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Wehringen

24.03.2015

Eine Osterkrone mit 900 Eiern

Am Ende des Aufbaus steckt Waltraud Egger gelben Schleifen an der Osterkrone fest.
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Am Ende des Aufbaus steckt Waltraud Egger gelben Schleifen an der Osterkrone fest.

Wehringen putzt sich heuer besonders heraus. Dass die österliche Dekoration diesmal so groß ist, hat etwas mit dem Dorffest im Sommer zu tun.

Die große Osterkrone in Wehringen wird nur alle fünf Jahre aufgebaut: „Immer dann, wenn historisches Dorffest ist“, sagt die 2. Vorsitzende des Gartenbauvereins Wehringen, Waltraud Egger. Denn die große Osterkrone ist optisch eine große Besonderheit mit Tradition.

Etwa 4,20 Meter Höhe und einen Durchmesser von rund 3,70 Meter weist die Osterkrone auf. Einen guten halben Tag benötigen über zehn Helfer, um die Einzelteile an Ort und Stelle zusammenzusetzen und die Kronenteile mit den weithin bunt leuchtenden Ostereiern zu verzieren. 900 Eier sind es, die in insgesamt 36 Strängen angebracht werden. Sie haben eine Gesamtlänge von knapp 65 Metern. Jeweils drei Stränge zieren einen Kronenbogen. Gelbe Schleifen lassen die große Krone leicht und frühlingshaft wirken. Am Boden rund um die Krone sorgt eine Bepflanzung mit Hornveilchen, Osterglocken und Gänseblümchen für zusätzlichen Schmuck. „120 Pflanzen werden hierfür gesetzt“, sagt Waltraud Egger.

Schon in der vergangenen Woche haben fleißige Hände die Metallformen mit Edeltannen-Grün umwickelt. Vorher wurden die Stäbe mit Stroh eingebunden – damit die Zweige besser halten. „Doch das ist nicht das eigentliche Problem“, erzählt Waltraud Egger. „Für die große Osterkrone brauchen wir sehr viel Material. Und das steht uns nicht immer zur Verfügung.“ In diesem Jahr wurde glücklicherweise vor einigen Wochen eine passende Edeltanne gefällt. Ihr samtiges Grün gibt nun der Wehringer Osterkrone den passenden Rahmen. Seit dem vergangenen Wochenende steht die Frühlingsschönheit an ihrem angestammten Platz auf dem Hügel vor der Kirche St. Georg. Eine fest im Boden verankerte Hülse hält das imposante Gebilde fest.

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Die Osterkrone stand schon an mehreren Stellen

Solche österlichen Dekorationen haben in Wehringen Tradition, wenn auch an verschiedenen Stellen. Veronika Schreier, Ehrenvorsitzende beim Gartenbauverein, erinnert sich: „Ab 1995 haben wir den Brunnen auf dem Rathausplatz für die Osterzeit dekoriert. Girlanden entlang der Stützen, Weidenzweige und viele Eier wurden aufgehängt.“ Die Anregung zur Osterkrone kam schließlich von Mechthild Werner. Sie brachte von einem Verwandtenbesuch Bilder mit. Das wäre doch eine tolle Aktion für den Gartenbauverein, beschloss die damalige Vorstandschaft. 1998 wurde die erste Krone aufgestellt. Der erste Standort war, wie Veronika Schreier berichtet, am südlichen Ortsrand an der Bergstraße. Dann gab es ein Kronenmodell für den Rathausbrunnen, das passgenau für seinen Platz über dem Brunnen angefertigt wurde.

Das neueste Gebilde ist die große Osterkrone, die jetzt in ihrer ganzen Pracht vor der Kirche zu sehen ist. „2004 haben wir die als erste Krone im Wasserturm eingeflochten“, erinnert sich Veronika Schreier. Sie hatte vorher die Zeichnungen für das Modell geliefert, Bruder Ulrich Egger und Max Feuchtgruber bauten die Krone nach diesen Vorgaben.

„Früher haben wir die Kronen noch mit echten Eiern geschmückt“, weiß Veronika Schreier aus alten Zeiten. „Die Schulkinder wurden gebeten, sie auszublasen und anzumalen.“ Doch über gingen viele der Eier kaputt, leider auch durch Vandalismus. Die diesjährige Osterkrone soll diesmal möglichst lange unbeschadet stehenbleiben. Waltraud Egger hofft: „Wenn das Wetter gnädig ist, können wir sie bis zur Erstkommunion Ende April stehen lassen.“ Vor der Freinacht auf den 1. Mai wird sie aber sicher abgebaut.

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