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Bobingen

14.11.2019

Einhundert Jahre Sozialdemokratie in Bobingen

Schon einige SPD-Generationen prägten die Bobinger Stadtgeschichte. Hier das Dreigestirn von 1989: (von links) Hartmut Gärtner, Max Wessinger und Harald Beutler.
Foto: SPD-Archiv

Der SPD-Ortsverein feiert Geburtstag. Auch Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly kommt zum Gratulieren. Wie alles begann und warum die Partei noch weitere hundert wichtige Jahre vor sich sieht.

Hundert Jahre sind eine lange Zeit. Politisch gesehen eine halbe Ewigkeit. Als die SPD in Bobingen 1919 ihren Ortsverein gründete, war gerade der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Am Sonntag feiert der Ortsverein dieses stolze Alter.

Der Mietenanstieg war eines der ersten Themen

Die Namen der ersten Bobinger Sozialdemokraten finden sich in einem Protokoll aus dem Juli 1919. Die Partei nannte sich noch „Mehrheits-Sozialdemokratische Partei“. Die Unterzeichner des Protokolls von damals waren Lorenz Füchsle, Adam Schwimmbeck und Michael Reith. Interessantes Detail: Gegenstand des Protokolls war die Gründung eines Ausschusses zur Bekämpfung von „ungebührlichen Mietzinssteigerungen“. Manche Themen sind anscheinend zeitlos.

Ein erster SPD-Antrag im Gemeinderat datiert von 1920. Dabei ging es um Holznutzungsrechte im Gemeindewald. Im Jahr 1929 wurden der Maurer Lorenz Füchsle, der Werkmeister Daniel Werner und der Fabrikarbeiter Johann Wildegger in den Gemeinderat gewählt.

Nach 1945 ging es bergauf

Nach dem Scheitern der Weimarer Republik brachen 1933 schwere Zeiten für die SPD in Deutschland an. Auch die Bobinger Genossen blieben davon nicht verschont. Obwohl die Partei 1933 wieder drei Mandate für den Gemeinderat errungen hatte, wurde die Zuteilung vom Reichsministerium des Inneren für nichtig erklärt. Bis 1945 konnte sozialdemokratisches Gedankengut nur im Verborgenen gedeihen.

Danach ging es stetig bergauf. Die erste Frau im Bobinger Gemeinderat, Anna Müller, war eine Sozialdemokratin – und das bereits 1948. Zum ersten Mal den Bürgermeister stellte die Partei im gleichen Jahr. Georg Hartmann bekleidete das Amt bis 1955. Im Jahr 1972 übernahm Hartmut Gärtner die Führung der jungen Stadt und übergab das Amt 1996 an Bernd Müller.

Der heutige Fraktionschef der SPD-Fraktion im Stadtrat, Edmund Mannes, gibt sich zuversichtlich, dass das Bürgermeisteramt auch nach 2019 in den Händen der Sozialdemokraten bleiben wird: „Wir haben seit 1972 ununterbrochen die Geschicke Bobingens entscheidend mitgestaltet. Die Stadt hat sich prächtig entwickelt, und wir sind nach einhundert Jahren in Bobingen im besten Regierungsalter.“

Ein prominenter Kommunalpolitiker als Festredner

Mannes freut sich sehr, dass der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly die Festrede halten wird. Er folge damit übrigens Renate Schmidt nach, die als Vorsitzende der Bayern-SPD 1994 zur 75-JahrFeier in Bobingen weilte.

Maly sei eine gute Wahl, stellt Edmund Mannes fest. Er sei ein bayernweit bekannter Sozialdemokrat, der als Oberbürgermeister tief in der Lokalpolitik verwurzelt wäre. „Der weiß, wovon er spricht und um was es in der Regionalpolitik wirklich geht“, betont Mannes. Ein Bundesminister oder Bundestagsabgeordneter könne sich da nicht so gut hineinfinden.

Lokalpolitik sei einfach anders. Hier ginge es weniger um die großen Aufgaben des Landes, sondern um pragmatischere Dinge wie Radwege, Hallenbäder und Bahnhöfe. Da könne ein Mann aus der Praxis einfach besser aufzeigen, was es heißt, hundert Jahre Politik vor Ort zu machen. Und dass es auch noch weitere hundert Jahre die Sozialdemokratie brauchen werde, um mitzuwirken an der Stadtpolitik für eine gerechte und demokratische Zukunft, führt der SPD-Mann aus. „Zur Geburtstagsfeier in der Singoldhalle sind natürlich alle Mitglieder und Freunde des SPD-Ortsvereins Bobingen herzlich eingeladen“, fügt Mannes ergänzend hinzu.

findet am Sonntag, 17. November, ab 16 Uhr in der Singoldhalle Bobingen statt. Selbstverständlich ist für Bewirtung gesorgt. Zu Preisen wie vor hundert Jahren.

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