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30.06.2009

Eltern protestieren gegen erzwungenen Schulwechsel

Königsbrunn Zwölf Kinder, die jetzt noch zwei fünfte Klassen der Hauptschule Nord besuchen, sollen ab September eine 6. Klasse der Hauptschule Süd besuchen, um dort neben einer Ganztagsklasse eine sogenannte Regelklasse (nur Vormittagsunterricht) zu ermöglichen. Gegen diese Planung des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Augsburg laufen jedoch die betroffenen Eltern Sturm.

Heute wollen Schüler vor dem Rathaus demonstrieren

Bei einer Veranstaltung des Elternbeirats der Hauptschule Nord musste sich Schulamtsdirektor Johannes Wirsing deutliche Kritik anhören. Heute Nachmittag wollen Schüler vor dem Rathaus demonstrieren.

Doch die Würfel sind bereits gefallen, betonte Wirsing gegenüber den Eltern. Wenn zwölf Schüler wechseln, wird es im neuen Schuljahr in der 6. Jahrgangsstufe im Norden neben einer Koop-Förderklasse eine Regelklasse mit 25 Schülern geben, im Süden neben der Ganztags-Klasse eine Regelklasse mit 25 Schülern. Bei einer Anhörung der Eltern am Donnerstag geht es nur noch darum, bei der Zuweisung Härtefälle zu vermeiden.

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"Können wir für unsere Kinder gar nichts mehr entscheiden?", fragte eine Mutter in der Runde wiederholt. Der längere Schulweg - zwischen beiden Schulen liegen etwa 1200 Meter - sei dabei gar nicht das wesentliche Problem, war zu hören. Als gravierend sahen zahlreiche Eltern an, dass sich ihre Kinder gerade erst in ihren Klassen und an der Hauptschule Nord eingewöhnt haben und nun aus dem Klassenverband gerissen werden. "Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihn an die Realschule wechseln lassen", bemerkte eine Mutter, deren Sohn trotz guter Noten lieber an der Hauptschule bleiben und dort den M-Zweig besuchen wollte. Jetzt ist die Anmeldefrist schon abgelaufen.

Auch Walter Braunmiller, der scheidende Rektor der Hauptschule Nord, kritisierte die Entscheidung. Er erwähnte eine Bemerkung von Schulamtsleiter Johann Ostermeier, nach der es zwischen den beiden Königsbrunner Hauptschulen ein gegenseitiges Geben und Nehmen geben solle, und merkte an: "Bisher hat immer nur die Hauptschule Nord Schüler abgegeben."

Er äußerte auch Sorge, dass mit einer Regelklasse und einer Koop-Klasse der M-Zweig, der zur Mittleren Reife führt an seiner Hauptschule Nord, ohne ausreichend Schüler-Nachschub bleiben werde. Diese Sorge wollte Michael Ettel, der Rektor der Hauptschule Süd, im Gespräch mit unserer Zeitung nicht teilen. Geeignete Schüler könnten immer dorthin wechseln. Es sei auch für seine Schule wichtig, zwei Klassen je Jahrgangsstufe zu halten. Nur so könne er ein breites Angebot wie etwa differenzierte Lerngruppen in Englisch oder kreative Arbeitsgemeinschaften anbieten.

"Verteilungsgerechtigkeit" der Lehrer im Landkreis

Für das Schulamt, so erläuterte Wirsing den Eltern, stehe bei der Angelegenheit vor den Interessen der beiden Schulen ein ganz anderer Aspekt - die "Verteilungsgerechtigkeit" der Lehrer im Landkreis. Ab September werden die 5235 Hauptschüler im Landkreis auf 245 Klassen aufgeteilt. Das ergibt einen Schnitt von 21,4 Schüler je Klasse. An kleinen Schulen oder bei Förderklassen liegt er oftmals auch niedriger.

Für Wirsing wäre es ungerecht, an Orten mit vielen Schülern wie Königsbrunn durch "Kleinstklassen" Lehrer zu binden, die man anderswo dringend brauche. Auch die mobile Reserve, die für erkrankte Lehrer einspringt, müsse schließlich gut besetzt sein.

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