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Nach dem Amoklauf

12.03.2009

Drohungen gibt es an vielen Schulen

Wütend, betroffen, schockiert und erschüttert reagierten gestern die befragten Chefs der Schulen im Landkreissüden auf die grauenvollen Vorgänge an der Realschule in Winnenden. Jeder dachte gleich an seine eigene Schule, niemand wollte sich da ein derartiges Horrorszenario ausmalen.

Landkreis Augsburg. Wütend, betroffen, schockiert und erschüttert reagierten gestern die befragten Chefs der Schulen im Landkreissüden auf die grauenvollen Vorgänge an der Realschule in Winnenden. Jeder dachte gleich an seine eigene Schule, niemand wollte sich da ein derartiges Horrorszenario ausmalen. Alle waren sich aber auch einig, dass die totale Sicherheit um und in einem Schulgebäude nicht herstellbar ist, auch wenn nach Erfurt ein Sicherheitspaket an allen Schulen zusammen mit der Polizei geschnürt wurde. Keiner wollte aber auch einen Hochsicherheitstrakt aus seiner Anstalt machen oder amerikanische Verhältnisse mit Security-Leuten, Eingangskontrollen per Scanner oder Ähnlichem herstellen. "Wir sind Pädagogen und wollen an unserer Schule Freiheit zeigen und auch leben", meinte unter anderem Markus Rechner, Rektor an der Realschule in Schwabmünchen.

Vor allem viele Grundschulen, unter anderem in Schwabmünchen, sind während der Unterrichtszeit abgeschlossen. Bei höheren Schulen ist dieses Vorgehen anscheinend nicht denkbar, da dort zu viel Unterrichtsdifferenzierung und individuelle Zeitgestaltung sowie Parteiverkehr möglich sein müssen.

Schutz vor Gewaltübergriffen wollen die Schulleiter alle durch Prävention erreichen: "Wir versuchen, frühzeitig Signale zu erkennen und die Probleme bei den Schülern pädagogisch aufzuarbeiten", betont Werner Liessel, Leiter des Gymnasiums Königsbrunn. Und seine Schulleiterkollegen gehen mit ihm da konform. "Wir müssen mehr an der positiven Verstärkung und gegen Aggressionspotenzial bei unseren Schülern arbeiten", erklärt Germana Winkelbauer, Chefin am Gymnasium in Schwabmünchen.

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Doch dass den Lehrern bei aller Gesprächsbereitschaft aufgrund der Fülle des Stoffes und des Notendrucks zeitweise die Hände gebunden sind, auch das ist klar. Deshalb ist auf allen Schulebenen der Ruf nach pädagogischer und psychologischer Unterstützung laut. Manche Schulen haben beides, andere keins von beidem. Sie behelfen sich dann mit Beratungs- und Verbindungslehrern, Stufenbetreuern sowie Krisenteams, Tutoren, Projekten gegen Aggression und Ähnlichem.

Trotzdem, die Probleme an den Schulen häufen sich, der Druck auf die Schüler, von außen und aus sich selbst heraus, wächst immer mehr. Mobbing scheint ein allgegenwärtiges Thema. Fast alle Schulleiter haben zugegeben, dass es gegen ihre Schule, gegen Lehrer, die Chefs oder gegen die Institution an sich schon Drohungen gegeben hat. Zu ernsthaften Zwischenfällen sei es bisher nicht gekommen. "Gespräche können zum Aggressionsabbau extrem beitragen", weiß zum Beispiel Erhard Panhas von der Grundschule Schwabmünchen.

Und sein Königsbrunner Hauptschulkollege Walter Braunmiller meint: "Jetzt gibt es wieder viele Vorschläge zur Vermeidung solcher Vorfälle wie in Winnenden. Und wenn sich der Sturm der Entrüstung wieder gelegt hat, dann geschieht ja doch wieder wenig. Wir müssen die Probleme in unserer Gesellschaft wesentlich ernster nehmen und endlich anfangen ernsthaft aufzuarbeiten."

Und auch da herrscht große Einmütigkeit bei den Schulleitern.

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