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Mittelneufnach

11.05.2015

Ein Flair wie im irischen Pub

Bassist Beniton Pullen gab alles für sein Solo. Fotos: Andrea Strahl 
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Bassist Beniton Pullen gab alles für sein Solo. Fotos: Andrea Strahl 

Los Paperboys bringen die große weite Welt ins Gemeindezentrum nach Mittelneufnach.

Es ist, als ob man die sechs Bandmitglieder gleich um die Ecke im irischen Pub bei bester Stimmung antreffen würde. Und es ist, als ob man dabei ein irisches Guinness mit einem mexikanischen Tequila runterspülen würde. Denn die preisgekrönten Musiker von der kanadischen Westküste haben ihre Wurzeln in Irland, Schottland und Mexico. Auf der neunten Mittelneufnacher Kulturnacht schwappte die überschäumende mexikanische Lebensfreude, befeuert durch keltische Leidenschaft, nach nur wenigen Akkorden auf das Publikum über. Mit ihrem einzigartigen Sound verbinden sie so gegensätzliche Musikstile wie Celtic Rock, irische Balladen, mexikanischen Folklore-Blues und stampfenden Countryrock, den sie selbst „Celtic Latin“ nennen. Dabei erzählten die „Zeitungsjungen“ aus Vancouver zusammen mit ihrer temperamentvollen Geigerin Kalissa Landa musikalische Geschichten aus den verschiedenen Ländern in englischer und spanischer Sprache. Geoffrey Kelly mit seinen Querflöte und Tin Whistle war als ältestes Bandmitglied der „Silver Fuchs“, was ihn nicht davon abhielt, quer über die ganze Bühne zu steppen und zu tanzen. Dem Publikum verriet er seinen Spitznamen, den er dafür auf seinen Deutschlandtourneen erhielt: „Tanzbär“.

Tom Landa spielte die Jarana, eine kleine, mexikanische Gitarre, und entlockte ihr zwischendurch auch spanischen Kastagnetten-Klang, indem der auf die Rückseite trommelte. Nach einer kleinen „English Lesson“ für das Publikum durften die Zuhörer bei so manchem Refrain kräftig mitsingen. Da die Musik der Los Paperboys auch tanzbar ist, hielt es zum Schluss keinen Besucher mehr auf den Stühlen und alle standen, klatschten, wippten oder tanzten durch den Saal. Kyle Butz spielte abwechselnd Banjo und Posaune und erhielt wie Sam Esecson am Schlagzeug und Benito Pullen am Bass ausgiebige Gelegenheit, in Solos ihr außerordentliches Talent zu zeigen.

Der Höhepunkt war die letzte Zugabe, eine Improvisation der Paperboys zu Bob Dylans „All Along the Watchtower“.

Kultur-, sprach-, genre- und generationenübergreifende Musik, die sowohl rockig, als auch melancholisch-langsam sein konnte, verband die Menschen im Saal. Für jeden der Künstler und dem Mann am Mischpult verteilte Vorsitzender Karl Scheid nach mehrmaligen Zugaben die hochprozentige Staudenhexe.

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