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Graben

08.10.2017

Eine Region mit internationaler Strahlkraft

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Grabens Bürgermeister Andreas Scharf (rechts) hat im Lager zwischen den 1,5 Millionen Einzelartikeln seinen Favoriten gefunden.
Bild: Uwe Bolten

Bei einem Tag der offenen Tür bei Amazon in Graben werden Themen rund um die Logistik diskutiert. Warum Roboter nicht zwingend den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten.

Johannes Weingärtner, Standortleiter des Amazon-Logistikzentrums Graben, hatte im Namen des amerikanischen Unternehmens zu einem „Open Day“ Politiker, Repräsentanten der Wirtschaft, Medienvertreter und Abgesandte lokaler Organisationen in sein Logistikzentrum Graben eingeladen. Neben einer Diskussion über die „Metropolregion München: Stadt und Land“ übergab er im Rahmen der Aktion „Amazon gemeinsam“ eine Spende in Höhe von 5000 Euro an die St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Otto Bachmeier, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation, erläuterte das Projekt, in das die Spende fließt: „Das Projekt soll nun auch im südlichen Landkreis dazu beitragen, dass sich Familien zu einem guten Team entwickeln und das Zusammenleben im Alltag verbessern können.“

Durch gemeinsames Erleben, Gestalten und Spielen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Herausforderungen, die der Alltag mit sich bringe, erläuterte er den Ansatz. „Die Maßnahmen der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sind für uns wichtig, da sie auch unmittelbar Mitarbeiter unseres Unternehmens betreffen können, sagte Weingärtner. Bevor dieser freudige Moment mit viel Applaus bedacht werden konnte, tauschten Politiker und Vertreter der Wirtschaft unter der Moderation des Wirtschaftsjournalisten Matthias Pieringer ihre Standpunkte zu den Themen Leistungsfähigkeit der Logistik für Stadt und Land sowie die Voraussetzungen dafür aus.

Messe erzielt ähnliche Effekte wie ein Flughafen

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Gerhard Gerritzen, stellvertretender Geschäftsführer der Messe München, unterstrich die hohe Bedeutung des Messestandortes und siedelte diese ähnlich wie den Flughafen an. „Wir sind natürlich kleiner, erzeugen jedoch ähnliche Effekte in der Region. Vom Taxi über Hotels, Messebauer und Verleiher bis zu Fluggästen für den Airport entwickeln wir eine Wirtschaftskraft“, zählte er auf. 25000 Arbeitsplätze seien seiner Aussage nach durch die Messe gesichert.

„Die Logistik gilt nicht als Vorzeigebranche, obwohl sie die drittgrößte Branche in Deutschland ist“, stellte Peter Stöferle vom Ausschuss Verkehr und Logistik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben fest. Sei in Umfragen bei Logistikunternehmen über 40 Jahre die verkehrstechnische Infrastruktur an Platz eins gewesen, stehe nun der Breitbandausbau an erster Stelle. „Wir von der IHK sind dem Gräbinger Bürgermeister als auch dem Landrat dankbar, dass sie mit Mut und Entschlossenheit sich für den Amazon-Standort Graben eingesetzt haben“, sagte er.

Die große internationale Strahlkraft der Metropolregion München unterstrich die CSU-Politikerin Carolina Trautner, die für den Bereich Augsburg-Land-Süd im Bayerischen Landtag vertreten ist: „Dennoch ist es unser Ziel, gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen.“ Somit sei es das Ziel, die Arbeit zu den Menschen zu bringen und nicht noch mehr Arbeitskräfte in den Ballungszentren zu konzentrieren. „Es gilt beides, Stadt und Land, im Auge zu behalten. Daher kommt der Förderung des Breitbandausbaus für schnelle Datenleitungen ein großes Gewicht zu“, sagte Trautner.

Hoher Flächenverbrauch im ländlichen Raum

„Wir siedeln uns mit den Verteilzentren insbesondere im ländlichen Raum an, da der Flächenverbrauch hoch ist. Standorte mit guter Verkehrsanbindung wie hier in Graben bevorzugen wir natürlich noch mehr“, sagte Bernd Gschaider, Regionalleiter Deutschland von Amazon Logistik. Dabei versuche man bei großen Zentren, unmittelbar auch mit Logistikpartnern zusammenzuarbeiten. Auch dafür sei der Standort Graben ein positives Beispiel. „Zunehmende Automatisierung bedeute nicht den Verlust von Arbeitsplätzen. Beispielsweise bringen wir durch den Einsatz von Robotern das Regal zum Mitarbeiter. Gleichzeitig entstehen dadurch wiederum Arbeitsplätze für technisches Personal“, blickte Gschaider in die Zukunft.

Für Jörg Ebbinghausen, Chefstratege des Münchener Flughafens, gelinge die Realisierung großer Logistikpunkte nur mit den Anrainern. „Natürlich sorgt ein großer Flughafen wie München auch für Belastungen im Umfeld. Deshalb haben wir einen Umlandfonds eingerichtet, aus dem wir Projekte der benachbarten Kommunen unterstützen“, stellte er fest. Für die Region sei der Flugplatz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Immerhin binde er 550 Unternehmen in der Region, allein die Lufthansa sei mit 11000 Mitarbeitern vertreten, nannte er Fakten zur Wirtschaftskraft.

Den 50 Gästen bot sich im Anschluss die Möglichkeit, die 2011 in Betrieb genommenen Hallen des Amazon-Logistikzentrums zu besichtigen und sich persönlich einen Eindruck über die Arbeitsabläufe auf dem rund 17 fußballfeldgroßen Areal mit seinen 1900 Mitarbeitern aller Qualifikationsebenen zu machen.

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