenstadt.

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21.05.2020

Es war wohl die einzig richtige Entscheidung. Aber ich befürchte, dass die Stadtverwaltung mit ihren Verantwortlichen das Rennen um eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt trotz neuer Mitte und Umgestaltung der Fuggerstraße nicht mehr gewinnen kann und sich
hier bereits auf der Verliererstraße befindet. Hier rächen sich auch Fehler der Vergangenheit, für die aber frühere Stadtregierungen verantwortlich waren. Auch hier wird sich deshalb leider auch die Erkenntnis "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" bewahrheiten und durchsetzen.
Unsere Innenstadt, die im Lauf der Jahre immer mehr ihren Charakter verloren hat, hätte es besser verdient.

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