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Bobingen

30.08.2017

Ein Abriss in Bobingen im Schnelldurchgang

Bei einem Teil der alten Kirchenmauer im Norden der Pfarrkirche St. Felizitas bestand Einsturzgefahr. Das bestätigte ein Gutachten. Jetzt wurde das rund 30 Meter lange Mauerwerk abgerissen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

An der Bobinger Stadtpfarrkirche wird kurzfristig ein Teil der denkmalgeschützten Kirchenmauer entfernt. Trotzdem handelt es sich nicht um eine Nacht- und Nebelaktion. Was jetzt gebaut wird und wie es mit der Kastanie daneben weitergeht.

Man musste kein Fachmann sein: Auch der Laie sah, dass sich die alte Kirchenmauer an der Nordseite der Bobinger Stadtpfarrkirche St. Felizitas in einem baufälligen Zustand befand. Eine Sanierung kommt jetzt allerdings nicht mehr infrage, zumindest nicht für den mittleren Teil des dortigen Mauerwerks. Es wurde am Wochenanfang mit schwerem Gerät abgerissen. Der Abbruch sei kurzfristig umgesetzt worden, nachdem die verantwortlichen Stellen dazu grünes Licht gegeben haben, teilten Stadtbaumeister Rainer Thierbach und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Patrick Schindler auf Nachfrage mit.

In der Tat: Zwischen offizieller Abbruchgenehmigung und Abriss vergingen nur einige Tage. Von einer Nacht- und Nebelaktion kann aber nicht gesprochen werden. Ausgangspunkt war vielmehr ein Ende Juli gefertigtes Gutachten über das Teilstück der nördlichen Kirchenmauer. Hintergrund dazu waren die laufenden Bauarbeiten auf dem angrenzenden Grundstück. Dort entstehen Wohneinheiten und eine Tiefgarage. Zu diesem Zeitpunkt zeigten sich dem Laien bereits brüchige Abdeckungen, ramponierte Putzreste und ein baufälliger Gesamteindruck. „Der Prüfstatiker hat festgestellt, dass in diesem Bereich die rund 30 Meter lange Mauer nicht mehr standfest ist“, sagt Stadtbaumeister Rainer Thierbach: „Im Klartext heißt das, dass Einsturzgefahr besteht.“

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Patrick Schindler bestätigte den Sachverhalt. Zwei Faktoren seien vor allem für den Abriss entscheidend gewesen, betonte er. Einmal, dass das Mauerwerk teilweise kein Fundament besessen, zum anderen, dass es durch den jetzigen Niveauunterschied an Standfestigkeit verloren habe.

Entscheidung ist einstimmig gefallen

Auch das Landratsamt erkannte die akute Einsturzgefahr. Es stimmte dem Abbruch des denkmalgeschützten Mauerstücks zu. Zudem sei eine formelle Zustimmung durch die Stadt Bobingen erfolgt, ergänzte Thierbach. „Der Bau- und Umweltausschuss hat in einer Sondersitzung den Abriss befürwortet.“ Die Entscheidung dazu sei einstimmig gefallen. „In dieser Sache erfolgte ein enger Schulterschluss zwischen Kirchenverwaltung, Diözese, Landratsamt, Denkmalpflege und Stadt“, resümierte Schindler.

Da der Abriss sehr kurzfristig über die Bühne ging, war die Aktion auch Thema beim letzten Pfarrgottesdienst. „Wir haben hier die Pfarrgemeinde sofort von dem Abbruch der Kirchenmauer unterrichtet“, erinnerte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Damit sei vor der Durchführung Transparenz in der Öffentlichkeit geschaffen worden.

Vorderer und hinterer Mauerteil bleiben unangestastet

Die abgerissene Mauer wird durch eine neue ersetzt. Auch dies geschehe in enger Absprache mit der Denkmalpflege, sagt Schindler weiter. An das neue Mauerwerk grenze dann direkt der geplante Kinderspielplatz des benachbarten Grundstücks. Unangetastet bleiben auf der Nordseite übrigens der vordere und hintere Mauerteil. Ebenso wie die mächtige, direkt an der alten Kirchenmauer stehende Kastanie. Darauf werde er peinlich achten, versprach Stadtbaumeister Rainer Thierbach. Der Baum liege ihm sehr am Herzen.

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