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Königsbrunn

26.11.2019

Ein Groß-Umzug mit Lechkies und Bisamratte

Die Umzugshelfer um Günther Groß (rechts) packen jeden Tag an, Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher (Zweite von rechts) unterstützt organisatorisch. „Beweisfotos“ der alten Ausstellung helfen, dass alles an den richtigen Platz kommt.
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Die Umzugshelfer um Günther Groß (rechts) packen jeden Tag an, Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher (Zweite von rechts) unterstützt organisatorisch. „Beweisfotos“ der alten Ausstellung helfen, dass alles an den richtigen Platz kommt.
Foto: Adrian Bauer

Plus Das Königsbrunner Naturmuseum zieht in die Räume der ehemaligen Königstherme. Warum die ehrenamtlichen Helfer ihre Exponate erst einmal schockgefrostet haben.

Noch stehen viele Umzugskartons mit den Exponaten des Königsbrunner Naturmuseums im Foyer der ehemaligen Königstherme. Doch im ersten Stock sieht man schon: Hier zieht eine Ausstellung ein. Zwischen den aufgestellten Trennwänden und den noch leeren Vitrinen wuseln die Mitglieder des Freundeskreises Dr.-Heinz Fischer-Sammlungen. Die Ausstellung soll in den neuen Räumen originalgetreu wieder aufgebaut werden. Bis zum angepeilten Eröffnungstermin vor Weihnachten bleibt noch viel zu tun.

Zum Beispiel müssen die Exponate auftauen. Für den Umzug wurden sämtliche präparierten Tiere in einen Kühlcontainer geladen und bei 20 Grad unter Null schockgefrostet. Die Prozedur soll Schädlingen den Gar ausmachen, die sich im Lauf der Jahre möglicherweise unter den Federn und Fellen eingenistet haben. Jetzt werden sie am neuen Standort langsam wieder an die Umgebungstemperatur angepasst, sagt Günther Groß, der Chef des Freundeskreises: „In den neuen Räumen herrschen 22 Grad, da kann man die Sachen nicht sofort wieder hereinholen.“ Der Temperaturschock könnte den Präparaten schaden. Daher wurden die Tiere im kühlen Foyer zwischengelagert, um sie langsam in die Plus-Grade zu holen.

Professionelle Hilfe brauchen die Königsbrunner Ehrenamtler nur punktuell

Die Mitglieder des Freundeskreises packen an, wo sie können. „Wir haben die alte Ausstellung komplett abgebaut. Jetzt haben wir einen Stamm von zehn bis 15 Leuten, die immer wieder mithelfen“, sagt Groß. Professionelle Hilfe kommt nur punktuell zum Einsatz: Ein Präparator und ein Schadstoffgutachter sorgten dafür, dass die Ausstellungsstücke aktuellen gesetzlichen Anforderungen genügen. Schreiner und Dioramenbauer stellten die Vitrinen auf. Der Stadtbauhof stellt Transportkapazitäten zur Verfügung. Weil die zu dieser Jahreszeit aber begrenzt sind, übernahm ein Unternehmen die meisten Umzugsarbeiten. „Aber ohne die unschätzbare Leistung unserer ehrenamtlichen Helfer wäre das alles kaum zu schaffen“, sagt Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher.

Nötig wurde der Umzug, weil das alte Gebäude an der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße baulich und brandschutztechnisch nicht mehr den Vorschriften entsprach. Die Räume im nicht vom Abriss betroffenen ehemaligen Funktionsgebäude der Königstherme wurden als Interimsquartier hergerichtet. Ursula Off-Melcher lobte die Zusammenarbeit mit Hausherr Maximilian Semmlinger und Architektin Hildegard Korstick. Die Museumsverantwortlichen hoffen, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Idee von einem gemeinsamen Bau für alle Königsbrunner Museen verwirklicht wird.

Königsbrunner Ausstellung hat nun deutlich mehr Platz

Bis dahin freut man sich, dass im Interim deutlich mehr Platz für die Ausstellung vorhanden ist. Mit Lagerräumen hat man nun 330 statt zuvor 160 Quadratmetern zur Verfügung. Fehlende Wandflächen wurden durch mobile Stellwände kompensiert, die Stadtrat Helmut Schuler über seine Firma organisiert hatte. Am Gebäude müssen noch einige Arbeiten an der Elektrik und am Aufzug erledigt werden, dann stehen dem Team erstmals komplett barrierefreie Räume zur Verfügung.

Alle hoffen, dass vor Weihnachten alles für eine kleine Eröffnung bereit ist und man im neuen Jahr wieder den normalen Betrieb aufnehmen kann. „Dann hätten wir nur zwei Monate geschlossen gehabt. Das wäre großartig“, sagt Ursula Off-Melcher. Bis dahin ist noch viel zu tun für die ehrenamtlichen Umzugshelfer.

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