1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Einkaufen und ins Gespräch kommen im Sozialkaufhaus

Königsbrunn

22.05.2019

Einkaufen und ins Gespräch kommen im Sozialkaufhaus

DSC02236.JPG
3 Bilder
Monika Polinska-Kroll (2. von links) freut sich als Betreiberin des neuen Sozialkaufhauses in Königsbrunn über einen gelungen Start. Thomas Seidl (links) ist als neuer Mitarbeiter dabei. Sohn Adam Polinski sowie seine zukünftige Frau Julia Kerler sind stolz auf die Neuunternehmerin.
Bild: Claudia Deeney

Im Gewerbegebiet Süd hat ein Sozialkaufhaus eröffnet. Inhaberin Monika Poliska-Kroll erklärt ihr Konzept und warum sie ihren bisherigen Job aufgegeben hat.

Sozialkaufhäuser erleben derzeit einen richtigen Boom in ganz Deutschland und jetzt gibt es auch eines in der Brunnenstadt.

Im Gewerbegebiet Süd hat Monika Polinska-Kroll am Samstag die Pforten für ihr Sozialkaufhaus offiziell geöffnet und ist glücklich und gerührt über die große Resonanz. „Es hätte gar nicht besser laufen können, die ersten Kunden waren sehr früh da und haben uns quasi schon erwartet“, erklärt die 52-jährige gegenüber unserer Zeitung. Und sie haben natürlich auch fleißig eingekauft, sodass die Geschäftsfrau mit ihren Mitarbeitern alle Hände voll zu tun hatten.

Es hat sich herumgesprochen, dass diese besondere Form eines Kaufhauses in Königsbrunn entstehen wird, sodass sehr viele Menschen schöne gebrauchte und teils auch originalverpackt neue Gegenstände abgegeben haben. Die Regale waren also zur Eröffnung reichlich und fürs Auge ansprechend gefüllt. Von Handtaschen, über Schmuck, bis hin zu gewaschener Kleidung über Möbel, Elektrogeräte und Dekorationsartikeln kann man im Sozialkaufhaus alles bekommen. Auch neue Dinge kann man hier kaufen, denn es gibt immer auch mal Menschen, die nicht wissen wohin mit einem Geschenk oder einem Fehlkauf und geben es dann im Sozialkaufhaus ab.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Mitarbeiter gehen erste Schritte zurück ins normale Berufsleben

Antikes Geschirr füllt ebenso die Regale, wie Kaffeemaschinen. Bilder hängen an den Wänden, Bettwäsche geht über die Ladentheke und für Kinder gibt es pinkfarbene Puppenkutschen genauso wie Plüschtiere. Dass die Preise ausgesprochen niedrig sind, gehört zum Konzept des Sozialkaufhauses und geht auch nur, weil die Waren die dort angeboten werden, Spenden von Bürgern sind. Ebenfalls kennzeichnet ein Sozialkaufhaus, dass dort Menschen arbeiten, die in den Arbeitsmarkt wieder eingegliedert werden sollen. Viele müssen aufgrund einer langen Krankheit, Behinderung oder persönlicher Schicksale erst wieder in ein normales Berufsleben finden. Die Tätigkeit im Sozialkaufhaus ist ein erster Schritt dorthin. Daher werden die Arbeitgeber für ihr soziales Engagement finanziell unterstützt und staatlich gefördert.

Soziales Engagement ist Polinska-Kroll wichtig und das merkt man ihr auch an. Auf dem Foto möchte sie unbedingt ihren Mitarbeiter an der Kasse, Thomas Seidl, dabeihaben und zeigt ihre Wertschätzung gegenüber ihrem Team immer wieder. Sie fragt sie um Rat, genau wie umgekehrt: Es ist an diesem ersten Verkaufssamstag ein ständiger Dialog zwischen der Chefin, den Mitarbeitern und den Kunden.

Auf dem Platz vor dem Laden sollen Königsbrunner ins Gespräch kommen

Die Preise möchte die gebürtige Polin, soweit es möglich ist, zukünftig an den Waren anbringen, aber bei manchen Objekten muss der Kunde auch mal an der Kasse nachfragen. „Aber so kommen wir auch ins Gespräch miteinander“, begründet die Unternehmerin ihr Vorgehen. Das Sozialkaufhaus sei auch ein Ort der Begegnung und des Miteinander Redens. Sie möchte das auch bei sich so haben und hat auf dem Platz vor dem Gebäude bequeme Möbel aufgestellt. Dort sitzen am Samstag bei gutem Wetter auch Gäste und trinken Kaffee und essen Kuchen. Dazu hat die Gastgeberin eingeladen und freut sich über die sehr gute Resonanz.

Ihr Sohn Adam Polinski und die zukünftige Schwiegertochter Julia Kerler unterstützen sie am Eröffnungstag und sind stolz auf die Mutter: „Wir freuen uns, dass sie einen Neuanfang als selbstständige Geschäftsfrau wagt und wünschen Ihr natürlich das es weiter so gut läuft wie heute.“ Um sich nämlich selbstständig zu machen, hat sich die Neuunternehmerin ein Jahr von ihrem Arbeitgeber DHL beurlauben lassen. „Ich möchte sehen ob es klappt. Ein Jahr gebe ich mir Zeit und würde mich natürlich sehr freuen, wenn das Sozialkaufhaus so gut angenommen wird, dass es sich kostendeckend selbst trägt“, sagt Polinska-Kroll und erklärt auch noch einmal für alle die das System nicht kennen: „Bei mir kann jeder einkaufen. Es gibt keine Berechtigungsscheine oder so was. Jeder der etwas findet, kann es bei uns auch kaufen und wirklich jeder ist uns allen ganz herzlich willkommen.“

Einer der sich ohne Zweifel darüber freut, dass es in Königsbrunn ein eigenes Sozialkaufhaus gibt, ist Jürgen Müller, Vorsitzender der Zeitbörse Königsbrunn: „Wir sind auf jeden Fall offen für eine Zusammenarbeit, gerade der von uns initiierte Warentauschtag passt mit dem Konzept des Sozialkaufhauses sehr gut zusammen, schön dass es das jetzt in unserer Stadt gibt.“

Der Laden Adresse: Lilienthalstraße 5, Königsbrunn; Handy-Nummer Monika Polinska-Kroll für Warenabgeber: 0176/21571822 Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr. Als Dienst werden auch Wohnungsauflösungen angeboten, sowie die Abholung beziehungsweise Lieferung von großen und sperrigen Gegenständen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

23.05.2019

Ich denke nicht das sich der "Laden" lange halten wird.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren