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Landkreis Augsburg

07.09.2017

Einblicke in die reiche Geschichte des Augsburger Lands

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2 Bilder
In einem Schloss leben die Senioren in Elmischwang (rechts), seitdem die Eigentümerfamilie ins Jagdhaus (vorne links) umzog.
Bild: Altenheim Elmischwang

Zahlreiche Gebäude geben beim Denkmaltag Zeugnis von einstiger Macht und Pracht. Bei einigen sind Anmeldungen erforderlich.

Um an diese elementare gesellschaftliche Bedeutung von Denkmälern zu erinnern, findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals statt. Mit dem diesjährigen Motto „Macht und Pracht“ präsentiert sich am kommenden Sonntag, 10. September, auch im Landkreis Augsburg eine ganze Reihe von Baudenkmälern, die Besuchern nicht nur aufgrund ihrer prachtvollen Bauweise einen Einblick in ihre Entstehungszeit ermöglichen, sondern auch ihre mitunter wechselvolle Geschichte erlebbar machen. Folgende Bauwerke im Augsburger Land werden diesmal geöffnet und erläutert. Bei Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl nennen wir die Telefonnummern, unter welchen sich Interessenten anmelden können:

Allmannshofen Das markante Turmpaar der Klosterkirche St. Johannes der Täufer auf dem Karlsberg in Holzen ist weit über das Schmutter- und Lechtal hinaus sichtbar und wurde 1710 geweiht. In ihrer Ausstattung zeigt die Kirche das hohe künstlerische und handwerkliche Niveau der Zeit – vor allem mit üppigen Stuckarbeiten, Deckenfresken, Reliquienaltären und dem barocken Hochaltar. Geöffnet ist die Kirche von 8 bis 18 Uhr, um 16 Uhr ist Treffpunkt am Eingang der Klosterkirche für eine Führung mit Alois Sailer. Auch die Klostergaststätte hat geöffnet.

Altenmünster Der stattliche alte Pfarrhof am Rathausplatz in der Ortsmitte erinnert dank seiner beiden Bodenerker auf den ersten Blick an ein kleines Schlösschen. Direkt an die katholische Pfarrkirche St. Vitus angrenzend, bildet er gemeinsam mit dem Gotteshaus seit vielen Jahrhunderten das historische Zentrum des Ortes. Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1602 unter der Oberschönenfelder Äbtissin Walburga Schüßler. Damit ist das Anwesen der älteste Pfarrhof im Zusamtal. Nach einer grundlegenden Sanierung Anfang der 1980er-Jahre diente der Pfarrhof bis 2012 als Wohnung für den örtlichen Pfarrer. Nachdem diese Funktion wegfiel, stand das Gebäude mehrere Jahre lang leer, bis schließlich Hans Wipfler aus Zusmarshausen das denkmalgeschützte Objekt von der Diözese erwarb. Anschließend sanierte er das Gebäude vom Gewölbekeller bis zum Dach zu einem Wohnhaus. Das renovierte Gebäude ist ein Beispiel, wie einem denkmalgeschützten Gebäude mit Einfühlungsvermögen die einstige Pracht zurückgegeben werden kann, ohne dass dabei die Ansprüche an modernen Wohnkomfort zurückstehen müssen. Das Gebäude ist nur zur Führung mit Hans Wipfler um 17 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung unter Telefonnummer 0821/3102-2547 oder unter heimatpflege@lra-a.bayern.de ist deshalb unbedingt erforderlich.

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Bobingen An der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau stand schon im Mittelalter eine Muttergotteskapelle. 1472 wird diese erstmals urkundlich erwähnt. 1748 wurde ein Neubau beschlossen. Baumeister war Franz Xaver Kleinhans. Am 17. Oktober 1751, kurz nach der Weihe des Neubaus, wurde das Gnadenbild wieder in die Liebfrauenkirche zurückgebracht. Die letzte Restaurierung wurde 2013/14 durchgeführt. Die Kirche birgt den weitaus größten zusammenhängenden Bestand an Votivtafeln im Landkreis Augsburg. Geöffnet ist von 8 bis 17 Uhr. Eine Führung mit Reinhold Lenski beginnt um 16 Uhr.

