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Bobingen

07.02.2017

Ein Rettungshelfer mit wenig Tiefgang

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2 Bilder
Mit dem neuen „Rescue Water Craft“ kann die Wasserwacht Bobingen auch an schwer erreichbaren Orten schneller helfen.
Bild: Anja Fischer

Die Bobinger Wasserwacht stellt ein neues Motorrettungsboot in Dienst. Warum das Gerät „Schorsch“ heißt.

Der „Schorsch“ macht schon was her, wenn er so da steht. Eine glänzende Erscheinung in Rot und Weiß, mit gelben Signalstreifen. Und auch wenn der „Schorsch“ erwiesenermaßen wenig Tiefgang hat, ist er doch ein ganzer Kerl. Und der geringe Tiefgang ist eher noch von Vorteil, denn der „Schorsch“ ist das neue Rescue Water Craft (RWC), ein Motorrettungsboot, der Wasserwacht Bobingen.

Und weil sein voller Titel nur schwer auszusprechen ist, heißt das flotte Gefährt in Bobingen eben einfach „Schorsch“. Benannt ist es dabei nach Thomas Haugg, Kreisgeschäftsführer des BRK Augsburg-Land. Martin Gschwilm, Ortsvorsitzender der Wasserwacht Bobingen, erklärt das so: „Thomas Haugg hat uns sehr unterstützt, als wir erklärt haben, dass wir so ein RWC beschaffen wollen. Und weil sein Spitzname „Schorsch“ ist, haben wir unser RWC so genannt“.

Der Taufpate war nach dieser Eröffnung bei der Einweihung des neuen Rescue Water Craft ganz sprachlos. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, meinte er lachend und erklärte zum Lob für seine Unterstützung: „Egal, was das Ding gekostet hat, es hat sich bezahlt gemacht, wenn es nur ein Leben rettet.“

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Besser als ein normales Motorboot

Dass das RWC im Einsatz besser ist als ein normales Motorboot, davon ist Martin Gschwilm überzeugt. „Das Fahrzeug ist mit einem speziellen Rettungsschlitten für den Transport in Not geratener Personen ausgerüstet“, erklärt er. „Und da das Fahrzeug nicht tief im Wasser liegt, können wir in Ufernähe besser arbeiten.“ Auch enge Stellen könnten, beispielsweise bei einem Hochwassereinsatz im Ort, besser oder überhaupt passiert werden. Wer Rettung aus dem Hinterhof eines Hauses mit schmalem Durchgang brauche, der habe in früheren Einsätzen oft nur durch ein RWC gerettet werden können, berichtet Gschwilm.

Das neue Fahrzeug kann von nur einem Retter bedient werden, braucht weniger Lagerplatz und ist auch in seinen Unterhaltskosten günstig. Es kann von überall aus ins Wasser gelassen, notfalls sogar aus einer Höhe von bis zu zwei Metern ins Wasser abgeworfen werden. „Man bekommt es schnell ins Wasser, ist schneller am Patienten und kann deshalb schneller Hilfe leisten“, weiß Martin Gschwilm, der auch den Umweltaspekt aufzählt: „Das Water Craft verursacht weniger Wellenschlag, das ist gerade für Schilfgürtel und Wasservögel besser.“

Die erste Wasserwacht in Schwaben

Bei der Wasserwacht Bobingen ersetzt das Rescue Water Craft das bisherige Motorboot. Auch hierbei geht der Ortsverein wieder eine Vorreiterrolle ein: Er ist die erste Wasserwacht in Schwaben und zweite in ganz Bayern, die ein solches Fahrzeug in Betrieb nimmt. „Wir sind damit flexibler, was die Einsatzgebiete und auch die Rettung angeht“, ist Gschwilm überzeugt und verrät augenzwinkernd: „Zudem macht das Training mit dem „Schorsch“ auch noch jede Menge Spaß.“ Der dürfe nicht zu kurz kommen, bestätigte Kreisverbandsvorsitzender Paul Steidle. Und am besten sei es überhaupt, wenn das Fahrzeug nur Spaß machen dürfe und überhaupt nicht im Einsatz gebraucht werde. „Sonst aber soll es helfen, Menschen zu retten“, sagte Steidle.

Eingeweiht wurde der „Schorsch“ bei der Jahreshauptversammlung der Wasserwacht Bobingen. Dort bekam er auch den kirchlichen Segen von Pfarrer Peter Lukas und Stadtpfarrer Thomas Rauch.

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