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Bobingen-Burgwalden

03.12.2020

Eine Karte aus dem Jahr 1613 zeigt Burgwalden in neuem Licht

Der Ausschnitt der Burgauer Landtafel aus dem Jahr 1613 zeigt die Gegend um Burgwalden.
Bild: Anja Fischer

Plus Das Museum im Burgwalder Backhäusle zeigt den Ausschnitt einer alten Landkarte. Schon vor rund 400 Jahren waren markante Orte darauf deutlich zu erkennen.

Immer wieder gibt es beim historischen Backhäusle in Waldberg etwas Neues zu bestaunen. Das kleine Museum ist mittlerweile ein beliebter Ausflugsort geworden. Idyllisch an den Fischteichen des einstigen Schlösschens gelegen, wartet es mit vielen Sammlerstücken und einzigartigen Funden auf. Seit Kurzem gibt eine historische Landkarte im Außenbereich Auskunft darüber, wie unsere Gegend im Jahr 1613 besiedelt war.

Die aufgestellte Tafel zeigt einen Ausschnitt aus der Burgauer Landtafel. In dieser hielt 1613 der Maler Johann Andreas Rauch aus der Vogelperspektive die Orte der damaligen Markgrafschaft Burgau fest. Auftraggeber der Karte war damals Karl, Sohn von Erzherzog Ferdinand von Österreich und Bruder von Kaiser Maximilian II. 42 Wochen arbeitete Rauch an der Karte und legte dabei viele Wege zu Fuß zurück. So ist der Maßstab der Burgauer Landtafel auch in geometrischen Schritten gemessen.

Original der Burgauer Landtafel lagert im Archiv des Nationalmuseums

Das Original der Burgauer Landtafel ist fast neun Quadratmeter groß und lagert im Archiv des Bayerischen Nationalmuseums. Wegen des schlechten Zustandes kann das Original nicht mehr besichtigt werden, den Museumsbetreibern um Lorenz Schreiber und Gottfried Dörner aber gelang es, eine hochauflösende digitale Bilddatei zu kaufen, wie Schreiber berichtet. „Aus dieser Datei haben wir den Ausschnitt mit Burgwalden und seiner Umgebung vergrößert. Das kleine Bild daneben zeigt die gesamte Karte und unseren Ausschnitt." Diese Arbeit übernahm Armin Peterhans. Mithilfe des Schreiners Andreas Delicz, eines Enkels des ehemaligen Burgwaldener Fischmeisters Gerhard Arbter, wurde für die Bilder der Landtafel ein Rahmen gebaut und die Tafel aufgestellt.

Ausgestellt im Wasserschloss: Die überlassenen Originalfundstücke in einer Vitrine angeordnet und beleuchtet.
Bild: Anja Fischer


Auf der Vergrößerung sind deutlich das Wasserschloss Burgwalden, das Leitenbad in Wehringen, die Justinakapelle bei Reinhartshofen, der Engelshof und das Straßberger Schloss zu erkennen. Markante Punkte und Ortschaften, die es schon anno 1613 gab. Heute ist Burgwalden nur ein kleiner Ortsteil von Bobingen, im 16. Jahrhundert aber trugen die damaligen Besitzer, die Familie Hoechstetter, sogar den Titel „Hoechstetter von Burckwalden".

Burgwalden war damals schon als Schlosssitz verzeichnet

Viele der im Backhäusle von Lorenz Schreiber und Gottfried Dörner zusammengetragenen Informationen werfen ein ganz neues Licht auf den kleinen Ort mitten im Wald. So auch die Burgauer Landtafel, die Burgwalden schon damals als Schlosssitz verzeichnete. Mit der Ausstellung der Karte ist das Backhäusle wieder um eine Attraktion reicher und sicher einen (erneuten) Besuch wert.

Kontaktaufnahme für Besichtigungen/Führungen in Museum und Kirche: Gottfried Dörner 08234/1702 und Lorenz Schreiber 08234/7320.

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