Das Untere Schlösschen in Bobingen wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut von den Welsern und zeitweise bewohnt von den Fuggern. Nach 1750 wurde das Gebäude im Barockstil umgestaltet und mit dem markanten Turmanbau geschmückt. Heute wird das Untere Schlösschen als Kulturzentrum vielfältig genutzt. Im Erdgeschoss betreibt der Kunstverein Bobingen seine Galerie. Um 14.30 Uhr führt Reinhold Lenski durch das Gebäude, um 15.30 Uhr gibt dort das A-cappella-Vokalensemble Piano & Voice ein Konzert.

Ehingen Die Filial- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau ist ein spätgotischer Bau, geweiht am 5. September 1494. Um 1676 wurde eine Seitenkapelle angebaut, sie enthält die Grablege der Grafenfamilie Fugger-Nordendorf. Gnadenbild der Wallfahrt ist eine eindrucksvolle Pietà und es gibt ein Kruzifix aus der Zeit um 1515. Um 10 Uhr ist Patrozinium, anschließend um 11.15 Uhr gibt es eine Führung mit Franz Josef Merkl.

Elmischwang Erste Erwähnung als Adelssitz fanden Schloss und Gut im 15. Jahrhundert. Nach zahlreichen Besitzerwechseln ging das Anwesen Ende des 19. Jahrhunderts in das Eigentum der Familie von und zu Aufseß über. Nach 1902 entstand ein Neubau des Schlosses. Nachdem die Familie in das benachbarte Forstgebäude umgezogen war, stellte sie das Schloss 1946 dem Landkreis Augsburg zur Nutzung als Altenheim zur Verfügung. Nach verschiedenen Trägern befindet es sich seit 1998 in eigener Trägerschaft der Familie von und zu Aufseß. Geöffnet ist nur zur Führung um 16 Uhr mit Volker Bertram. Eine Anmeldung unter Telefonnummer 0821/3102-2547 oder unter heimatpflege@lra-a. bayern.de ist erforderlich.

Emersacker Im ehemaligen Fuggerschloss Emersacker, das nun im Besitz der Gemeinde ist, findet ein historischer Lichtbildvortrag im Gemeindesaal um 14 Uhr durch Altbürgermeister Alois Heim mit anschließender Führung durch die Eiskeller, die Gewölbe in der ehemaligen Brauerei und die alte Wehranlage mit Siegfried Karner statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung unter Telefonnummer 0821/3102-2547 oder unter heimatpflege@lra-a.bayern.de ist unbedingt erforderlich. (köj)

Fischach Die heutige Pfarrkirche St. Michael trägt das Weihejahr 1499. Mehrere Umbauten im 18. Jahrhundert sowie die Verlängerung der Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lassen ihre ursprüngliche Gestalt jedoch kaum mehr erkennen. Eindrucksvoll sind Stuckarbeiten von Joseph Meitinger sowie Deckenfresken von Franz Martin Kuen. Geöffnet ist von 14 bis 18 Uhr, Pfarrer Sebastian Nößner führt um 14 Uhr durch die Kirche.

Gablingen Unter dem Motto „Handelsgut Metalle: Blick in die Vor- und Neuzeit“ steht eine kleine Sonderausstellung im Archäologischen Heimatmuseum Gablingen, Holzhauser Weg 7. Rudolf Weindl zeigt darin die Bedeutung der Metalle auch als Zeichen der Macht und des Reichtums. Geöffnet ist das Museum von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Führungen finden nach Bedarf bei freiem Eintritt statt.

