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15.02.2020

Elfriede Moll arbeitete bei der Luftwaffe

Elfriede Moll aus Schwabmünchen berichtet im Film über den Krieg und seine Auswirkungen

Elfriede Moll (geborene Biesle), Jahrgang 1921, ist in der Schulstraße in Schwabmünchen aufgewachsen. Die Familie wohnte beim sogenannten Tag-und-Nacht-Schuster, ehemals befand sich dort ein Bauernhof. Als Moll vier Jahre alt war, zog die Familie an den Luitpoldhain, damals ein Viertel mit rund 16 Häuschen, genannt „Am Tann“. Im Volksmund hieß das Viertel auch Russland, weil es Sumpfgebiet war. Dort wohnte Moll, bis sie etwa 18 Jahre alt war.

Schon mit siebenzehn Jahren lernte sie ihren späteren Mann kennen. Doch der Vater war von der Beziehung wenig begeistert. Moll wollte möglichst schnell ausziehen. Während ihrer Lehre bei Karl Keck lernte sie Steno und auf der Schreibmaschine zu tippen. Dieses Können bescherte Moll anschließend einen Job als Luftnachrichtenhelferin auf dem Luftwaffenstützpunkt im Lechfeld. Mit einem netten Team aus rund zehn Frauen arbeitete sie dort in Wechselschichten. Als ihr zukünftiger Mann 1942 in Russland an die Front geschickt werden sollte, beschlossen die beiden, zuvor noch schnell zu heiraten. 1943 kam ihr Kind zur Welt. Bei den Kriegsgefechten in Russland wurde ihr Mann verwundet. Er kehrte zurück und wurde anschließend nach Frankreich geschickt. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1946 zurück. Elfriede Moll sagt: „Er hat kaum etwas über diese Zeit erzählt.“ Nach 1946 fand ihr Mann bei den Amerikanern im Lechfeld in der Küche Arbeit, danach in der Fleischwarenfabrik und schließlich in der Metzgerei Würstle. Später erwarb das Ehepaar die ehemalige Hafnerei, aus der sie ihre eigene Metzgerei aufbauten. Rückblickend sagt Moll: „Ich möchte diese Zeit kein zweites Mal erleben, es war überwiegend nichts Gutes, das Schlechte bleibt hängen.“

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