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Königsbrunn

23.06.2017

Ein Meisterstück mit viel Liebe zum Detail

Die Bauarbeiten am Schulschwimmbad sind ebenfalls verewigt.
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Die Bauarbeiten am Schulschwimmbad sind ebenfalls verewigt.
Bild: Adrian Bauer

Jonathan Lickfett hat schon einige Bauwerke aus Legosteinen nachgebaut. Mit seinem Modell des Gymnasiums hat der 14-Jährige zum Schuljubiläum ein Großprojekt gestemmt.

Ein bisschen Schöpferstolz ist Jonathan Lickfett durchaus anzumerken, wenn er auf seine neueste Legoarbeit blickt. Den kann sich der 14-Jährige durchaus erlauben: Denn in den letzten sieben Monaten hat er seine Schule, das Königsbrunner Gymnasium, maßstabsgetreu aus den kleinen bunten Steinen nachgebaut. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine große Leistung: 45000 Steine hat er detailgetreu auf zehn Quadratmeter Fläche verteilt. Die ganze Konstruktion wiegt 52 Kilo und ist nun, zu den Feierlichkeiten zur Schulgründung vor 50 Jahren, im Lichthof des Gymnasiums zu bestaunen.

Der Architekt selbst freut sich über das Endergebnis der langen Bauphase: „Zuhause im Keller sah es total anders aus, weil viele Details erst jetzt angebaut sind. So sieht es schön belebt aus“, sagt Jonathan Lickfett. An kleinen Verschönerungen hat der Neuntklässler nicht gespart. Legomännchen formen im Pausenhof die Zahl 50 fürs Schuljubiläum, auf der anderen Seite des Modells sind Bauarbeiter am Schwimmbad zugange, auf einer Treppe im Pausenhof zeigt eine Akrobatik-Gruppe ihr Können. Schulleiterin Eva Focht-Schmidt ist ebenfalls beeindruckt: „Es ist so detailgetreu – bis zur Hütte im Hof und der Boulderwand.“ Für seinen großen Einsatz soll Jonathan Lickfett auch noch ein Geschenk bekommen, kündigte sie an.

Fürs Mercateum gab es einen Preis von der Stadt

Das Schulmodell war das bisher größte Projekt des Schülers. Zuvor hatte er den Busbahnhof und das Mercateum aus Legos nachgebaut – für die Königsbrunner Weltkugel bekam er den ersten Preis beim Brunnenwettbewerb der Stadt. Diese Arbeiten waren aber maximal zwei Quadratmeter groß. Die Idee für das Riesenprojekt hatte Mutter Sandra, sagt Jonathan Lickfett: „Ich wusste nicht, was ich als Nächstes bauen soll. Meine Mutter meinte, dass zum Schuljubiläum doch ein Modell des Gymnasiums toll wäre.“

Schnell wurde klar, dass das Resultat ziemlich groß werden würde, wenn man sich an den Maßstab 1:50 hält. „Ich habe einen anderen Maßstabausprobiert, aber das sah einfach nicht gut aus“, sagt Jonathan Lickfett. Die Pläne für das Modell hatte er im Kopf, vor jedem Bauabschnitt schaute er sich das Original noch einmal genau an. Dazu halfen Fotos und auch einige Luftbilder. Um genug Platz zum Bauen zu haben, wurde das Modell in den Keller verfrachtet.

Insgesamt 350 bis 400 Stunden hat Jonathan Lickfett in den Bau investiert, dazu noch einiges für „Bürokram“. Denn zwischendurch gingen ihm immer wieder die Steine aus – auch wenn Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für das Projekt investiert wurden. So suchte er nach Sponsoren und fand bei verschiedenen Firmen im Umkreis Unterstützung durch Geld- oder Steinzuschüsse: „Ein auf Lego spezialisierter Onlineshop aus Königsbrunn hat mir zum Beispiel die Dachplatten zur Verfügung gestellt.“ Hinzu kamen auch private Spender, die ihm Steine überließen. Allen ist er sehr dankbar, denn sonst wäre das Projekt kaum rechtzeitig zum Schuljubiläum fertig geworden.

Der Transport war eine große Herausforderung

Die letzte große Herausforderung war der Transport vom Elternhaus in die Schule. Jonathan Lickfett hatte sein Modell von vornherein so geplant, dass es in mehrere Teile zerlegt und transportiert werden kann. Klein war der Aufwand trotzdem nicht: Sechs Fuhren mit zwei Autos waren nötig, bis alles an seinem Bestimmungsort war. Auch das Zusammenbauen forderte noch einmal Geduld und Präzision von den insgesamt sechs Beteiligten.

Für einige Bauteile brauchte er viel Fingerspitzengefühl, bis sie stabil waren, sagt Jonathan Lickfett: „Die Turnhalle hat eine sehr große, frei schwebende Dachfläche, auch wenn Stützen darin sind.“ Auch das schräge Dach des A-Baus war bautechnisch eine Herausforderung, die Fangnetze an den Sportplätzen dagegen eher eine Geduldsprobe. Die einzigen Kompromisse machte der 14-Jährige aber bei den Höhenverhältnissen: Die vielen Treppen und unterschiedlichen Ebenen gerade im Eingangsbereich im Westen ersparte er sich: „Das wäre einfach zu aufwendig geworden.“ Fensterscheiben für alle Räume hätten zudem das Budget endgültig gesprengt.

Trotz der vielen Arbeit und leichtem Termindruck am Ende hatte Jonathan Lickfett viel Spaß an seinem Projekt: „Außerdem ist es ja nicht so, dass ich deswegen keine Zeit mehr für andere Sachen gehabt hätte.“ Und das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand – das sagt nicht nur die Schulleiterin, sondern auch die Freunde: „Am Anfang waren einige schon erstaunt, dass ich so das in meiner Freizeit mache. Aber jetzt haben sie gesagt, dass es richtig cool aussieht“, sagt Jonathan Lickfett.

Das Mickhauser Schloss lockt als Auftragsarbeit

Ein neues Projekt hat der Schüler schon in Aussicht: Sein Mercateum-Nachbau steht jetzt in dem Museum und die Leitung hat angefragt, ob er nicht das Mickhauser Schloss nachbauen möchte. Lust hätte Jonathan Lickfett schon, bevor er sich entscheidet, möchte er sich erst einmal das Original-Schloss anschauen. Sein Talent fürs Bauen könnte er sich durchaus als Beruf vorstellen: Stadtplanung und Architektur seien durchaus interessant. „Aber ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit, bis ich mich entscheiden muss“, sagt Jonathan Lickfett. Mit seinen spektakulären Lego-Projekten hat er zumindest schon einmal einen eindrucksvollen Talentnachweis für spätere Bewerbungen.

Ausstellung Das Modell ist noch bis Ende Juli im Lichthof des Gymnasiums ausgestellt. Während der Sommerferien wandert es ins Königsbrunner Rathaus, wo es zu den Öffnungszeiten besichtigt werden kann. Danach kehrt es voraussichtlich zurück ins Schulhaus.

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