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Rock-’n’-Roll-Day

19.05.2015

Ein Ausflug in die 1950er-Jahre

Viele Paare tobten sich zum Boogie-Woogie auf der Tanzfläche im Saal der Jugendfreizeitstätte Matrix aus.
Bild: Angela Frisch

Im Matrix musste man nicht die Augen schließen, um sich auf eine Reise in die frühen Jahre von Elvis zu begeben

Wer am Samstagabend an der Königstherme vorbei nach Süden zur Jugendfreizeitstätte Matrix spazierte, der konnte sich in die 1950er-Jahre zurückversetzt fühlen: Chromverzierte Oldtimer standen vor dem Gebäude, vor denen immer wieder junge Damen mit Petticoats oder Latzhosen posierten. Aus dem Innern drang leise der Klang von fetzigen Rock ’n’ Roll – der schlagartig lauter wurde, wenn man den großen Saal des Matrix betrat. Dort lösten sich am Samstag mehrere Bands ab – etwas ruhiger wurde es nur, als die fünf Kandidatinnen um den Titel der „Miss Rockabella“ vor die rund 200 Besucher traten.

Da hatten Ace Shawn & the Rockets mit hundertprozentigem Rockabilliy den Gästen schon ordentlich eingeheizt. Frontman Ace alias Axel Schuch, bekannt vom Augsburger Cadcatz Trio, spielte hier mit neuer Begleitung. Er bleibe daneben aber den Cadcatz weiter treu, betonte der Sänger und Gitarrist, den viele auch als Mitarbeiter vom BRK-Kreisverband kennen.

Auch die Tanzfläche war hochkarätig besetzt. Aus dem TSC dancepoint waren eine ganze Reihe Boogie-Woogie-Tänzer gekommen. Dort hatten am Nachmittag die süddeutschen Meisterschaften stattgefunden, nun feierten viele Teilnehmer beim Rock-’n’-Roll-Day ihre „After-Dance-Party“. Zum Feiern hatten sie allen Grund: Die süddeutschen Vizemeister Kathrin Kuschal und Christian Adler konnten ihren Titel verteidigen.

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Sie brachten hohen Besuch mit ins Matrix: Flora aus Frankreich und Thorbjörn aus Norwegen, die amtierenden Weltmeister im Boogie-Woogie. Beim Auftritt der zweiten Band, den Redback Spyders aus Kaufbeuren, zeigten die Tänzer, was sie drauf haben. Immer wieder sah man akrobatische Figuren.

Die Tänzer zogen Musiker wie Besucher in ihren Bann. Man konnte deutlich spüren, wie sich Band und Tänzer gegenseitig hochschaukelten. „Das sind die seltenen Momente, wo zur richtigen Zeit am richtigen Ort alle zusammen sind“, beschrieb Pit Granz vom Matrix-Team dieses Erlebnis.

Für fröhliche Stimmung sorgte an diesem Abend die mit Spannung erwartete Wahl der „Miss Rockabella“ (siehe eigener Bericht). Ab Mitternacht gab es dann noch mal so richtig wilden Rockabilly von den Booze Bombs aus dem Schwarzwald mit ihrer stimmgewaltigen Frontfrau Anni Leopardo.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtete Organisator Carsten Thurow die neue Location während der Veranstaltung. „Nichts ist mehr wie früher. Aber jetzt, wo das Haus mit Menschen gefüllt ist, ist das schon eine tolle Sache.“ Im Vergleich zum letzten Jahr seien diesmal „viel mehr Leute auf einmal gekommen“ freut er sich über rund 200 Besucher.

„Die Szene wird größer“, stellt auch Wilhelm Groß, Boogie-Woogie-Abteilungsleiter im TSC dancepoint, fest. Besucher „Bobby“ aus Bobingen ist schon seit seinem 16. Lebensjahr in der Szene, „weil’s nix besseres gibt“. Er fuhr mit seinem alten Ford Sedan, Baujahr 1947, vor und gesellte sich damit gleich zum Ford Coupé aus demselben Baujahr, mit dem Jörg aus Oberschleißheim angereist war.

Pit Granz fand die Veranstaltung am neuen Ort eindeutig besser als in den Vorjahren: „Alles ist ebenerdig, die Luft ist viel besser, wir haben hohe Decken, auch gibt es keine direkten Anwohner, die sich gestört fühlen könnten“, stellte er zufrieden fest. „Letztes Jahr stand es auf der Kippe, ob diese Veranstaltung noch mal stattfindet. Jetzt ist klar: Das geht weiter!“

Für die nächsten Auftritte wünschen sich die Musiker allerdings noch einige Verbesserungen für die Akustik der Halle. „Es fehlen auf jeden Fall noch Stoffe für die Schalldämmung“, so Bassist O‘Lee von den Redback Spyders, und auch an der Ausstattung der Bühne sollte noch was geändert werden.

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