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Projekt

09.01.2015

Eine Kinderstube für viele kleine Bachforellen

Kinder und Jugendliche beim Auslesen der Eierhüllen und unbefruchteten Eier.
Bild: Markus Rauscher

Jugend des Fischereiverein Großaitingen kümmert sich um den Nachwuchs. Nach dem Verzehr des Dottersacks geht es in die Freiheit

Nicht einfach haben es viele Fische in den heimischen Gewässern. Ein Teil landet auf den Tellern, ein Teil wird von Kormoranen gejagt und die Fortpflanzung der verbleibenden Bestände wird durch immer weniger passende Laichplätze weiter reduziert. Einen wichtigen Bestandteil zum Erhalt der Arten leisten dabei die örtlichen Fischereivereine. So auch der Fischereiverein Großaitingen, der mit seinem Brutboxenprojekt dafür Sorge trägt, dass es an Nachwuchs in der Singold nicht mangelt.

Gefördert wird das Brutboxenprojekt durch den Fischereiverband Schwaben. Die speziellen Kästen erinnern ein Stück weit an aus Regenrohren gebaute Blumenkästen. Wichtigster Bestandteil sind jedoch nicht Erde und Pflanzen, sondern die kleinen Kammern, in denen die Fische heranwachsen können.

Gutes Auge und eine ruhige Hand

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Bestückt haben im Dezember die Großaitinger ihre Brutboxen mit Bachforelleneiern. „Kurz vor Weihnachten konnten wir die ersten geschlüpften Forellen beobachten“, sagt Vorsitzender Markus Rauscher. In den folgenden Tagen waren bei eisigen Temperaturen ein gutes Auge und eine ruhige Hand gefragt. In akribischer Kleinarbeit sortierte die Jugend des Vereins an mehreren Tagen die unbefruchteten Eier und leere Eierhüllen mit Plastikpinzetten aus. Zu Jahresbeginn konnten dann bereits die ersten Früchte der Fleißarbeit beobachtet werden: Unzählige kleine Fische mit Dottersack schwammen in der Brutbox. Der Dottersack ist quasi ein Vorratslager, denn im Larvenstadium ist der Fisch noch nicht in der Lage, zu fressen. Daher wird ihm in Form des Dottersacks der Proviant für die erste Lebenszeit von Mutter Natur mit auf den Weg gegeben.

Vor Kurzem wurde die Brutbox an der Singold wieder überprüft. „Hier konnten wir dann sehen, dass bereits 70 Prozent der Fische aus den Eiern geschlüpft waren und sich munter bewegten“, sagt Rauscher. Die Brutbox mit den Eiern wurde daraufhin wieder vorsichtig ins Wasser zurückgesetzt. Sobald die kleinen Fische ihren Dottersack aufgezehrt haben, passen sie durch die schmalen Schlitze in den Kammern der Brutbox und schwimmen dann selbstständig in die Freiheit.

Wie bei wild lebenden Fischen üblich, sind die kleinen Forellen dann auf sich selbst gestellt und werden in den nächsten drei bis fünf Jahren zu fangfähigen Fischen heranwachsen, die dann wiederum selbst Eier legen und sich fortpflanzen sollen.

Im Internet

Unter www.fischereiverein-grossaitingen.de unter der Rubrik Jugend sind weitere Bilder der Brutboxenaktion zu sehen.

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