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Bobingen-Siedlung

15.03.2019

Ein Bauprojekt schlägt weiter hohe Wellen

Die Bauwerber hatten Planskizzen und ein Modell mitgebracht: So könnten die Gebäude an der Winterstraße in Bobingen-Siedlung einmal aussehen.
Bild: Elmar Knöchel

Bei der CSU-Stadtteilversammlung in Bobingen-Siedlung geht es um das Wohnhaus an der Winterstraße. Wie das Stimmungsbild bei den Anwohnern aussieht.

Emotionen waren durchaus dabei, als am Donnerstag in der Siedler Schlossbergschänke die CSU-Stadtteilversammlung praktisch nur ein Thema hatte: das Bauprojekt an der südlichen Winterstraße.

Bereits im Vorfeld wurde lange und kontrovers über das Projekt diskutiert, zuletzt bei der Stadtteilversammlung der SPD. Um den Anwesenden eine möglichst bildliche Vorstellung vom geplanten Erweiterungsbau zu vermitteln, hatte das Investoren-Ehepaar Caroline und Thomas Aubele ein kleines Modell und mehrere Skizzen mitgebracht.

Schnell wurde klar, dass es sowohl Bedenken gegen das Projekt gibt, als auch Zustimmung. Wobei die Bedenkenträger erwartungsgemäß die „lautere“ Stimme hatten. Zustimmung wird meist leiser geäußert. Vor allem Anwohner rund um das Grundstück stoßen sich an der Anzahl und Ausführung der erforderlichen Stellplätze zur Straße hin. Sie befürchten eine optische Verschlechterung des Bereichs und gleichzeitig ein steigendes Verkehrsaufkommen.

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Schwierig, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen

Es sei natürlich schwierig, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen, erklärte Thomas Aubele. Denn die Anzahl der Stellplätze sei nun einmal durch die Stellplatzsatzung der Stadt Bobingen festgelegt und nicht verhandelbar. Wenn man diese möglichst nahe an die Straße platziere, habe man mehr Spielraum für die dahinter liegenden Grünanlagen. Dass mehr Wohnungen letztlich mehr Verkehr bedeuten würden, liege in der Natur der Sache.

Bereits vorher hatte Fraktionsvorsitzende der CSU im Stadtrat, Klaus Förster, die Gründe seiner Fraktion für eine Zustimmung zu dem Projekt dargelegt: „Es wird neuer Wohnraum geschaffen. Das bedeutet mehr Kaufkraft in der Siedlung und letztlich mehr Wohnqualität.“ Dass mehr Wohnraum benötigt werde, zeige laut Förster die Tatsache, dass die 18 Wohnbaugrundstücke die im Neubaugebiet an der Herbststraße vergeben worden sind, vierfach überzeichnet waren. „Die Nachfrage nach Wohnraum in der Siedlung ist nach wie vor groß“, sagte Förster.

Erwartete Erhöhung von zwei Metern zu verschmerzen

Er könne aber die Bedenken der Anwohner verstehen. Letztlich bedeute das Projekt Veränderungen in deren direktem Umfeld. Allerdings sei die zu erwartende Erhöhung der Gebäude mit höchstens zwei Metern, laut Investor Aubele, durchaus zu verschmerzen. Die Diskussion wurde weitgehend ruhig und sachlich geführt.

Eine Ausnahme stellte der Moment dar, in dem eine Anwohnerin ihre Bedenken zu den Stellplätzen, untermauert von genauen Flächenangaben zum Grundstück, vorbrachte. Ihr warf Thomas Aubele „Stimmungsmache“ vor und, dass es nicht in Ordnung sei, mit einem Zollstock „bewaffnet“, unerlaubt auf einem Privatgrundstück Flächen zu vermessen.

Der zweite Aufreger des Abends war, als SPD-Mann Robert Greisl den anwesenden CSU-Stadträten Unkenntnis der anzuwendenden Bauvorschriften vorwarf und den Paragraf 34 des Baugesetzes zitierte. Herwig Leiter, Mitglied des Bauausschusses der Stadt, bedankte sich für die Ausführungen mit den Worten: „Danke für die Lehrstunde in Baurecht“, stellte dann aber klar, dass seiner Meinung nach die Architekten des Investors und die Mitglieder des Bauausschusses durchaus in der Lage seien, das Baurecht richtig zu interpretieren. Die letzte Entscheidung läge nun im Landratsamt beim Kreisbaumeister. Man könne sich darauf verlassen, dass dort kein Bauantrag genehmigt werden wird, der nicht den Vorschriften entspricht.

Bewohner der Anlage mehrheitlich einverstanden

Auffällig an diesem Abend war, dass die anwesenden Bewohner der betroffenen Wohnanlage in der Mehrheit dem Projekt positiv gegenüber stehen. Sie vertrauen auf die Aussage des Ehepaars Aubele, dass die Bestandsmieten nicht steigen würden, wenn das Projekt in der geplanten Form durchgeführt werden könne. Gleichzeitig würden die Mieter auch von dem Erweiterungsbau profitieren. Schließlich wird ihnen eine optisch ansprechendere Umgebung, barrierefreies Wohnen und ein Aufzug zum Nulltarif versprochen.

Das komplexe Thema konnte an diesem Abend nicht ausdiskutiert werden. Doch Denkanstöße lieferte die Aussprache genügend. Markus Rogg, ein Anwohner des Objektes, sagte zum Beispiel, dass er natürlich Bedenken gegen die Erhöhung der Gebäude habe. Andererseits seien im Umfeld der Anlage mit Kirche und weiteren Wohnblöcken durchaus höhere Gebäude zu finden. Letztlich sei es wohl eine Frage der Gewöhnung.

Jürgen Zettler, der sich selbst als „Ur-Siedler“ bezeichnet, sprach sich klar für das Projekt aus: „In der Siedlung wird mehr Wohnraum benötigt. Der Zuzug von jungen Familien bereichert das soziale Leben. Die Sportvereine sind genauso wie die Geschäfte in der Siedlung darauf angewiesen. Daher sollten wir froh sein, wenn jemand neuen Wohnraum schaffen will.“

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