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15.01.2020

Ein Leben ohne Supermarkt im Ort: Geht das?

Der einzige Lebensmittelladen in Langenneufnach, der Frischemarkt Kopitz, schließt demnächst. Foto: Siegfried P. Rupprecht

In Langenneufnach schließt der Frischemarkt. Bis es eine neue Einkaufsmöglichkeit gibt, vergehen wohl noch Monate. Der Zweite Bürgermeister schlägt Nachbarschaftshilfe für Langenneufnach vor

Im Ort fehlt für einige Monate eine Einkaufsmöglichkeit. Da der bestehende Nahkauf-Supermarkt im Ort schließen wird und die Übergabe des geplanten Neubaus an Edeka frühestens am 30. Oktober erfolgen wird, baten jetzt einige Langenneufnacher die Gemeinderäte um eine Lösung. Wie kann diese Zeit überbrückt werden? Es gibt bereits eine Idee.

Zweiter Bürgermeister Gerald Eichinger schlug vor, für eine Nachbarschaftshilfe ein Aufruf zu machen. Denn gerade für ältere Menschen im Ort wäre die fehlende Einkaufsmöglichkeit ein Problem.

Der Frischemarkt Kopitz schließt demnächst für immer seine Pforten (wir berichteten). Fast 20 Jahre lang war Kopitz mit seinem Nahkauf der einzige Vollsortimenter im Ort. Sein Geschäft präsentierte über 5000 Angebote, von Frischeprodukten wie Brot, Obst und Zeitungen über Waren aus dem Trocken- und Tiefkühlbereich bis hin zu Schreib- und Bürowaren, Spielzeug und Haushaltsartikeln. Ein Grund für das Ende sei laut Inhaber Kopitz der geplante Edeka-Supermarkts an der Hauptstraße. Außerdem habe es durch die lange Baustellenphase unmittelbar vor dem Frischemarkt Einbußen gegeben. Das Bauvorhaben, das die Sanierung der Neufnachbrücke sowie die Renovierung der Fahrbahn und des Gehwegs umfasste, dauerten 2019 mehrere Monate. Während dieser Zeit erfolgte eine Vollsperrung. Lediglich für Fußgänger und Radfahrer wurde eine Behelfsbrücke eingerichtet.

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Einen großen Berg Schulden sieht die Gemeinde Langenneufnach auf sich zukommen. Bürgermeister Josef Böck bereiten die Zahlen ein wenig Bauchweh, wie er während der Vorberatung zur Haushaltsplanung 2020 sagte, da die Gemeinde für die geplanten Investitionen rund 2,9 Millionen Euro neue Darlehen benötige. Momentan beträgt der Schuldenstand der Gemeinde bereits 1,4 Millionen Euro. Mit ein Grund für den hohen Geldbedarf ist vor allem der geplante Erweiterungsbau des Kindergartens mit einer Bausumme von 3,8 Millionen Euro.

Positiv beurteilte Böck, dass mittlerweile ein weiteres Gespräch mit den Zuschussgebern stattgefunden habe. Im Dezember hieß es noch, dass die Zuschusssumme auf etwa 1,5 Millionen Euro reduziert wurde. Nun wurde dies wieder revidiert und der in Aussicht gestellte Zuschuss kann auf circa 1,56 Millionen Euro erhöht werden. „Aber definitiv wissen wir heute noch nicht genau, wie viel wir letztendlich für die Erweiterung des Kindergartens ausgeben müssen“, sagte Böck. Ebenso tief in die Tasche greifen muss die Gemeinde für die Sanierung des Kanals. Für heuer wurden im Haushalt 160000 Euro und für nächstes Jahr 240000 Euro angesetzt.

Ist dieser Haushalt dann überhaupt durch das Landratsamt genehmigungsfähig? Mit dieser Frage, die Zweiter Bürgermeister Gerald Eichinger stellte, beschäftigte sich der Gemeinderat ebenso. Gemäß des Kämmerers wäre der Haushalt zwar formal möglich, aber bereits durchaus an der Grenze. Eichinger meinte, dass die Gemeinde nicht alle Summen, die im Haushalt aufgeführt sind, auch letztendlich ausgeben müsse. Näher gingen daher die Räte auf einzelne Punkte ein und Bürgermeister Böck bat die Räte um Abstimmung.

Denn unterschiedlicher Meinung waren die Räte über den geplanten Bau einer Vereinshalle im Gewerbegebiet mit einer geschätzten Investitionssumme von 600000 Euro. Mit 8:4 Stimmen entschieden sich die Räte schließlich, dass dieser angesetzte Betrag aus der Haushaltsplanung gestrichen werden solle. Ebenso verschiedener Meinung waren die Gemeinderäte zum Verkauf der Gewerbeflächen. Die Abstimmung darüber, ob der angesetzte Betrag von 374000 Euro auf vier Jahre aufgeteilt werden solle, erzielte im Gemeinderat ein Ergebnis von vier zu acht Stimmen und wurde somit abgelehnt.

Bereits festgelegt haben die Räte die Wahlhelfer für die anstehende Kommunalwahl am 15. März. Die Helfer sollen 30 Euro Erfrischungsgeld bekommen. 20 Euro zusätzlich erhalten Helfer, die ihr Laptop für die Wahlauszählung zur Verfügung stellen.

Genehmigt haben die Räte auch den Antrag auf Nutzungsänderung eines Wohnhauses. Demnach soll das Haus künftig in eine Einrichtung für betreutes Wohnen für vier Kinder und Jugendliche genutzt werden.

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