Vernissage

28.09.2015

Ein Künstler malt Jazz

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4 Bilder
Daniel Nagel (links) am Kontrabass und Robert Vogg (Musikschule Königsbrunn) gestalteten die Vernissage mit Jazzmusik.

Gabriel Albrecht zeigt seine Werke im Rathaus

Eine Vernissage in der Brunnenstadt, die in der 1300 Kilometer entfernten Stadt Hermannstadt im heutigen Rumänien angekündigt wird, ist eher ungewöhnlich. Am 17. September druckte die Siebenbürgische Zeitung ein langes Interview mit Gabriel Albrecht ab, der am vergangenen Freitag die Eröffnung seiner Ausstellung im Foyer des Rathauses der Brunnenstadt feierte. Die ersten 40 Lebensjahre lebte und arbeitete Albrecht in Hermannstadt, bevor er sich entschloss, zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter (damals 8 Monate alt) nach Deutschland zu gehen. Der heute 60-Jährige arbeitet im Lechfeldmuseum als Restaurator, und Bürgermeister Franz Feigl hatte, wie er in seiner Begrüßungsrede sagte, anfangs Schwierigkeiten, die Person Albrecht als geschätzten Mitarbeiter der Stadt mit dem Künstler Albrecht in Einklang zu bringen.

Der Justiziar der Stadt, Albert Teichner, betonte in seiner Laudatio Albrechts facettenreiches Können und ging sehr detailliert auf die verschiedenen Ausstellungsstücke ein. Auch bescheinigte er dem Künstler, dass dessen Kunst von Können kommt. Ursula Off-Melcher, Kulturbüroleiterin, bedankte sich bei Albrecht dafür, dass er die Königsbrunner an den Stationen seines Lebens teilhaben lässt und brachte damit auf den Punkt, was diese Ausstellung von Bildern, Skulpturen, Gobelins (Wandteppiche mit eingewirkten Bildern) und geschnitzten Werken ausmacht. Sie zeigt eine Entwicklung von mehr als 45 Jahren künstlerischen Schaffens. Und das nicht nur aus rein künstlerischer Sicht, sondern sie spiegelt auch den ganz persönlichen Lebensweg Albrechts wider.

Sambagefühl und bunte Lebensweise der Brasilianer

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Ganz unverkennbar ist er ein Jazzliebhaber. Das bringt er nicht nur damit zum Ausdruck, dass er sich für die musikalische Gestaltung der Vernissage für zwei Jazzmusiker entschieden hat. Daniel Nagel und Robert Vogg spielten auf Kontrabass und Saxofon und unterhielten die rund 200 Gäste mit gepflegtem Jazz. Zudem zeigen verschiedene Ölbilder Jazzmotive. Beispielsweise einen Saxofonisten in Brasilien, ganz farbig komponiert, fast wie ein Clown. „Das ist Absicht, ich wollte das Sambagefühl und die bunte Lebensweise der brasilianischen Musiker zum Ausdruck bringen“, sagte Albrecht.

Ein weiterer Musikerkopf ist als Kontrast fast nur in Brauntönen gehalten und spielt auf einer riesigen gelben Trompete. Besucher Günther Schulz hatte fast das Gefühl, die Musik dazu zu hören und den Rhythmus zu spüren, wie er sagte. Marianna Haas faszinierte vor allem, dass hinter jeder Ecke etwas völlig Neues und Unerwartetes zu entdecken ist. Von Selbstporträts über Bilder, die mit Gouache (wasserlösliche Farbmittel) gemalt sind und dem Betrachter Raum zur Fantasie geben, bis hin zu Stillleben, die laut Albrecht exakt bis ins letzte Detail ausgearbeitet wurden. Das gebatikte Werk, welches den Fürsten Vlad Tepes zeigt, im Volksmund als Graf Dracula bekannt, gefällt Haas besonders gut: „Das Bild hat eine intensive Ausstrahlung, der Fürst sieht irgendwie harmlos und trotzdem unheimlich zugleich aus.“

Die rund 200 Besucher der Vernissage hatten einiges zum Anschauen und unterhielten sich rund drei Stunden lang mit dem Künstler oder miteinander über Kunst. Gabriel Albrecht war über die positive Resonanz sehr glücklich und dankte in seiner Ansprache allen Helfern, die seine Ausstellung möglich gemacht haben, insbesondere seiner Frau Sigrid-Sandra und seiner Tochter Saskia für deren Unterstützung.

ist noch bis zum 30. Oktober während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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