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26.03.2010

Ein "neuer Trainer" checkt die Mannschaft

Stadtbergen Von klein auf mit Musik vertraut: Vor gut zwei Wochen hat Tristan Uth vordirigiert. Den Mitgliedern des Symphonieorchesters Stadtbergen war gleich klar: das ist der neue Dirigent. Er tritt damit die Nachfolge von Roberto Seidel an, der aufgrund anderweitiger beruflicher Verpflichtungen in München den Taktstock abgab.

Erst kurz vor dem 23. Geburtstag stehend, bringt Uth schon eine reiche Erfahrung als Musiker - an der Tuba - mit. Seine Anfänge als Dirigent liegen noch in seiner Zeit beim Musikverein Fischach.

"Derzeit will ich selektieren - herausfinden, wo das Orchester steht", sagt er. Sein Ziel ist klar: "Es geht darum, das Beste aus dem herauszuholen, was vorhanden ist, und dafür muss ich jedes einzelne Orchestermitglied kennen." Dies sei wie bei einer Fußballmannschaft, wo sich ein neuer Trainer zuerst mit jedem Spieler vertraut machen müsse.

Zwei anspruchsvolle Werke

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Dabei legt Tristan Uth sein Hauptaugenmerk auf den Klang: "Bisher wurde meines Erachtens nicht auf dem Niveau des Orchesters gespielt. Besser werden kann man nur, wenn man Stücke erarbeitet, bei denen alle Beteiligten mitkommen." Für das erste gemeinsame Konzert im Sommer hat der neue Dirigent dennoch zwei anspruchsvolle Werke gewählt. Gespielt werden Beethovens "Egmont"-Ouvertüre sowie Schuberts "Unvollendete". "Das sind zwar schwierige Stücke, aber nicht so komplex wie Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre ,Romeo und Julia' oder Dvoraks 8. Symphonie, die das Orchester ja schon gespielt hat."

Egoisten werden nicht gebraucht

Von einem ist der neue Dirigent überzeugt: "Das Orchester hat viel Potenzial." Nun will er an der Intonation arbeiten: "Es geht darum, den Leuten zu zeigen, wie wichtig jedes einzelne Orchestermitglied für den Gesamtklang ist. Der Begriff Symphonik bezieht sich nicht auf die Noten, sondern darauf, wie sie gespielt werden." Egoisten könne man in einem solchen Klangkörper nicht brauchen. Seiner eigenen Verantwortung ist er sich durchaus bewusst. "Mein Instrument besteht aus 50 Individuen mit all ihren persönlichen Eigenschaften, beim Pianisten sind es 88 Tasten, die sich relativ gleich verhalten."

Wenn Uth nicht selbst Musik macht, hört er sich gerne Weltklasse-Orchester an. So pendelt er immer wieder zwischen München und Amsterdam. Sein Favorit ist das holländische Ensemble: "Hier ist die Liebe im weichen Klang zu hören, in deutschen Orchestern steht oftmals mehr der Beruf im Vordergrund."

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