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Kultur

10.02.2015

Ein be-Swing-ter Abend

Hans Grünthaler (vorne) präsentiert das Max-Meinhardt-Quartett: (von links) Max Wunderle (Klarinette), Christian Bartel (Gitarre), Julia Hornung (Kontrabass), Daniel Fischer (Gitarre).
Bild: Ronny Schneider

Die Zuhörer genießen einen Mix aus Musik und Lyrik in der Buchhandlung Schmid

Zum dritten Mal erklang der „Swing in SMÜ“ in der Buchhandlung Schmid, der „Kulturtankstelle“ als Teilzeit-Kleinkunstbühne im Herzen der Stadt. Hans Grünthaler präsentierte mit dem Max-Meinhardt-Quartett aus München vier junge Musiker der Extraklasse, die den Gypsy-Swing ganz nach ihrem großen Vorbild Django Reinhardt interpretieren und an die goldene Ära der Swing- und Jazzmusik erinnern. Gefunden hat sich die Gruppe vor drei Jahren auf dem alljährlichen Django-Reinhardt-Memorial im Gögginger Kurhaus und schon 2013 wurde das erste Album mit dem Titel „Belleville“ herausgebracht.

Der erste Gitarrist, Daniel Fischer (D-Loch-Gitarre), hatte dieses Mal mit Christian Bartel einen neuen Partner an der Seite und beide brillierten mit Oktav-Doppelgriffen und Tremolo-Pickings bei den Stücken aus dem „Quintett du Hotclub de France“ mit drei Gitarren. Julia Hornung sorgte mit dem Kontrabass für die tiefen Töne. Bei diesen Stücken half der begnadete Klarinettist Max Wunderle auch mal mit der Gitarre aus. Beim eigenen Arrangement des Klassikers „Noage“ und dem „Minor Swing“ glänzte er wieder in seinem Metier. Zwischen den bekannten Django-Reinhardt-Stücken streute das Quartett auch andere Kompositionen, wie den „Elinas Bossa“ des Argentiniers Gonzalo Bergara, ein.

Zum Image einer Buchhandlung gehört natürlich auch eine Bücherlesung und dafür sorgte Hans Grünthaler selbst mit einer zwischen den Musikstücken eingestreuten Auswahl von Texten über die Untiefen des Lebens und die Tücken des Alltags. Die Geschichte „Köttböller für alle“ aus dem Buch „Bierquälerei“ von Volker Keidel gipfelte in der Feststellung „Die meisten Ehen zerbrechen im Erdgeschoss von Ikea.“ Humorig und tiefsinnig waren auch die Geschichten aus Horst Evers „Gefühltes Wissen“, „Die Welt ist eine Bandscheibe“ von John Doyle, „Mettwurst ist kein Smoothie“ von Markus Barth und eine niederbayerische Wirtshausgroteske aus dem Buch „Freilich“ von Andrea Limmer. Die Geschichte „Spirituelle Kulturtankstelle“ von Kai Magnus Ting veranlasste Hans Grünthaler zum Vergleich mit seiner Buchhandlung, die auch als „Teilzeit-Kleinkunstbühne“ fungiert.

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Den Zuhörern im vollgefüllten Verkaufsraum gefiel dieser Kulturmix aus Musik und Lyrik und sie genossen die ganz spezielle enge Atmosphäre auf den Gartenbänken. Nicht nur bei der Zugabe des russisch anklingenden Stücks „Schwarze Augen“ aus der Anfangszeit der Band wippten Köpfe, Hände und Füße unwillkürlich im Takt mit.

Am Schluss lüftete Hans Grünthaler noch das Geheimnis „Wer ist Max Meinhardt?“ Des Rätsels Lösung: Meinhardt ist der zweite Vorname des Gitarristen Daniel Fischer und wurde wegen des Gleichklangs mit dem Vorbild Reinhardt zum Namen der Band erhoben.

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