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Bobingen

15.08.2019

Ein Froschkönig für den Gartenzaun

Lustige Tiere aus Ton für den Garten gestalten die Teilnehmer der Kinderkunstschule. Kursleiterin Brigitte Steininger gibt Tipps, wenn es mal knifflig wird.
Bild: Ingeborg Anderson

Im Ferienprogramm der Kinderkunstschule entstehen aus Ton wunderschöne Gartenplastiken. Was daran besonders schwierig ist.

Diese Tiere setzen Akzente im Garten – und sogar die Schnecke ist in diesem Fall gerne gesehen. Igel, Hase, Frosch, Schildkröte oder Ziege sind zu sehen. Auch die Schnecke, die Emma gerade aus Ton formt, wird bald unter ihren Händen zum Blickfang. Ein lustiger Froschkönig ist schon fast fertig und wird bald vielleicht auf einen Gartenzaun gesetzt werden. Die Kinderkunstschule des Kunstvereins macht es möglich.

Wir schauen den jungen Künstlern beim Arbeiten über die Schultern: Katherine setzt ihrem Igel die letzten lustigen Stacheln auf den Rücken und schaut fragend zu Brigitte Steiniger, die diesen Ferienkurs leitet. „Was fehlt?“, fragt die Kursleiterin. Es sind die kleinen Igelöhrchen, die Katherine jetzt noch formt und ansetzt. Auch mit dem Schnäuzchen und dem Gesicht ist sie noch nicht ganz zufrieden. „Die Nase und das Gesicht waren am schwierigsten. Die vielen Stacheln fast ein bisschen langweilig“, sagt die junge Künstlerin und betrachtet ihr Werk.

Warum die Zierde erst später wichtig wird

Inzwischen versucht Emma auf dem Körper ihrer Schnecke das Schneckenhaus, das später mit Blumen bepflanzt werden kann, anzubringen. Es gelingt nicht, weil der Körper der Schnecke sich immer wieder verformt. „Die Basis muss ganz stabil sein, die Feinheiten kommen später“, erklärt Brigitte Steininger die Reihenfolge und zeigt, wie mit Ton gearbeitet werden muss. Dazu gehört ganz am Anfang eine Vorzeichnung, die den jungen Teilnehmern hilft, die charakteristische Form des Tieres zu erfassen. Diese Form wird dann in Ton nachgebildet. Möglichst stabil, um dann die weiteren Gestaltungselemente tragen zu können.

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Die meisten Kinder arbeiten bereits an ihrem zweiten Tier – wie Eva. Eine lustige Ziege, die später zu Hause als Zaunhocker den Garten zieren wird, steht vor ihr auf dem Tisch. Sie arbeitet jetzt an einer Schildkröte. Der Panzer ist schon fertig, jetzt ritzt sie mit einem Stäbchen in die Beine Zehen und die Muster der faltigen Haut. Als die Kursleiterin das beobachtet, fragt sie: „Was passiert, wenn du die Beine an den Körper montierst?“ Das Muster wird zerstört. „Also, immer der Reihe nach arbeiten, erst die Form und die feinen Details zuletzt“, erinnert die Augsburger Bildhauerin die Kursteilnehmer.

Kurse für kleine Künstler

Seit vielen Jahren leitet Brigitte Steininger nicht nur die regulären Kurse des Kunstvereins, sondern bietet auch in den Ferien Aktionen wie diese an: Kurse, in denen die Kinder mit verschiedenen Materialien arbeiten und verschiedene Techniken kennenlernen. Und die jungen Künstler kommen gerne und immer wieder: „Ich war schon sieben- oder achtmal dabei“, sagt Emma und ihre Nachbarin Lene nickt. „Ich auch, sieben- oder achtmal.“ Was macht für die jungen Künstler das Besondere am Arbeiten mit Ton aus? „Man kann es immer wieder neu machen.“

Als besonders schwierig wird die Gestaltung der Gesichter empfunden. Das wird so lange modelliert bis der Igel sein Schnäuzchen keck in die Luft streckt oder die Ziege lustig schaut.

Noch fehlt den Tontieren die Farbe. Brigitte Steininger dazu: „Sie werden jetzt eine Woche getrocknet, dann gebrannt und bunt glasiert.“ Und Emmas Opa, der sie vom Kurs abholt, schmunzelt. „Wir haben schon etliche schöne Sachen, die Emma gemacht hat, im Garten.“

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