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Schwabmünchen

07.01.2019

Eisiges Schwimmen bei nur 2,7 Grad Wassertemperatur

Dreikönigsschwimmen in Schwabmünchen in der Wertach.
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Dreikönigsschwimmen in Schwabmünchen in der Wertach.
Bild: Hieronymus Schneider

56 Teilnehmer treten beim Dreikönigsschwimmen an, doch sieben von ihnen erreichen das Ziel nur mit dem Boot. Einigen Schwimmern ist im Neoprenanzug „zu warm“.

Die Lufttemperatur liegt nur knapp über dem Gefrierpunkt und zeitweise schneit es. Nicht wirklich wärmer ist es im Wasser. Exakt 2,7 Grad zeigt das am Neoprenanzug von Stadtrat Bernd Zeitler angebrachte Thermometer an. Angesichts dieser Temperaturen am Sonntagnachmittag denkt wohl kaum jemand ans Schwimmen. Doch einige „Verrückte“ gibt es, die sich davon nicht abhalten lassen und in der Wertach planschen.

Wasserwachtler bleiben im Schnee stecken

Das fünfte Dreikönigsschwimmen der Schwabmünchner Wasserwacht im Kreisverband Augsburg Land war diesmal vom Wetter nicht so gesegnet wie im Vorjahr. Der am Samstag einsetzende heftige Schneefall zwang die Organisatoren um den Vorsitzenden Michael Ringel zu umfangreichen Räumungsarbeiten auf der Zufahrt von der Brücke an der Schwabegger Straße bis zur Wasserwachtstation. Die Stellplätze für die Fahrzeuge der Schwabmünchner Sanitätsbereitschaft, des Technischen Hilfswerks und der Wasserwacht wurden knapp. Einige der anreisenden Wasserwachtgruppen blieben bei der Anfahrt im tiefen Schnee am Rand des Weges stecken und mussten mit vereinten Kräften befreit werden. Von den mehr als 70 angemeldeten Schwimmern schafften es immerhin 56, rechtzeitig einzutreffen und sich nach Anlegen der Neoprenanzüge zur Registrierung an den Startplatz zu begeben.

Mit je 15 Schwimmern waren die Schwabmünchner und die Meitinger Wasserwachtgruppen am stärksten vertreten, aber auch Wasserwachtler aus Diedorf, Stadtbergen, Herbertshofen und Lagerlechfeld stellten namhafte Kontingente. Der Tauchclub „Delfin“ aus Buchloe nahm mit einem Mann und zwei Frauen als externe Gruppe teil.

Eine riesige Badeente auf zwei Surfbrettern

Der Transport zum Startplatz, einen guten Kilometer flussaufwärts, erfolgte diesmal ausschließlich auf dem Wasserweg, weil die Zufahrt am Westufer der Wertach nicht geräumt war. Bootsführer Wolfgang Kraus betätigte sich als Shuttle-Taxi und transportierte die Schwimmer in kleinen Gruppen zum Startplatz, wo sie dann gemeinsam ins Wasser stiegen. Als Attraktion hatte sich die Ortsgruppe eine große, auf zwei Surfbrettern schwimmende Badeente einfallen lassen, die Wasserfontänen auf Schwimmer und die zahlreichen Zuschauer am Ufer sprühte. Wegen der sehr geringen Strömung der Wertach wurde das Vorwärtskommen der Ente aber zu einer mühsamen Angelegenheit. Kurzzeitig nahm das Wasserwachtboot sie deshalb in den Schlepptau.

Die geringe Strömung verlangsamte auch das Tempo der Schwimmer, die etwa eine Stunde im kalten Wasser bis zur Ankunft an der Wasserwachtstation ausharrten. Sieben Schwimmer mussten vor der Zielankunft wegen Unterkühlung aus dem Wasser genommen und mit den Begleitbooten zur Wasserwachtstation gebracht werden. Eine junge Schwimmerin wärmte ihre kalten Füße im Sanitätsauto auf. Der Grund für diese Unterkühlungen sind meist nicht exakt passende oder an kleinen Stellen undichte Neoprenanzüge, erklärten Thomas Dobler und Michael Ringel.

Beheizter Pool für die Starter beim Dreikönigsschwimmen

Am Wasserwachthaus hatte sich der Technische Leiter Thomas Dobler eine Wohltat für die Teilnehmer einfallen lassen. Ein aus Brettern, Styropor und Folie zusammengebauter Pool wurde schon seit Samstag auf mehr als 40 Grad Wassertemperatur aufgeheizt und bis zur Ankunft der Schwimmer mit Wertachwasser auf angenehme 30 Grad reduziert. Fünf „Eiserne“ zogen es aber vor, nur mit Badehose bekleidet die Wertach zu überqueren. Vier davon kamen von der Werksfeuerwehr der Firma Osram – Uli Weißenbach, Max Weber, Markus Doniè und Manfred Robota. Enzo Hirsch vom Jugendrat begleitete sie; und dann schwamm auch noch Jungwasserwachtler Julian Dobler hinterher, der es zusammen mit Uli Weißenbach am längsten im Wasser aushielt. Doch gleich danach stürzten sich auch diese Schwimmer in den heißen Pool. Nach dem Umziehen in dem vom THW aufgestellten beheizten Zelt konnten alle Schwimmer in trockenen Kleidern die von der Wasserwacht angebotenen warmen Getränke sowie Gulaschsuppe und eine große Auswahl an Kuchen genießen.

Michael Ringel war mit dem Ablauf des Dreikönigsschwimmens sehr zufrieden und bedankte sich bei seinen zahlreichen Helfern der Schwabmünchner Wasserwacht und bei Ralf Klocke von den Bayerischen Elektrizitswerken (BEW). „Ohne deren Unterstützung und das gute Miteinander wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich“, sagte Ringel. Ralf Klocke ergänzte: „Ich finde es toll, was hier vor allem für die Jugend geboten wird.“

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