Großaitingen Bei der katholischen Kapelle St. Sebastian am Sebastiansweg wurde der heutige Chorbau nach einem Pestgelübde 1628 errichtet und 1739/40 erweitert. 1740 entstanden Deckenfresken von Matthäus Günther. Eine wertvolle Statue des heiligen Sebastians aus dem 17. Jahrhundert ist noch heute im Besitz der Sebastiansbruderschaft. Geöffnet ist von 13 bis 17 Uhr. Führungen werden um 14, 15 und 16 Uhr angeboten. Dabei werden auch Stiftungen früherer Gönner gezeigt. Ansprechpartner ist Diakon Armin Pfänder, Telefon 08203/1750, E-Mail: pfaender.armin@t-online.de.

Meitingen Die Anlage des Schlosses erhielt unter dem damaligen Eigentümer Markus III. von Schnurbein zwischen 1768 und 1773 das Aussehen, das im Wesentlichen die Anlage bis heute prägt. War dort zeitweise eine Trinkerheilanstalt untergebracht, folgte nach 1945 eine ausschließliche Nutzung als Alten- und Pflegeheim. Es ist nur zur Führung mit Alfred Sartor um 11 Uhr geöffnet. Anmeldung unter Telefonnummer 0821/3102-2547 oder unter heimatpflege@lra-a.bayern.de ist erforderlich.

Neusäß-Steppach In Neusäß dreht sich alles um den Bismarckturm in Steppach. „Götterdämmerung“ heißt der Entwurf eines Turms, den der junge Eltviller Architekt Wilhelm Kreis bei einem Wettbewerb der Deutschen Studentenschaft einreicht und den ersten Preis gewinnt. Seine Skizze wird als Einheitsentwurf 47-mal in ganz Deutschland zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers umgesetzt – auch auf der Steppacher Anhöhe beim Bismarckturm. Die Einweihung war im Jahr 1905. Er verkörpert das Denkmaltag-Thema „Macht und Pracht“. Bereits zu Lebzeiten wurde Bismarck als „Reichsgründer“ verehrt, später wurde ihm mit den monumentalen Erinnerungstürmen quer durch das ganze Land geradezu gehuldigt. Renoviert und neu eröffnet wurde er 1983. Eigentümer des auf Neusässer Grund stehenden prächtigen Gebäudes ist die Stadt Augsburg. Nach dem II. Weltkrieg döste der 20 Meter hohe Turm lange Jahrzehnte verschlossen vor sich hin.

Geöffnet ist zwischen 13.30 und 16 Uhr, von 14 bis 14.30 Uhr gibt’s eine Führung für Kinder (ab etwa sieben Jahren) durch den ortsgeschichtlichen Arbeitskreis Steppach, von 14.30 bis 15.15 Uhr eine Schauspieler-Führung für Erwachsene durch Bernhard Vogt von der Schauspielgruppe Neusäß sowie von 13.30 bis 15.30 Uhr einen Maltisch für Kinder, dazu Malwettbewerb mit gesponserten Preisen von Steppacher Firmen. Eine kostenlose Broschüre enthält Hintergrundinformationen zum Bismarckturm.

Oberschönenfeld In den Jahren 1721 bis 1723 ließ die Äbtissin Hildegard Meixner die Zisterzienserinnen-Abteikirche Mariä Himmelfahrt neu errichten. Der Innenraum dieser Kirche zählt zu den schönsten in Bayerisch-Schwaben. Eingebettet ist die Kirche in das in Süddeutschland einmalige Areal einer komplett geschlossenen Klosteranlage mit Ökonomiegebäuden. Die Kirche wurde im Jahr 2012 renoviert. Geöffnet ist von 8 bis 18 Uhr. Um 8.30 Uhr beginnt die Konventmesse. Um 10.30 und 14.30 Uhr führt Prof. Walter Pötzl, um 16.30 Uhr Wolfgang Wallenta durch die Kirche. Die Klostergaststätte hat geöffnet.

Siegertshofen Die heutige Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im gotischen Stil von 1470 bis 1490 errichtet und 1495 geweiht. Sie ist eine der Ältesten im Staudengebiet und hat neben Nikolaus auch die allerseligste Jungfrau Marie, Alexander den Märtyrer, die Jungfrau Katharina und den „heiligen Schutzengel“ als Patrone. Trotz mehrfacher Renovierungen und Umbauten hat sich mit „Maria Krönung“ eine der bedeutendsten spätgotischen Schnitzgruppen im Landkreis Augsburg aus der Zeit um 1500 erhalten. Der nur einen Steinwurf entfernte Pfarrhof von 1724 beeindruckt im Inneren mit seinem Deckenstuck. Beide Gebäude sind von 14 bis 18 Uhr geöffnet, eine Führung mit Pfarrer Sebastian Nößner beginnt um 15 Uhr.

Thierhaupten Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) öffnet von 10 bis 16 Uhr das Bauarchiv im ehemaligen Kloster. Die Sammlung enthält Baumaterialien aus mehr als 2000 Jahren, vom römischen Estrich bis hin zu Bauteilen des Münchner Olympiastadions. Von 10 bis 15 Uhr finden stündlich Führungen statt. Eine Ausstellung zeigt, dass es im Denkmal nicht zugig oder kalt sein muss. Die Zufahrt erfolgt am besten über die Augsburger Straße 22, hier befinden sich die Besucherparkplätze.

Rund 500 Jahre ist das Klostermühlenmuseum Thierhaupten in der Franzengasse 21 alt, das zu Beginn der 1990er-Jahre zunehmend verfiel. Barbara und Karl Seidenschwann erwarben das Anwesen, ließen Gebäude und Außenanlagen samt Wasserrad wiederherstellen und eröffneten im Jahr 1997 das Museum, das heute im Besitz des Landkreises Augsburg ist. Am Denkmaltag gibt’s Kurzführungen um 14.30 und 16 Uhr, Papierschöpfen für alle ist von 14 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Kinder stellen zusammen mit Papierkünstlerin Heidrun Stallwanger „Kinderkunst in Kartons“ her. Die Gebühr beträgt drei Euro pro Kind.

Wollbach In der Kirche St. Stephan Wollbach erhalten die Besucher die Möglichkeit, den historischen Dachstuhl aus dem Jahr 1763 zu besichtigen. Die statische Konstruktion des handgeschlagenen Dachstuhls gleicht einer handwerklichen Meisterleistung. Darüber hinaus können Besucher sich ein Bild der Schäden am Dachstuhl machen. Eine Besichtigung ist von 13 bis 16 Uhr möglich. Vor, während und nach der Besichtigung servieren die Ministranten Kaffee und Kuchen im Vereinsheim Alte Schule.

Zusmarshausen Das Schloss kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Denn bereits 1505 ließ Bischof Heinrich von Lichtenau auf einer Anhöhe in Zusmarshausen das Stiftschloss errichten. Es diente mehr als 300 Jahre lang als Pflegamt des Hochstiftes Augsburg. Erst die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging mit einem grundlegenden Nutzungswandel einher. Durch den Reichsdeputationshauptschluss war das Schloss in das Eigentum des Königreichs Bayern übergegangen und beherbergte fortan statt der bislang klerikalen nur noch staatliche Beamte. So war das Schloss bis 1862 Sitz des königlich-bayerischen Landgerichts, danach wurde es durch das Bezirksamt Zusmarshausen genutzt. Inzwischen ist hier der Forstbetrieb Zusmarshausen der Bayerischen Staatsforsten untergebracht. Das Gebäude verfügte im Erdgeschoss einst über ein Verhör- und Gefangenenzimmer sowie über einen Kerker im Kellergeschoss. Anmeldung unter Telefonnummer 0821/3102-2547 oder unter heimatpflege@lra-a.bayern.de ist erforderlich.

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