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Meinung

22.02.2013

Eine Welt ohne Sitzenbleiben?

Eine Welt ohne Sitzenbleiben?
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Zum Tag der Zwischenzeugnisse: Schulleiter kritisieren Reformpläne

Schwabmünchen/ Königsbrunn Ein halbes Schuljahr in Noten von Eins bis Sechs: Heute gibt es für viele Schulkinder in Bayern Zwischenzeugnisse und damit eine Bilanz, was besser werden muss oder – im Bestfall – einfach so weiterlaufen kann. Das große Zittern beginnt allerdings, wenn mit zwei Fünfen oder einer Sechs die Ehrenrunde droht. Das könnte sich allerdings ändern, sollten die Bundesländer nach und nach das Sitzenbleiben abschaffen. In Bayern ist das notenunabhängige Vorrücken bisher undenkbar, in Hamburg, für die erste bis neunte Klasse bereits Realität.

Ein Kopfschütteln für die bildungspolitischen Vorschläge

„Ich hab’s mit Kopfschütteln vernommen“, sagt Felipe Garcia, Konrektor der Leonhard-Wagner-Realschule Schwabmünchen und spielt damit auf die Diskussion an, die sich um die Abschaffung der Ehrenrunde entspinnt. „Von Schülerseite würde der Satz fallen: Wunderbar, dann lang ich kein Buch mehr an!“ Die Realschule Schwabmünchen räume ihren Schülern bereits genügend Möglichkeiten ein, das Sitzenbleiben zu umgehen. „Vorrücken auf Probe“ nennt sich das Konzept: Hat ein Schüler zwei Fünfen nicht nur in den Hauptfächern, entscheidet die Lehrerkonferenz, ob er in die nächste Jahrgangsstufe vorrücken darf.

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An der Via-Claudia-Realschule Königsbrunn bestehe für die siebten bis neunten Klassen zusätzlich noch die Möglichkeit, einen Test am Ende des Schuljahres zu bestehen und damit vorzurücken, berichtet Schulleiter Joachim de Hesselle.

Auch er ist gegen die Abschaffung der Ehrenrunde: „Der Förderunterricht würde nicht ausreichen, um die Defizite auszugleichen.“Außerdem fänden die Sitzenbleiber in ihrer neuen Klasse häufig eine bessere Lernsituation vor, als in der alten.

Konrektor Garcia sieht vor allem die Umsetzung kritisch: Die Vorschläge seien „unausgegoren“. Grundsätzlich stelle sich die Frage: Sind Schüler ohne Leistungsdruck durch Noten der freien Wirtschaft gewachsen?

Auch Paul Müller, Elternbeiratsvorsitzender des Leonhard-Wagner-Gymnasiums, pflichtet den Schulleitern bei: „Schüler brauchen unbedingt Herausforderungen und Prüfsteine.“ Das kann demnach auch die Gefahr des Sitzenbleibens sein. „Sie müssen sich reiben können, aber man muss aufpassen, dass sie nicht daran zerbrechen.“

In der Realschule Schwabmünchen gibt es nur noch für zwei Jahrgangsstufen Zwischenzeugnisse, die Neunte und die Zehnte. „Die müssen sich auch damit bewerben“, sagt Garcia. Alle jüngeren Schüler bekommen vier Notenstandberichte mit allen Einzelnoten im laufenden Schuljahr.

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