1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Ein toller „Bunter Abend“ trotz einer Peinlichkeit

Mittelstetten

22.11.2018

Ein toller „Bunter Abend“ trotz einer Peinlichkeit

20181116_SM%c3%83S-Bunter%20Abend%20MFC-379.jpg
4 Bilder
Der mexikanischer Feiertag  "Tag der Toten" bildete den thematischen Hintergrung zum Showtanz der 1.Garde.
Bild: Uwe Bolten

Mittelstetter Narren starten mit dem ersten „Bunten Abend“ in die fünfte Jahreszeit. Welchen Dämpfer es bei der Veranstaltung gibt.

 Die Faschingssaison hat begonnen. Davon zeugt nicht nur, dass der 11.11. längst überschritten wurde, sondern auch der Start einer der beliebtesten Faschingsveranstaltungen in der Region am vergangenen Wochenende: Die „Bunten Abende des Mittelstetter Faschingsclubs (MFC). Ein über dreistündiges Programm aus Garde- und Showtanz, gewürzt mit Witz und Charme aus Reihen der Mitglieder des MFC begeisterten die Gäste im ausverkauften Schützenheim an der Schulstraße. Im bunten Äußeren, an das Thema „Dia della muertos con caramellos del universo y Disney“ stark mexikanisch angelehnt, begrüßte Klaus Grubauer, Vorsitzender des MFC, die Gäste. Dabei war seine Vorfreude auf die kommenden Stunden in der 15-jährigen Tradition dieser Veranstaltung deutlich spürbar.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

MFC: Funkenmariechen als Neuerung

Bunte Kostüme, gekonnte Choreografien, viel Fantasie bei der Umsetzung und die spürbare Leidenschaft bei den Garden machten die jungen Damen erneut zu tänzerischen Aushängeschildern des MFC. Der Showtanz der Minigarde, die mit Codo im Sauseschritt durch das All flog, die Teeniegarde, die unter anderem mit einem sehr süßen Showtanz die Zuschauer in den Bann zog und die Kindergarde, die mit ansprechenden Hebefiguren überzeugte, lassen die vielerorts spürbare Nachwuchslücke in Mittelstetten gar nicht erst aufkommen. Als Neuerung führte der Verein dieses Jahr die „Funkenmariechen ein“.

Die achtjährigen Mädchen, Magdalena Seehuber und Finja Mack, traten mit einer flotten Vorführung in die Tradition großer Faschings- und Karnevalshochburgen. Mit sehr großem Können und unglaublicher Fantasie war die erste Garde ein wahrer Augenschmaus. Ob im klassischen Gardetanz oder bei der großen Show, die sich thematisch an dem wichtigsten mexikanischen Feiertag, dem „Tag der Toten“ orientierte. Diese dort als farbenfrohes Volksfest gefeierten Tage portierten die Tänzerinnen beeindruckend in den Schwabmünchner Ortsteil. Als tänzerische Gäste konnte der Verein die Garde der Imhofia aus Untermeitingen begrüßen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Das diesjährige Musical drehte sich komplett um die Michael „Bully“ Herbig Komödie „Lissi und der wilde Kaiser“. Mit tänzerischem Können, ausdrucksstarkem Schauspiel und einem gehörigen Schuss Klamauk erreichten die MFC-Darsteller aus erster Garde sowie dem weithin bekannten Männerballet „Die Pfundigen“ das Publikum und ernteten den voll verdienten Applaus. „Die Pfundigen“ legten mit ihrem Showtanz noch etwas drauf. Ob als Kaktus, Revolverheld, Liebespaar oder sogar den mauerbauenden US-Präsident: Mexico war allgegenwärtig.

Gefährliche Seniorenreisen und „Söders Rektal Zapferl“, die nach Aussage der beiden Vereinskünstler Klaus Grubauer und Stefan Heckl „gnadenlos, skrupellos und famos“ seien, gehörten genauso zu humoristischen Teilen der Veranstaltung wie kurze Sketche, die Geschehnisse eines Elternsprechtages oder einer Angstbewältigungssitzung beim Psychologen humoristisch und publikumsnah aufarbeiteten.

Peinlich berührte Emotionen nicht nur bei schwimmenden Flüchtlingen

Mit seiner Betrachtung der Jahresereignisse, eingebunden in der Rolle als Vater in Elternzeit, wurde der bis dahin als Moderator fungierende Lokalkabarettist Andi Geißler vorgestellt. Doch leider verlor die „spitzeste Zunge zwischen hier und Kentucky“, wie er von Co-Moderatorin Gabi Schneider bezeichnet wurde, während seines Vortrages sein Händchen für Humor im Fasching. Sein anfänglich gefälliger und von Applaus begleiteter Vortrag erreichte bei den Betrachtungen zu schwimmenden Flüchtlingen im Mittelmeer und dem Versuch, sexuellen Missbrauch an Kindern in den Kirchen lustig zu verarbeiten, nicht mehr als peinlich berührte Emotionen aus dem Publikum. Da erschien das von Band eingespielte Kinderlachen noch als lustigstes Element. Auch sein Lied „Drei Rumänen mit dem Kontrabass“ kratzten an dem, was zu Fasching gebracht werden sollte. Im Gespräch teilte Vorsitzender Klaus Grubauer ähnliche Bedenken.

Ein großer Abend ging mit anhaltendem Applaus des Publikums zu Ende. Alle erkannten, dass solch eine Veranstaltung nur durch einen kerngesunden Verein, dem hoch motivierten Trainerteam und der Leidenschaft aller Vereinsakteure aus Spaß an der Freude realisiert werden kann.

Die folgenden „Bunten Abende“ des MFC sind bereits jetzt ausverkauft.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren