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04.08.2010

Ein ziemlich schräges Stück

Cornelia Hampel aus Klosterlechfeld ist Schreinergesellin, der schiefe Schrank ihr Gesellenstück. Foto: Claudia Dörr
Bild: Claudia Dörr

Schwabmünchen Cornelia Hampels Schrank ist schief. Das ist aber keine Katastrophe, sondern Absicht. Nach dreijähriger Ausbildung in der Schwabmünchner Schreinerei Würstle hat sie vor Kurzem ihre Gesellenprüfung als Schreinerin abgelegt.

Das Gesellenstück der 23-Jährigen aus Klosterlechfeld ist ein richtiger Hingucker. "Ich wollte etwas Unkonventionelles machen, nichts Gerades", erklärt die frisch gebackene Gesellin. Und das ist ihr auch gelungen. In knapp 80 Arbeitsstunden entstand ihr schräges Regal aus Mooreiche und Esche.

Von der ersten Idee bis zum tatsächlichen Bauplan waren es mehr als 20 Zeichnungen. Das Regal sollte erst doppelt so groß werden, am liebsten rund. Hier musste Michael Würstle, seit 2007 selbst Schreinermeister, seine ambitionierte Auszubildende etwas bremsen: "Der Schwierigkeitsgrad sollte nicht zu hoch werden."

Die Richtlinien für Gesellenstücke sind klar definiert. Es gibt verschiedene Anforderungen, beispielsweise muss das selbst gebaute Stück ein Zug- und ein Drehteil aufweisen sowie vorzugsweise frei im Raum aufgestellt werden können. Alle diese Anforderungen erfüllt das schräge Regal mit seiner Drehtür, den beiden Schubladen mit handgeführtem Auszug sowie einer burgundrot lackierten Rückwand. Die Bewertung durch die Berufsschule erfolgt anhand der Kriterien Ästhetik, Passung der Verbindungen, Oberfläche und Maßgenauigkeit.

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"Am ersten Tag hatte ich noch Bedenken, dann lief es aber von allein", beschreibt die 23-Jährige die Arbeit. Trotzdem war die Fertigstellung nicht leicht. Die größte Schwierigkeit lag im Zuschneiden der schrägen Teile. Dafür musste sie unter anderem das Regal stehend durch die Kreissäge laufen lassen - ein Kraftakt. Um die nötige Muskelkraft und Ausdauer aufzubringen, trainiert Cornelia Hampel regelmäßig im Fitnessstudio.

Die Note für Cornelia Hampels Gesellenstück steht noch aus, Gesellin und Meister sind jedoch zuversichtlich. Daher schicken sie das schräge Regal auch beim Wettbewerb "Die gute Form" für Gesellenstücke des Bundesinnungsverbands der Tischler und Schreiner ins Rennen. Während das Regal diese noch beweisen muss, hat Cornelia Hampel als Schreinerin schon jetzt eine sehr gute Figur gemacht. (docl)

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