Schwabmünchen

15.12.2018

Ein Klub für den Dackel

Das ausgeprägte Selbstbewusstsein macht aus dem Dackel einen auszgezeichneten Jagdhund.Der Vorstand des Dackelklubs freut sich über die reibungslose Neugründung ihrer Sektion: von links Silvia Kremmling, Martin Kremmling, Johanna Dorner und Daniel Scheidler.
Bild: Uwe Bolten

Mit der Gründung des Dackelklubs Sektion Westliche Wälder Leuthau haben Hundebesitzer eine neue Anlaufstelle für Informationen und die Ausbildung ihrer Vierbeiner.

Fast unweigerlich muss man bei Thema Dackelklub an die frühere Fernsehserie „Hausmeister Krause“ denken. An die Hauptfigur, den Oberspießer, dessen einziges Hobby der Kölner Dackelklub ist. Legendär der Trinkspruch der Vereinsmitglieder: „Alles für den Dackel, alles für den Klub, unser Leben für den Hund.“

Doch die Mitglieder des neu gegründeten Vereins wollen nicht in diese Klischee-Ecke gedrängt werden. Dackel seien keine Biergartenhunde, sagen sie. Mit der Gründung des Dackelklubs Sektion Westliche Wälder Leuthau haben Hundebesitzer eine neue Anlaufstelle in der Region für Ausbildung und Information ihrer Vierbeiner.

Wir waren bei der Gründungsveranstaltung des Dackelklubs mit dabei. Nach einigen Signalen der Jagdhornbläser folgte das entscheidende akustische Zeichen: „Zum Essen.“ Der gewählte Vorstand und die gut 20 Gäste des Dackelklubs Sektion Westliche Wälder Leuthau im Bayerischen Dachshundklub zogen sich in die Hütte auf dem Klubgelände in der Leuthau zurück. Auch die Vierbeiner konnten der windgeschützten Behausung mehr abgewinnen als dem weitläufigen Gelände bei Sturm und kühlen Temperaturen. „Unser Ziel ist es, den Dackel vom Welpen bis ins hohe Alter und die Hundeführer zu fördern, zu fordern und zu begleiten. Ebenso liegt uns der Austausch zwischen den Hundeführern sehr am Herzen“, wiederholte Martin Kremmling, Vorsitzender des Klubs, die Worte, die er am Morgen bei der Gründungsversammlung der Sektion im Gasthaus Zur Wertachau schon einmal zu den angehenden Vereinsmitgliedern und Vertretern des Vorstandes der Landesvereinigung sagte.

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Pachtvertrag lief aus

Nachdem der Pachtvertrag des Geländes mit der Sektion Augsburg endete und diese nach Kissing übersiedelte, sei der Bedarf eines Dackelklubs in der Region offensichtlich geworden, sagte der Martin Kremmling. „Wir wollen mit unserem vielfältigen Angebot an die Hundehalter vor allem die Gleichberechtigung im Jagdhund- und Begleithundewesen für die Dackel gewährleisten“, fügte er hinzu. Gemeinsam mit Daniel Scheidler (stellvertretender Vorsitzender), Silvia Kremmling (Schriftführerin) und Johanna Dorner (Schatzmeisterin) will er das Angebot, das aus allen jagdlichen Ausbildungen mit vorangehenden Trainingsstunden, Welpenstunden, Jagdhundestunden, Training für Begleithunde mit anschließender Prüfung, Informationsveranstaltungen sowie Züchter- und Welpenvermittlung für Dackelbesitzer oder die, die es werden wollen, umsetzen.

Die landläufige Meinung, nachdem die Dackel „Biergartenhunde“ und nicht erziehbar seien, widerspricht Silvia Kremmling, die sich im Schwerpunkt um die Ausbildung von Welpen und Begleithunde kümmert, vehement. „Bei frühzeitigem Training wird das Tier zu einem sehr zuverlässigen Familientier“, sagt die erfahrene Hundetrainerin. Martin Kremmling, zugleich Obmann für die Jagd- und Gebrauchshunde, schwört auf den Einsatz der Teckel, wie die Dackel im Jägersprachschatz auch genannt werden. Auch die weitere Bezeichnung Dachshund lässt auf die waidmännische Nutzung der Hunde schließen. „Der Teckel hat eine sehr feine Nase und verfügt über Mut“, sagte Kremmling einem interessierten Besucher. So sei der Teckel beispielsweise durch Training in Schussfestigkeit (Resistenz gegen Schussgeräusche), Geben von Spurlauten (Bellen bei Verfolgung einer Fährte) oder Schweißprüfungen (Verfolgen von Wild anhand des Geruches) ein verlässlicher Jagdpartner. „Nur beim Apportieren von größeren Tieren tut er sich etwas schwer“, fügte Kremmling mit einem Lächeln hinzu.

Freude über die Neugründung

Isabelle Gräfin von Poppersdorff, Obfrau für das Ausstellungswesen im Bayerischen Dachshundklub, freute sich ebenfalls über die Neugründung der Sektion. „Für Dackelfreunde und -züchter ist die Neugründung einer Sektion immer etwas Besonderes. Gerade im Bereich der Hundeausbildung ist eine weitgehend flächendeckende Präsenz wichtig“, sagte sie und bedauerte, dass bei großen Hundeschulen die kleinen Hunde benachteiligt würden. „Für unseren überregionalen Verein ist es mit mehreren Sektionen von Vorteil, da wir breitere Angebote durch ein Zusammenspiel der Kräfte machen können“, ergänzte die in Schäftlarn wohnende Dackelzüchterin.

Während des gemütlichen Ausklangs des Gründungstages auf dem Klubgelände bestimmten die Fachgespräche zwischen erfahrenen Hundehaltern und Neulingen die Szene. „Genau dieser Austausch ist es, den ich auch mit der neuen Sektion fördern möchte. Zusätzlich bietet das Klubgelände viel Auslauf für die Dackel, die es lieben, mit Artgenossen herumzutoben“, schloss Kremmling mit einem Blick durchs Fenster zur großen Wiese, auf der trotz des schlechten Wetters einige Tiere, von ihren Haltern beobachtet, umherrannten.

Weitere Informationen zum Klub sind unter www.dackelklub-leuthau oder beim Vorsitzenden per E-Mail unter martin.kremmling@dackelklub-leuthau.de erhältlich.

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