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Graben

24.11.2018

Eine Sicherheitswacht am Freizeitgelände

Das Gräbinger Freizeitgelände könnte zu einem der Einsatzorte der Sicherheitswacht werden.
Bild: Uwe Bolten

Die Abstimmung über die Einführung der Sicherheitswacht in Graben endet äußerst knapp. Welche Argumente eine Rolle spielen und wie es jetzt weitergeht.

Das Abstimmungsergebnis über die Notwendigkeit einer Sicherheitswacht kommentierte Gräbingens Bürgermeister Andreas Scharf nüchtern: „Es ist das Ergebnis eines demokratischen Prozesses. Ich hätte mir jedoch eine deutlichere Mehrheit als Zeichen nach Außen für die Bürger gewünscht. Dabei spielt es keine Rolle, in welche Richtung die Entscheidung gegangen wäre.“ Der Gemeinderat hatte sich kurz zuvor mit sieben zu sechs Stimmen für die Beantragung der Sicherheitswacht für Graben beim Innenministerium ausgesprochen.

In Schwabmünchen, Untermeitingen und Klosterlechfeld hatten sich die Bürgervertreter in den jeweiligen Räten mit der Einrichtung der Sicherheitswacht beschäftigt (wir berichteten). Nun stand beim Gräbinger Gemeinderat dieses Thema auf der Tagesordnung zur Entscheidung an. Gernot Hasmüller, Leiter der Polizeiinspektion Schwabmünchen und sein Vertreter Robert Künzel informierten Scharf und die zwölf anwesenden Ratsmitglieder über Aufgabe, Ausrüstung und Durchführung der Sicherheitswacht. „Wir leben in einer der sichersten Gegenden Deutschlands“, begann Hasmüller seinen Kurzvortrag und ließ die Geschichte der Sicherheitswacht in Bayern Revue passieren. Dennoch seien gut 80 Prozent der registrierten Straftaten im Bereich seiner Polizeiinspektion in Schwabmünchen und dem Lechfeld zu lokalisieren.

Vermehrte Sachbeschädigungen beim Amazon-Parkplatz

Künzel stellte dar, dass es ein Bedürfnis für eine Sicherheitswacht geben müsse und versuchte dies an Konzentrationspunkten von Straftaten festzumachen. „Direkte Brennpunkte gibt es in Graben nicht, dennoch finden sich gewisse Häufungen von Sachbeschädigungen im Bereich des Amazon-Parkplatzes, der Ahornstraße und am Fahrradständer am Durchgang von Lechfelder Straße zu Via-Claudia-Weg. Auch das Freizeitgelände könne im Sommer interessant für die Sicherheitswacht sein, um die Gemeindeordnung durchzusetzen“, sagte er. Auf die Nachfrage von Stephan Krohns (Bündnis Lechfeld) musste er einräumen, dass die Anzahl der Sachbeschädigungen im unteren Bereich einzuordnen sei.

„Mehr Augen sehen mehr“, äußerte Hasmüller auf den Einwurf von Rüdiger Landto (CSU), das er ein größeres Gefühl von Sicherheit hätte, wenn Polizeibeamte auf Streife wären. Laut dem Polizeichef könnten seine Beamten dies nicht leisten, die Sicherheitswacht sei als Fußstreife ergänzend zu betrachten. Immer wieder drehte sich das Gespräch um die „gefühlte“ und „tatsächliche“ Sicherheit. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Wir können uns ihr nur nähern“, sagte Hasmüller.

Gerald Lauterer: Falsches Signal an die Bevölkerung

Gerald Lauterer (Bündnis Lechfeld) stellte für sich fest, nachdem Hasmüller die Effektivität der Polizeiarbeit hervorhob, wenn Hilfskräfte wie die Sicherheitswacht tätig seien: „Es ist ein falsches Signal, wenn hoheitliche Aufgaben an Bürger gehen. Auch kann die Polizei betriebswirtschaftliche Begriffe wie Effizienz nicht nutzen“, sagte er. Für andere Ratsmitglieder stand die Einführung der Sicherheitswacht außer Frage. „Es ist fahrlässig, nicht für ein mehr an Sicherheit zu stimmen, wenn es sogar noch kostenfrei ist“, sagte Peter Käs (Freie Wähler). „Es kostet nichts, der Preis ist hoch“, konterte Gerald Lauterer.

Bürgermeister Andreas Scharf begrüßte es sehr, dass die Sicherheitswacht nicht durch Aktivitäten der Jugend begründet wurde. Skeptisch zeigte er sich durch seine Berechnung der möglichen Präsenzzeiten in der Kommune. „Nach meiner Rechnung wird der Zeitansatz für die Sicherheitswacht in Graben bei zwei Stunden in der Woche liegen“, sagte er und sah einen Einsatzraum für die Kräfte im Freizeitgelände. „Im Dorf steht die Aufmerksamkeit der Nachbarn immer noch an erster Stelle“, ergänzte er.

Nachdem die Polizeibeamten die Sitzung verlassen hatten, brachte die Diskussion keine wesentlichen neuen Argumente, die Abstimmung wurde aus dem Kreis der Räte gefordert. Nach positivem Bescheid auf den Antrag aus München könne dann die Auswahl und Schulung der Bewerber im Bereich der Polizeiinspektion Schwabmünchen erfolgen; der Einsatz könnte nach Einschätzung von Gernot Hasmüller im Herbst 2019 erfolgen, hatte er zuvor in seinen Ausführungen angekündigt.

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