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Landkreis Augsburg

03.11.2017

Ein Kollege Mozarts

Der gebürtige Hiltenfinger Johann Michael Demmler begann seine Karriere als Chorknabe im Augsburger Dom. Doch wie so viele Genies endete auch er unrühmlich.
Bild: Ulrich Wagner

Johann Michael Demmler aus Hiltenfingen musizierte sogar mit Wolfgang Amadé.

Er war „Komponist, Organist, Pianist, Geiger, Musikpädagoge, Sänger und Chorknabe“ – so der Eintrag im Bayerischen Musikerlexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München zu unserer heutigen Persönlichkeit, Johann Michael Demmler, der Mitte des 18. Jahrhunderts, am 28. September 1748, in Hiltenfingen geboren wurde.

Wie bei so vielen unserer heimatlichen Persönlichkeiten ist auch ihm eine Straße in seinem Geburtsort gewidmet, in diesem Fall ein 167 Meter langes Stück. So wenig das sein mag, verdient hat er es allemal, zeichnete er sich doch durch herausragende musikalische Fähigkeiten aus. Etliche seiner Kompositionen werden noch heute gespielt und gehören zu den von Liebhabern geschätzten Raritäten schwäbischer Musik des 18. Jahrhunderts. Manch eines seiner Werke wurde gar erst in diesem Jahrhundert uraufgeführt, etwa 2001 von der Augsburger Chorgemeinschaft Musica Suevia gemeinsam mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks.

Neun Jahre Domorganist

Ab 1756 war Demmler Chorknabe am Dom in Augsburg. 1768 trat er in den katholischen Männerorden der Marianer ein, die sich in Augsburg insbesondere verantwortlich für Musikunterricht fühlten. Ab 1770 war er dann auch für neun Jahre Domorganist. Als Marianer war Demmler ab 1772 auch zuständig für die Ausbildung der Schüler in Gesang, Geige und Orgel.

Im Jahr 1777 gaben Wolfgang Amadeus Mozart und Demmler gemeinsam mit einem gewissen Johann Andreas Stein ein Konzert für drei Klaviere in Augsburg. Mozart hatte Demmler bei einer Parisreise kennengelernt, als er sich zwei Wochen in Augsburg aufhielt. Offensichtlich schätzten sich beide. Und Mozart versuchte sogar, Demmler als Domorganist nach Salzburg zu vermitteln – wohl auch, weil er selbst dieses Amt, das er später dann doch annahm, nicht wollte.

Ausschweifende Wirtshausbesuche und Straßenmusik

Wie so viele Genies kam auch der hochbegabte Musiker Demmler alsbald auf die schiefe Bahn und wurde daher 1779 aller kirchenmusikalischen Ämter enthoben. Vorgeworfen wurden ihm ausschweifende Wirtshausbesuche und, man lese und staune, Straßenmusik – als Nebeneinnahme? Wer weiß …

Tatsächlich aber ist er wohl nie gut mit seinem Geld ausgekommen. Und so scheiterte auch eine spätere Anstellung in Koblenz an überzogenen Gehaltsforderungen. Im Juni 1785 verstarb Demmler in Augsburg.

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