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Bobingen

08.11.2019

Eine Winterinszenierung für den Jedermann

Jedermann und seine Buhlschaft stehen im Mittelpunkt der Inszenierung der Theaterschmiede Bobingen. Diese kommt nach dem großen Erfolg im Sommer zum Bobinger Stadtjubiläum nun auch auf die Bühne der Singoldhalle.
Bild: Anja Fischer

Aufführungen von „Jedermann“ im Sommer ist in Salzburg und Bobingen eine vertraute Sache. Nun folgt eine Bühnenversion für die Singoldhalle. Keine einfache Sache, wie Ressigeurin Ingrid Schmid sagt.

Und jetzt kommt der Jedermann tatsächlich wieder auf die Bühne in Bobingen. Gleich zwei Mal – allerdings nicht auf dem Rathausplatz sondern jahreszeitlich bedingt in der Singoldhalle. Der Ansturm auf die Karten läuft seit der ersten Ankündigung längst Mit großem Erfolg führte die Theaterschmiede Bobingen bereits im Sommer auf der Open-Air-Bühne auf dem Rathausplatz das Theaterstück vom „Jedermann“ auf. So begeistert waren insgesamt über tausend Besucher im Publikum, dass die Aufführung sogar Regenschauer und kühles Sommerwetter vergessen machte.

Vom Sommer-Open Air in die Halle

Anlass der Premiere waren das 50-jährige Bestehen der Stadt Bobingen und das 30-jährige Jubiläum der Theaterschmiede Bobingen. Kulturamt und Theaterschmiede hatten sich dazu dieses ganz besondere Kulturerlebnis einfallen lassen, wie sich Ingrid Schmid von der Theaterschmiede erinnert. „Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard kam im Frühjahr 2018 auf mich zu und machte mir den Vorschlag, den Jedermann zu spielen“, erzählt sie. Und weil das Stück im Sommer so gut ankam, wird es an zwei Tagen noch einmal in der Singoldhalle zu sehen sein, obwohl sich Spielleiterin Ingrid Schmid diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Zu unterschiedlich seien die Anforderungen zwischen Freilichtbühne und großem Haus, sagt sie.

Am Freitag, 15. November und Samstag, 16. November, jeweils ab 20 Uhr werden die Charaktere des „Jedermann“ wieder auf die Bühne kommen. Das gespielte Stück ist eine Fassung, die gut zur Bobinger Theaterschmiede passt. Sie ist zwar an das Original angelehnt, aber auf Charaktere wie die Mutter und die guten Werke wird der Bobinger Theaterbesucher verzichten müssen.

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Handlung in Versen

Der Text wird wie im Original in Versen gesprochen. Das ist eine weitere Herausforderung für die Schauspieler um Regisseurin Ingrid Schmid. Im Sommer haben sie das bestens gemeistert. Gerade bei den Monologen von Peter Sedlacek, der den „Jedermann“ spielt, hingen die Besucher gebannt an dessen Lippen. Ob das bei der Aufführung in der Singoldhalle auch wieder so sein wird? Die Besucher dürfen gespannt sein und – wer dann beide Aufführungen gesehen hat – wird nicht umhin kommen, sie zu vergleichen.

Schon seit Wochen wird im Hintergrund wieder eifrig geprobt, werden die Kulissen den neuen Bühnengegebenheiten angepasst. Der Anspruch von Ingrid Schmid: Die Besucher sollen genauso begeistert sein wie bei den Freilichtaufführungen im Sommer. Dabei gibt es einiges zu bedenken, denn die Voraussetzung bei Bühnenschauspielen und Freilichtaufführungen sind doch recht unterschiedlich. Und man hat sich mit den Glanzleistungen im Sommer bereits einen hohen Maßstab gesetzt, den es jetzt ebenfalls zu erreichen oder sogar zu übertreffen gilt.

Eine Sorge wenigstens bleibt der Theaterschmiede diesmal erspart: Musste im Sommer bei jedem Aufführungstermin gezittert werden, ob das Wetter halten wird oder ob gar die Veranstaltungen vorzeitig abgebrochen werden müssen, so gibt es für die Bühne in der Singoldhalle wenigstens eine Gut-Wetter-Garantie.

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Zum Stück: Jedermann so heißt das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal, welches am 1. Dezember 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt wurde. Seit 1926 wird es jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt.

In dem Stück geht es um den wohlhabenden Jedermann, der sich unerwartet mit dem Tod konfrontiert sieht. Dieser will ihn vor seinen Schöpfer führen. Weder sein treuer Gesell, noch seine Frau, seine Buhle oder seine Freunde oder gar sein Geld wollen Jedermann auf seinem Weg ins Grab begleiten. Erst der Auftritt des Glaubens bringt ihn dazu, als reuiger Bekehrter seinen Weg zu gehen.

sind am 15. und 16. November jeweils um 20 Uhr (Einlass in die Halle ab 19 Uhr) in der Singoldhalle in Bobingen. Noch sind einige Karten für beide Abende an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Kulturamt der Stadt Bobingen erhältlich.

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