Newsticker

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Ein Gebet aus dem 13. Jahrhundert zieht in Schwabmünchen die Zuhörer in den Bann

Schwabmünchen

19.10.2017

Ein Gebet aus dem 13. Jahrhundert zieht in Schwabmünchen die Zuhörer in den Bann

Mit dem „Stabat mater“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins zogen Chor und Orchester St. Michael unter der Leitung von Stefan Wagner die Zuhörer in der Stadtpfarrkirche St. Michael von Beginn an in ihren Bann.
2 Bilder
Mit dem „Stabat mater“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins zogen Chor und Orchester St. Michael unter der Leitung von Stefan Wagner die Zuhörer in der Stadtpfarrkirche St. Michael von Beginn an in ihren Bann.
Bild: Sybille Heidemeyer

Mit dem „Stabat Mater“ wird das Jahreskonzert in der Pfarrkirche St. Michael wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Für das große Jahreskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Michael wählte Chorregent und Kirchenmusiker Stefan Wagner heuer das „Stabat Mater“ von Karl Jenkins. Mit diesem beeindruckenden Werk zogen der mit Projektsängern verstärkte Chor und das Orchester St. Michael sowie die Mezzosopranistin Henrike Paede gleich von Beginn an die zahlreichen Zuhörer in ihren Bann.

Das „Stabat Mater“, ein Gebet aus dem 13. Jahrhundert über das Leiden der Mutter Gottes zu Füßen ihres Gekreuzigten Sohnes, inspirierte den walisischen Komponisten Karl Jenkins (Jahrgang 1944). Die sechs Sätze des lateinischen Stabat Mater erweiterte er unter anderem mit poetischen Texten aus dem Babylonien des zweiten Jahrtausends vor Christus und eines persischen Dichters aus dem 13. Jahrhundert. Dabei bedient sich der Komponist neben Latein und Englisch auch der frühen arabischen und der aramäischen Sprache und versetzt damit die Zuhörer in die Zeit von Maria und Jesus. 2008 wurde das Werk in der Anglikanischen Kathedrale von Liverpool uraufgeführt.

Ursprünglich für einen Werbespot der komponiert

Jenkins wurde international bekannt durch sein Musikprojekt „Adiemus“ und das gleichnamige Lied, das er 1994 ursprünglich für einen Werbespot der amerikanischen Fluggesellschaft Delta komponierte. In seinem „Stabat mater“ lässt Jenkins dem Eingangscantus „Stabat mater dolorosa“ (Es stand die Mutter voller Schmerzen) eine „Incantation“ in Altarabisch folgen, die Henrike Paede mit stimmlicher und ausdrucksstarker Tiefe interpretierte.

Auch in ihren weiteren Soli, wie dem wehklagenden „Lament“ oder „Are you lost out in the darkness?“ zeigte Henrike Paede, dass ihr warmer Mezzosopran und ihre Präsenz perfekt zu Jenkins Werk passten. Aufhorchen ließen die begleitenden Englischhorn-Soli von Gabi Fischer, die das neue, vom Förderkreis finanzierte Instrument zum ersten Mal im Konzert spielte. Alle Mitwirkenden ließen die Besucher spüren, dass dieses Werk auch für sie etwas Besonderes ist. Lob gab es für den Chor für seine klangliche und dynamische Präsentation der Choräle. Ob bei dem innig kontemplativen „Vidit Jesum in tormentis“ oder dem mitreißenden „Sancta Mater“, die Sänger verstanden es großartig, das Publikum Leiden und Wehklagen Marias eindringlich und berührend spüren zu lassen. Die ausgezeichneten Instrumentalisten, vor allem das Percussion-Ensemble, spielten professionell und ließen dem Chor genügend Raum.

Für den frenetischen Applaus am Ende und die stehenden Ovationen bedankten sich die Künstler mit „Vidit Jesum in tormentis“ als Zugabe. Mit den am Ausgang erbetenen Spenden unterstützten die Besucher die Kirchenmusik in St. Michael.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren