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12.07.2010

Ein Fest der langen Nächte

Wehringen Überall brutzelte und duftete es appetitanregend. Eine bunte Kulisse aus Zelten, Ständen und phantasievoll gewandeten Helfern und Gästen in historischen Kostümen bereitete einen anregenden Augenschmaus. Bei strahlendem Sonnenschein schlenderten Hunderte von Besuchern über das Festgelände hinter dem Rathaus und bei der Schule in Wehringen. Das Historische Dorffest führte in die gute alte Zeit früherer Jahrhunderte - und zeigt deren sonnigste Tage.

Wenn Bürgermeister Manfred Nerlinger vor der Eröffnung am Freitag gesagt hatte, dass dieses Fest einen Einblick in Leben und Feiern aus allen Epochen der langen Wehringer Geschichte zeige, so war das für die Besucher am Samstag und gestrigem Sonntag an den etwa 70 Stationen durchaus nachvollziehbar. Kelten hatten ihr Lager aufgeschlagen. Rittersleut' residierten auf der Wiese entlang der Schule, zeigten ihre Rüstungen und rustikalen Lager und kochten ihre Mahlzeiten über dem offenen Feuer. Sie boten Bogenschießen, Schaukämpfe und ritterliche Geschicklichkeitsspiele wie das Kranzstechen für die jungen Besucher.

Über das ganze Festgelände verteilt waren Spielleute, die mit historischen Instrumenten aufspielten, Blasmusikanten vom Musikverein oder die Schwarzachtaler, die die Gäste stimmungsvoll unterhielten. Gaukler, Trommler und eine Volkstanzgruppe zeigten ihr Können.

Aus ganz Schwaben und darüber hinaus waren sie gekommen. Stände wie die der Kerbschnitzer oder der Bobinger Hochsträßler mit Handarbeiten, Korbflechter, ein Papiermacher, boten Einblicke in traditionelle Handwerkskunst. Der Frundsberg-festrind aus Mindelheim hatte seine Fahnenschwinger entsandt und ein Archäologe der Uni München zeigte, wie in Wehringen einst aus Straßberger Erz Eisen gemacht wurde.

Ein Fest der langen Nächte

Gesellige Ausdauer

Die Vereine hatten für ein vielfältiges kulinarisches Angebot gesorgt mit Rahmflecken, Steckerlfisch, belegtem Brot, gebrutzeltem Fleisch, Kuchen und anderen Spezialitäten. Einige befürchteten allerdings, dass die vorbereiteten Speisen nicht ausreichen würden. Angesichts der sommerlichen Hitze war der Zustrom der Besucher schwer abzuschätzen. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden zeigten die Gäste aber an den vielen Bänken und Tischen gesellige Ausdauer. "Auch wenn es manchmal ein bischen stressig ist, macht es Spaß, hier zu arbeiten. Es herrscht so eine tolle Atmosphäre", kommentierte eine Helferin des FSV die Lage.

Und während sich die Erwachsenen vom vielen Flanieren und Schauen im Schatten der Kastanien ausruhten und stärkten, hatten die jungen Besucher viel Kurzweil beim Kamel- und Ponyreiten, beim Klettern oder beim Mäuseroulette. Für Jung und Alt faszinierend war die Schau historischer Traktoren in der Römerstraße. "Es ist einfach großartig, der Platz ist ideal für so ein Fest" fand eine Besucherin. "Gigantisch", war der Kommentar eines "Landsknechts" zum Dorffest.

Schon am Freitag wurde bis in die Morgenstunden gefeiert und auch am Samstag begann mit einer imposanten Feuershow wieder eine lange Nacht. Am Sonntag folgte ein Gottesdienst, den der beliebte vormalige Kaplan Pater Joshi zelebrierte, und im Anschluss daran gab es mit einem am Spieß gebratenen Ochsen eine weitere Besonderheit dieses rundum gelungenen "größten Dorffestes aller Zeiten". (inge)

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