Newsticker

Länder wollen an Weihnachten und Silvester Treffen von bis zu zehn Personen erlauben
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Ein Miteinander aus drei Nationen

Königsbrunn

27.11.2017

Ein Miteinander aus drei Nationen

Die Königsbrunner Gymnasiasten machten gemeinsam mit ihren Gästen aus der Türkei und Litauen einen Ausflug nach München.
Bild: Gymnasium Königsbrunn

Eine Woche lang waren Schüler aus der Türkei und aus Litauen zu Gast in Königsbrunn. Was die Jugendlichen bei einem Besuch bei Audi in Neckarsulm gelernt haben

Zum Abschied sind viele Tränen geflossen. Die Jugendlichen lagen sich in den Armen. Einige Schüler mussten erst überzeugt werden, in den Bus zu steigen, erzählt die Königsbrunner Lehrerin Carmen Jung. Eine Woche lang waren Schüler und Lehrkräfte aus der türkischen Metropole Istanbul und aus der litauischen Hafenstadt Klaipeda zu Gast am Gymnasium. Sie freuen sich schon jetzt auf die weiteren Treffen.

Die Jugendlichen haben sich in dieser Zeit sehr gut verstanden, sagt Jung. Sie betreut den Austausch zusammen mit Ulrike Vögl und Nils Engel für die Königsbrunner Seite. Thema des Projektes ist die berufliche Orientierung, weshalb das Programm laut Jung sehr abwechslungsreich war: Neben einigen touristischen Programmpunkten – wie ein Ausflug nach München – gab es auch viele Workshops und Vorträge.

Tipp: Erfolgreiche Bewerbungen sollen persönlich sein

Einer der Höhepunkte sei der Besuch bei Audi in Neckarsulm gewesen. Bei einer Betriebsführung war die Gruppe laut Jung beeindruckt, wie viele Arbeiten inzwischen durch Roboter erledigt werden. Mitarbeiter des Automobilkonzerns erklärten den Schülern außerdem, wie eine gute Bewerbung aussehen sollte. Laut Jung war es für die Schüler interessant, dass nicht nur gute Noten ausschlaggebend sind, sondern auch Eigenschaften wie Teamfähigkeit. Persönliches Engagement, wie zum Beispiel das Trainieren einer Fußballmannschaft, sei in einer Bewerbung genauso wichtig. Die Mitarbeiter betonten laut Jung, dass erfolgreiche Bewerbungen persönlich sind und sie dadurch einen Eindruck von den Bewerbern erhalten. Das habe die Schüler dazu gebracht, über ihre eigenen Stärken nachzudenken. Die Jugendlichen erstellten daraufhin zusammen mit ihren Austauschpartnern eigene Lebensläufe auf Englisch.

Es sei eine der Herausforderungen gewesen, dass die Jugendlichen nicht in ihrer Muttersprache miteinander kommunizieren konnten, sagt Jung. Von den 52 Schülern waren 26 aus Königsbrunn und jeweils 13 aus der Türkei und aus Litauen. Hauptsprache war deshalb Englisch. Zusammen mit ihren Kollegen warnte Jung die Schüler, nicht zu früh zu glauben, ihren Gegenüber verstanden zu haben. Sie sollten lieber einmal mehr nachfragen, da jeder in einer Fremdsprache Fehler macht und sich eventuell nicht richtig ausdrücken kann.

„Hallo, ich heiße...“ in drei Sprachen

Um sich auch in Deutsch, Türkisch und Litauisch verständigen zu können, fertigen die Schüler während des Projekts ein sogenanntes „Phrasebook“ an. Jung erzählt, dass die Jugendlichen Begrüßungsdialoge wie „Hallo, ich heiße...“ in den drei Sprachen aufgeschrieben haben.

Das Thema interkulturelle Zusammenarbeit wurde bei einem Ausflug zum Training des FC Augsburg behandelt. „Beim Fußball spielen Menschen mit unterschiedlichen Kontexten und verschiedenen Sprachen zusammen“, sagt Jung. Bei einer Fragerunde mit dem FCA-Spieler Jeffrey Gouweleeuw erzählte er den Jugendlichen wie es ist, im internationalen Kontext zu arbeiten. Andere Programmpunkte wie ein bayerischer Abend im Jugendzentrum Matrix waren laut Jung dazu gedacht, dass sich die Schüler näher kennenlernen. Die Lehrerin erzählt, dass es beim Abschied auch private Einladungen gab, sich gegenseitig zu besuchen. Das Projekt wird im März 2018 mit einem Besuch in Litauen weitergeführt. Dann werden neben den 13 Königsbrunnern, die einen Austauschpartner aus Klaipeda haben, auch die 13 türkischen Schüler dabei sein, die einen litauischen Partner haben. Es werde eine Herausforderung sein, die neuen Schüler in die Gruppe zu integrieren, sagt Jung. Die 13 Königsbrunner, die einen türkischen Austauschpartner haben, müssen sich bis April 2018 gedulden. Dann ist der Besuch in Istanbul geplant.

Ende Oktober 2018 gibt es zudem ein abschließendes Lehrertreffen in Königsbrunn, bei dem sich die Lehrer austauschen, welche Erfahrungen jede Schule aus dem Projekt mitnimmt. Jung wünscht sich, dass am Ende ein Arbeitsheft entsteht, indem die Schüler über mehrere Jahre ihre Selbstreflexionen und Erwartungen an ihren künftigen Beruf aufschreiben können.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren