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Königsbrunn

04.01.2021

Einmalige Sammlung: Königsbrunner häuft tausende Platten an

Der Königsbrunner Joachim Peitzsch mit seiner allerersten Langspielplatte, die er Weihnachten 1976 als Geschenk von seiner Mutter bekam.
Bild: Claudia Deeney

Plus Im Haus von Joachim Peitzsch stapeln sich rund 1800 Schallplatten und mehr als 1600 CDs. Für den Musikliebhaber sind die Tonträger mehr als nur Sammelobjekte.

Zu Weihnachten 1976 bekam Joachim Peitzsch seine erste Langspielplatte geschenkt. Der damals 11-Jährige hatte einen konkreten Wunsch: Zu einer Zeit, als Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ oder Gitte Hennings Lied „Lass mich heute bitte nicht allein“ beliebt waren, wollte er eine Platte der britischen Rockband „The Sweet“.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, die ersehnte Platte unter dem Weihnachtsbaum vorzufinden, da vor allem mein Vater etwas konservativerer Natur war“, erzählt der heute 55-jährige Königsbrunner. Umso größer war die Freude, als er tatsächlich die LP „Give me a Wink“ aus dem Geschenkpapier wickelte. Seine Mutter war moderner eingestellt und hatte die Platte gekauft.

1800 Schallplatten hat Joachim Peitzsch über die Jahre angesammelt

Von diesem Moment an wurde es laut im Wohnzimmer, in dem damals noch ein Plattenspieler stand. Sein Papa habe es einfach nur furchtbar gefunden, erinnert sich Peitzsch. Seine Leidenschaft dagegen war geweckt: „Ab da habe ich angefangen, LPs und auch Singles zu sammeln. Sobald ich genügend Geld gespart hatte oder Feste mit Geschenken anstanden, wollte ich nur Platten für meine Sammlung haben“, sagt der 55-Jährige.

Rund 1650 CDs hat Joachim Peitzsch bisher gesammelt. Der Vorteil ist die geringe Größe.
Bild: Claudia Deeney

Von frühester Jugend an suchte er gezielt nach allem, was nach Rock oder Hard-Rock klang. „Das war und ist noch immer mein Musikgeschmack, natürlich auch geprägt von meinem älteren Bruder Wolfgang“, sagt Peitzsch. Es sei cool gewesen, einen Bruder zu haben, der schon im Teenageralter war und englische Musik hörte.

Inzwischen sind rund 1800 Schallplatten zusammengekommen. Wegen ihrer Größe passen sie nicht mehr in einen Raum. „Die sind überall im Haus verteilt", sagt Peitzsch. Vom Keller bis zum Dachboden, selbst im Schlafzimmer stapeln sich die Platten. „Da braucht man eine großzügige Ehefrau“, lacht der 55-jährige Musikliebhaber.

Seine Sammlung umfasst einige außergewöhnliche Exemplare

Seine Sammlung enthält auch einige ganz besondere Exemplare. Eine weiße LP der australischen Band „Cold Chisel“ oder eine LP mit der Einspielung zwei verschiedener Bands. Auf der ersten Seite ertönen die Songs der Gruppe „Sweet“, auf der anderen Seite hat sich das Duo „Pipkins“ verewigt.

Ein seltenes Exemplar in der Sammlung von Joachim Peitzsch: Eine weiße LP der australischen Band Cold Chisel.
Bild: Claudia Deeney

„Das sind Raritäten, die auf dem Sammlermarkt einen höheren Preis erzielen würden, aber ich verkaufe keine meine Platten“, sagt Peitzsch. Er sammelt aus Leidenschaft zur Musik und zu den Bands. Von Gruppen wie „Sweet“ oder „Deep Purple“ hat er fast alle Aufnahmen.

Doch der Königsbrunner sammelt nicht einfach nur LPs, sondern beschäftigt sich auch mit deren Entstehung. „Ich finde es faszinierend, Biographien der Bands oder der jeweiligen Musiker zu lesen. Oft kann man anhand der Platten die Stimmung der Musiker zum Zeitpunkt des Entstehens gut raushören und für sich einordnen“, sagt Peitzsch.

Von Anfang an interessierte er sich für alles rund um die Musik. „Wir haben im Freundeskreis die Zeitschrift 'Bravo' gelesen und mein Zimmer war mit den Starschnitten meiner Favoriten tapeziert.“ Auch haben er und seine Freunde Platten getauscht und damals wie heute aufgepasst auf ihre Schätze.

„Neue Titel haben wir mit Mikrofon am Kassettenrekorder aus Musiksendungen im Radio wie 'Pop nach 8' aufgenommen", erinnert sich Peitzsch. Die ganze Woche fieberte er Musiksendungen im Fernsehen wie 'Disco' oder 'Formel Eins' entgegen. Denn da konnte er seine Idole auch mal auf der Bühne sehen.

Für den Musikliebhaber sind die Platten mehr als bloße Sammelobjekte

Für Peitzsch sind die Platten mehr als Sammelobjekte: Sie wecken viele Erinnerungen. Ihr materieller Wert ist für den Musikliebhaber nur zweitrangig von Interesse. Die ersten CDs seien für ihn eine Zäsur gewesen. Sie sind sehr viel kleiner und nehmen damit nicht soviel Raum ein. Um die 1650 Stück hat Peitzsch im Wohnzimmer angehäuft.

"Ich achte darauf, keine CD anzuschaffen, wenn ich die Platte schon habe“, sagt er. Er habe seine Sammlung größtenteils im Kopf, nur ganz selten passiere ein Doppelkauf. Sortiert sind die meisten Tonträger schlicht nach Alphabet, so kann Peitzsch schnell die passende Musik herausgreifen.

Eine Rarität ist diese Langspielplatte mit zwei verschiedenen Bands. Auf der Vorderseite sind die Songs der Gruppe Sweet und auf der Rückseite des britischen Pop Duos Pipkins aus den 70er Jahren.
Bild: Claudia Deeney

In den 1980er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre habe er exzessiv gesammelt. Inzwischen ist seine Leidenschaft zwar nicht abgekühlt, aber sie hat sich verändert, wie er sagt: „Durch die Familie, andere Interessen wie Fußball und arbeitsbedingt die Jagd habe ich einfach nicht mehr soviel Zeit, nach bestimmten Platten auf Börsen, Auktionen oder Flohmärkten zu suchen.“

Trotz der umfangreichen Sammlung hat Peitzsch noch offene Wünsche. „Von John Lawton fehlt mir 'Heartbeat', von der Gruppe Toronto suche ich alle LPs genauso von den Bands 'Epitaph' und 'Angel City'. Wohlgemerkt nur Platten, keine CDs.

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