Newsticker

Wirtschaftsweise: Teil-Lockdown kaum Auswirkungen auf Wirtschaftskraft
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Eine Doppelrolle und zwei „falsche“ Türen

Kleinaitingen

09.11.2018

Eine Doppelrolle und zwei „falsche“ Türen

Die Türen der neuen Kulisse bereiten bei den Proben manchmal Probleme. Hubert Voth (rechts) und Michael Brzeski nehmen es mit Humor.
5 Bilder
Die Türen der neuen Kulisse bereiten bei den Proben manchmal Probleme. Hubert Voth (rechts) und Michael Brzeski nehmen es mit Humor.
Bild: Michael Lindner

Das Dorftheater probt zum ersten Mal mit neuer Kulisse; es wartet eine unerwartete Herausforderung. Worauf die Zuschauer in diesem Jahr verzichten müssen.

Hubert Voth geht zur Tür, er drückt die Klinke nach unten und möchte schnell von der Bühne verschwinden. Doch nichts passiert. Seine Kollegen auf und vor der Bühne lachen lauthals los – auch Voth kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Denn nun ist auch ihm das widerfahren, was zuvor schon (fast) allen anderen Schauspielern an diesem Donnerstagabend passiert ist: Sie wollten die Türe in die falsche Richtung öffnen. Doch diese und andere kleine Schwierigkeiten sind normal – schließlich proben die Darsteller des diesjährigen Theaterstücks zum ersten Mal auf der großen Bühne der Lechfeldhalle.

An der neuen Kulisse werkeln Stefan Hornik und Lukas Fiehl noch fleißig. Der Tresen erhält noch seinen letzten Schliff, außerdem muss noch die genaue Position des Tisches geklärt werden, damit der Kronleuchter passend an der Decke fixiert werden kann. Das fehlende Fenster wird in den nächsten Tagen eingebaut, doch die größte Herausforderung an der neuen Bühnenkulisse sind die Türen. Diese öffnen sich derzeit nach innen – sprich zur Bühne hin. Das sei bei Theaterbühnen unüblich, war die einhellige Meinung der Schauspieler. Ob ein Umbau der beiden Türen noch möglich ist, will Bürgermeister Rupert Fiehl – der zugleich die Spielleitung und eine kleine Nebenrolle innehat – nun klären.

Theater in Kleinaitingen ist wichtige Einnahmequelle für den Verein

Egal wie die Türen sich bei der Premiere am 23. November auch öffnen werden, eins ist garantiert: der Spaß. Voller Vorfreude sind die Schauspieler, nachdem vergangenes Jahr das Stück „Geliebte Hexen“ krankheitsbedingt komplett ausfallen musste. „Das ist eine riesige Einnahmequelle, die dem Verein letztes Jahr gefehlt hat“, sagt Rupert Fiehl.

Das Kleinaitinger Dorftheater unterhält seit 1983 das Publikum mit einer ländlichen Komödie im Dialekt. Darsteller sind Mitglieder des Musikvereins, seit 2008 nennen sie sich Kleinaitinger Dorftheater. Mit der „Pension Pleitegeier“ führen die Akteure diesmal eine Komödie in drei Akten auf, die Jürgen Schuster – ein Schulfreund von Bürgermeister Fiehl – geschrieben hat. Bei dem Stück gibt es eine besonders große Herausforderung: Es ist für acht Schauspieler gedacht, dieses Jahr sind in Kleinaitingen aber nur sieben im Einsatz.

Hubert Voth mit einer interessanten Doppelrolle

Eine Lösung war schnell gefunden: Hubert Voth spielt eine Doppelrolle – und zwar die beiden unterschiedlichen Brüder Sepp, einen Gerichtsvollzieher, und Hannes, einen Postangestellten. Mit dieser Wahl haben die Verantwortlichen das richtige Näschen bewiesen. Voth überzeugt bereits bei der Probe vor allem in seiner mit allen Klischees behafteten Rolle als Beamter. Urkomisch wird es, als er seinen Kuss-Notfall-Zettel herauskramt, um auf die Annäherungsversuche von Kreszenz Misterer (gespielt von Marion Fleischer) richtig zu reagieren. Doch auch die anderen Schauspieler werden die Besucher immer wieder zum Lachen bringen – und müssen unterschiedlichste Hürden meistern. Mariette Turner zum Beispiel spielt eine wilde Furie, dabei sei sie im wahren Leben das komplette Gegenteil, sagt Rupert Fiehl. Michael Brzeski hingegen hat die Hauptrolle und damit mehr als 250 Einsätze – da ist viel Text lernen angesagt.

Keine Bewirtung während der Aufführung in Kleinaitingen

Falls doch mal ein kleiner Texthänger passiert, tritt Souffleuse Uschi Meyer in Aktion. Vor einigen Jahren spielte sie noch selbst auf der Bühne, aber nachdem sie einst eine schwierige Rolle hatte, bei der sie sich immer wieder verhaspelte, möchte sie nicht mehr im Rampenlicht stehen, sagt Meyer während der Proben. Bei diesen fehlt an diesem Abend Biggi Rueß – das Mädchen für alle Fälle, wie sie Rupert Fiehl nennt: „Wenn ein Schauspieler bei den Proben keine Zeit hat, spielt Biggi die Rolle.“ Auf eine Neuerung müssen sich die Besucher einstellen: Erstmals sind in diesem Jahr keine Tische aufgestellt, es gibt lediglich mehrere Stuhlreihen. Eine Bewirtung während des Theaterstücks findet also nicht statt, allerdings gibt es vor und während den Pausen im Nebenraum kleinere Speisen und Getränke. Grund für diese Neuerung: Durch die fehlende Bewirtung ist es deutlich ruhiger und die Schauspieler werden weniger abgelenkt.

Wirklich ruhig wird es aber bei den Aufführungen nicht bleiben, denn das Stück ist gespickt mit kuriosen Situationen und spritzigen Dialogen.

Tickets und Termine

Die Aufführungen finden am Freitag, 23. und 30 November, sowie am Samstag, 24. November und 1. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr in der Lechfeldhalle Kleinaitingen statt. Am Sonntag, 2. Dezember, spielt dann die Jugendkapelle ab 14.30 Uhr Adventsmusik bei Kaffee und Kuchen – die Vorstellung beginnt um 16 Uhr. Karten Der Eintritt für Erwachsene beträgt sieben Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen vier Euro. Kartenvorverkauf ab 12. November von Montag bis Freitag von 17.30 bis 19.30 Uhr unter der Telefonnummer 08203/9493000 sowie per E-Mail an ticket@dorftheater.eu.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren