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Königsbrunn

01.02.2018

Ein Großeinsatz eröffnet neue Perspektiven

Die Feuerwehr hat auch einige neue Führungskräfte für die Einsätze ernannt: von links) Kommandant Rainer Schmid, Thomas Hiermayer, Ruppert Doll, Helmut Peischl und Thorsten Hahn.
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Die Feuerwehr hat auch einige neue Führungskräfte für die Einsätze ernannt: von links) Kommandant Rainer Schmid, Thomas Hiermayer, Ruppert Doll, Helmut Peischl und Thorsten Hahn.
Bild: Petra Manz

Die Feuerwehr Königsbrunn hat beim Ausfall der Wasserversorgung viel geleistet und sieht sich durch die Erfahrungen für andere Szenarien gerüstet. 

Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Königsbrunn ist gut aufgestellt und war den Anforderungen der Einsätze im Jahr 2017 bestens gewachsen. Das ging aus den Zahlen und Berichten hervor, die anlässlich der Mitgliederversammlung im Feuerwehrhaus präsentiert wurden. 279 Mal war die FFW im Jahr 2017 ausgerückt. Damit kamen die insgesamt 125 aktiven Wehrfrauen und Wehrmänner 15 Mal mehr als im Vorjahr zum Einsatz, was sich zu insgesamt 3965 ehrenamtlich geleisteten Mann-Stunden summierte. Somit war jeder Aktive durchschnittlich 36 Stunden im Einsatz.

42 Brände wurden gelöscht, 147 Mal erbrachte die FFW Technische Hilfsleistungen, 15 Mal übernahm sie Sicherheitswachen und 70 Mal erwies sich der Einsatz als Fehlalarm, eine Zahl die mit anteilsmäßigen 25 Prozent der Gesamteinsätze alarmiert. Gott sei Dank leide die Königsbrunner Feuerwehr nicht unter Personalmangel, wie der Vorsitzende Thomas Hahn in seinem einleitenden Bericht stolz betonte. Das Durchschnittsalter von 32 Jahren spiegele die Schlagfertigkeit der Truppe wider.

Für einen sperrigen Ast braucht man nicht die Feuerwehr

Kommandant Rainer Schmid führte in seinem anschließenden mit Fotos unterstützten Bericht den Besuchern vor Augen, wie vielfältig sich die Aufgabe der FFW auch im Jahr 2017 gestaltete. Leider sei nach wie vor die Tendenz steigend, mal schnell per Handy die Feuerwehr zu rufen, wenn es sich eigentlich um eine Lappalie handele, die durchaus in ungefährlicher Eigeninitiative bewältigbar ist. Wie das Entfernen eines sperrigen Astes aus dem Garten, sagte Schmid.

Die Auswahl an bebilderten bedeutenden, interessanten oder auch kuriosen Einsätzen, die Schmid rückblickend erläuterte, sprach für sich: Beispielsweise gab es gleich im Januar 2017 für die FFW mehrere größere Einsätze, wie das Löschen eines Autos, das bei der Probefahrt mit dem Werkstattmeister in Brand geraten war. Oder der Brand der Heizungsanlage bei der Firma Langguth, der in Schach gehalten und zum Erlöschen gebracht werden konnte. Dann wenige Tage danach der schwere Verkehrsunfall auf der B17 mit zwei ineinander verkeilten Lastwagen und einem schwer verletzten Fahrer, wo mit Seilwinden und schwerem Gerät höchste Anforderungen an Mann und Ausrüstung gestellt waren.

Mehrfach mussten Menschen mit schwerem Gerät aus Wracks befreit werden

Bei Verkehrsunfällen, wie der in der Römerstraße im Januar oder auch im März auf der B17 musste die FFW ebenfalls schweres technisches Gerät aufbringen, damit die Verletzten geborgen werden konnten: Dabei hob Schmid die hervorragende Zusammenarbeit in all diesen Einsätzen mit den Feuerwehrkameraden der angrenzenden Gemeinden, wie Bobingen, und auch mit der Mannschaft der Rettungshubschrauber hervor. Leider, so der Kommandant, müsse man sich hier auch immer wieder mit „Gafferproblematik“ auseinandersetzen.

Auch kuriose Tierhilfe musste die Feuerwehr leisten, wie das Einfangen einer giftigen Vogelspinne, die sich dann als Exemplar aus Gummi entpuppte und nunmehr als Maskottchen die Einsätze begleitet.

Schlüsselbedeutung für zukünftiges Krisenmanagement hat der Störfall in der Trinkwasserversorgung vom 23. Juni für die Feuerwehr und die Stadt Königsbrunn erlangt. Die FFW war mit hohem Personal- und zeitintensivem Aufwand mit an vorderster Front dabei: So beherbergte das Feuerwehrhaus die Führungsgruppe, die ständig über die Lage informierte und die Informationen auch mit mobilen Lautsprecheranlagen in die Bevölkerung trug. Aus dieser Ausnahmesituation habe man wichtige Erfahrungen und Planungsideen für mögliche zukünftige Störfälle gewonnen, sagte Schmid.

Lange Reanimation rettete junger Frau das Leben

Bleibende Erinnerung dürfte auch der 16. Juli bei der FFW hinterlassen, als die sie zu einem „Helfer-vor-Ort“-Wassereinsatz an den Gymnasiumweiher gerufen wurde, wo ein 16-jähriges Mädchen nach einem Sturz ins Wasser durch lange Reanimationsmaßnahmen vor dem Ertrinken gerettet wurde. Am Ende seines Berichts richtete Rainer Schmid nochmals einen Appel an die Unternehmen in Königsbrunn und den angrenzenden Gemeinden, die Feuerwehrleute für die Einsätze während des Tages freizustellen.

Dass die Königsbrunner FFW für ihre Mitglieder, und hier auch für die Jugendlichen, attraktiv ist, belegte zum einen der Bericht des Jugendwarts Stephan Bamberger, der stolz erwähnte, dass sich 14 weitere Jugendliche für den Beitritt zur FFW entschieden hätten. Auch die Einnahmen- und Ausgabenposten, die der Kassierer Christoph Römer kabarettistisch-witzig in seinem Bericht vortrug, ließen erkennen, dass die sonstigen geselligen Aktivitäten des Vereins auch einen hohen Freizeitwert neben Übungen und Ausbildung bieten.

In seiner Rede hob Bürgermeister Franz Feigl die Feuerwehr als eines der wichtigsten Organe im Katastrophenmanagement hervor. Der Störfall Trinkwasserversorgung habe den Katastrophenschutz auf eine höhere Ebene gehoben und die Augen für erforderliche Strategien und strukturelle Maßnahmen in zukünftigen möglichen Katastrophenfällen geöffnet.

Dies betreffe insbesondere das Szenario eines realen flächendeckenden längeren Stromausfalls. Für solche Eventualitäten gelte es sich zu wappnen, sagte Feigl und dankte der FFW für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, Tag und Nacht für die Königsbrunner da zu sein. Auch der Leiter der Polizeiinspektion Bobingen, Polizeihauptkommissar Artur Dachs, lobte die hervorragende konstruktive Zusammenarbeit zwischen der FFW und der Polizei.

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