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Bobingen

24.01.2019

Eine schöne Nacht in Bobingen

Fridolin Müller und Wiebke Eymess landeten so manchen Knaller bei ihrem dritten Besuch in Bobingen.

Viel Wortwitz und amüsante Gedankenspiele unterhalten in der Singoldhalle mit dem Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“.

Hintergründig, süffisant, ironisch und meist mit einer kleinen versteckten oder offensichtlichen Spitze: So bot das Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“, einem hannoverschen Kabarett-abend in Bobingen. Gernot Albes hatte bei seiner Veranstaltungsreihe „Kabarett & Wein“ in der Singoldhalle diesmal ein ganz besonderes Unterhaltungsprogramm gebucht. Wiebke Eymess und Fridolin Müller haben ihren ganz eigenen Weg zwischen Comedy und Kabarett gefunden, zwischen Texten und Liedern. Schon zum dritten Mal waren sie in Bobingen zu Gast, sehr zur Freude des Publikums.

Vorsicht: Gleich knallt´s

„Gleich knallt’s“ titelte ihr neuestes Programm. Tatsächlich aber knallte es während der Spielzeit immer wieder bei großen und kleinen Pointen, Lachern und Krachern. Direkt angesprochen fühlten sich die Besucher. Sie wurden von Fridolin und Wiebke quasi auf das Wohnzimmersofa eingeladen, um dem „glücklichen“ Paar bei der Schaffung und Lösung so etlicher Beziehungsprobleme zuzuschauen. Es wurde schließlich eine schöne Nacht für sie in Bobingen, wenn auch mit vielen Turbulenzen.

Zu klären gab es dabei genug – ob es um das nicht benutzte Werkzeug in der Garage, die Gedankengänge der Ehefrau oder gar weltpolitische Themen wie Bienensterben, Feinstaub, Flüchtlingsschübe und Kriege ging. Schon der Umzug von der Stadt aufs Land sorgte bei den beiden für etlichen Gesprächsstoff und die Abwägung von Vor- und Nachteilen. Schon hierbei knallte es gleich mehrmals. Starke Argumente wurden gegen feinsinnigsten Wortwitz eingesetzt, philosophische Gedankengänge gegen schlichte Logik. Das Ganze verbunden mit ein wenig Tiefsinn, gegenseitigem Necken und Aufziehen und der Festlegung oder Nichtfestlegung auf die Geschlechterrolle.

Wortgewaltig auch im Lied

Dabei verschweigen Fridolin Müller und Wiebke Eymess nicht, dass sie hervorragende Musiker und Sänger sind. Immer wieder wird ihr Programm durch Lieder verschiedenster Couleur unterbrochen oder ergänzt. Mini-Piano, Ukulele, Ziehharmonika und Gitarre sind immer am Mann, beziehungsweise an der Frau. Und auch wenn es schwierig ist, sich beim Gegenüber auf nur eine störende Sache festzulegen, alte weiße Männer in der Politik die Fäden ziehen und Autos nicht nur „irre Parabeln“ sondern auch manchmal „irreparabel“ sind, den langwierigen und doch kurzweiligen Wortspielen auf der Bühne zu lauschen, war stets ein Vergnügen. Bissig bis fast zur Boshaftigkeit, mit Wiedererkennungseffekt und manchmal auch gegen den Mainstream – die beiden Comedians sorgten immer wieder für eine Überraschung.

Die Gäste in der Singoldhalle konnten sich dabei verschiedene Weine und ein selbst mitgebrachtes Picknick schmecken lassen. Sie wurden bestens unterhalten von plakativen Dialogen mit leisen, noch leiseren und manchmal auch ganz lauten Zwischentönen. Klar, dass am Ende einer solchen Aufführung lautstarker Applaus und der zweimalige Ruf nach einer Zugabe stand, der gerne auch mit einem ganz besonderen Liebeslied erfüllt wurde.

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